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Vision Pro mit PSVR2-Controllern: endlich echtes VR-Feeling, aber weiter zum Luxuspreis

von ytools
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Als Apple das Vision Pro vorgestellt hat, wollte der Konzern vor allem eins klar machen: Das ist kein weiteres Gaming-Headset, sondern der erste Schritt in Richtung „räumlicher Computer“. Gesteuert wird mit Blicken und Fingergesten, ganz ohne klassische Controller. In Demos wirkt das beeindruckend – du schaust auf ein Icon, tippst Daumen und Zeigefinger zusammen und schon passiert etwas. Futuristisch, elegant, sehr Apple.
Vision Pro mit PSVR2-Controllern: endlich echtes VR-Feeling, aber weiter zum Luxuspreis
Für viele VR-Fans hatte dieser Ansatz aber einen massiven Haken: Ohne richtige VR-Controller fühlt sich Hightech schnell wie eine sehr teure Einschränkung an.

Denn über Monate war genau das der Status des Vision Pro: brutal starkes Hardware-Paket, gestochen scharfe Displays, edles Design – aber kein dedizierter Controller. Wer aus der Oculus-, SteamVR- oder PSVR-Welt kommt, hat sich zu Recht gefragt, wie man mit einem Gerät für mehrere tausend Euro ernsthaft VR-Erlebnisse anbieten will, ohne Buttons, Trigger und Analogsticks. Jetzt lenkt Apple endlich ein. Über den eigenen Store verkauft das Unternehmen nun offiziell die PSVR2-Controller für das Vision Pro, nachdem der Support bereits mit visionOS 26 eingeführt wurde.

Das mag nach einem kleinen Detail klingen, ist aber für die Praxis ein riesiger Unterschied. Die Hand- und Augensteuerung des Vision Pro eignet sich perfekt für Videos, Produktivität und entspannte Apps. Ein paar Fingerbewegungen, ein kurzer Blick – und man verschiebt Fenster, öffnet Anwendungen oder sitzt plötzlich in einem virtuellen Kino mit riesiger Leinwand. Sobald es allerdings um schnelle, präzise Interaktionen geht, stößt das Konzept an seine Grenzen. Rhythmusspiele, Shooter, komplexe VR-Adventures: Ohne Controller fühlt sich vieles wie eine Notlösung an.

Deshalb wurde das Vision Pro von vielen Enthusiasten lange als „bestes Display im schlechtesten VR-Set-up“ belächelt. Nicht weil die Technik schlecht wäre – im Gegenteil – sondern weil ein zentrales Puzzleteil fehlte. Manche Entwickler versuchten, ihre Spiele auf Hand-Tracking umzubauen, aber man merkte fast immer, dass die ursprüngliche Erfahrung für Controller gedacht war. Das Ergebnis: Ein Headset zum Preis eines guten Laptops plus Fernseher, das beim Kernthema Gaming nicht mithalten konnte.

Mit den PSVR2-Controllern ändert sich das grundlegend. Sie bringen genau das mit, was VR-Spieler gewohnt sind: Analogsticks, Trigger, haptisches Feedback, präzise Bewegungs­erfassung und ein ergonomisches Design, das bereits auf Millionen PlayStation-Konsolen im Einsatz ist. Für Entwickler bedeutet das: Sie können Steuerungskonzepte von anderen Plattformen weitgehend übernehmen, statt für Vision Pro eine komplett separate Version mit Gestensteuerung zu entwickeln. Für Nutzer heißt es schlicht: Endlich fühlt sich das Vision Pro auch beim Zocken wie ein vollständiges VR-Headset an.

Allerdings löst Apple damit nur eines von mehreren Problemen. Das wirklich große Thema – der Preis – bleibt unangetastet. Mit rund 3.499 US-Dollar bewegt sich das Vision Pro in einer Liga, in der sich viele selbst eingefleischte VR-Fans zweimal fragen, ob sie mitspielen wollen. Parallel bringen Hersteller wie Samsung mit dem Galaxy XR oder Meta mit ihren Headsets sehr ähnliche Mixed-Reality-Ansätze auf den Markt, die zwar technisch nicht in jedem Punkt an Apple heranreichen, dafür aber deutlich günstiger sind. Für viele ist die Rechnung klar: Lieber „gut genug“ für einen fairen Preis als „brutal gut“ für eine Summe, die weh tut.

Von Anfang an hatte das Vision Pro den Charakter einer Tech-Demonstration. Die Bildqualität ist überragend, die Darstellung von Fenstern im Raum gehört zum Besten, was man aktuell sehen kann, und auch das Gefühl von Präsenz in virtuellen Umgebungen ist beeindruckend. Gleichzeitig ist das App-Ökosystem im VR-Bereich noch dünn, echte exklusive Blockbuster sind rar, und Apple positioniert das Gerät eher als Premium-Arbeits- und Entertainment-Maschine denn als Gaming-Plattform. Mit Controller-Support rückt das Vision Pro näher an den klassischen VR-Markt heran, aber der Content muss erst noch nachziehen.

Erschwerend kommt hinzu, dass Apples langfristige Strategie offenbar stärker in Richtung leichter AR-Brillen geht – Geräte, die eher wie normale Brillen aussehen und sich für den Alltag eignen. Berichte über ein abgesagtes oder auf Eis gelegtes günstigeres Modell, oft als „Vision Air“ bezeichnet, verstärken den Eindruck, dass das Vision Pro eher als Sprungbrett in die Zukunft dient und nicht zwingend als Produkt für die breite Masse gedacht ist. Gleichzeitig investieren Meta, Samsung und Google massiv in genau diese Schnittstelle aus Alltagstech und Wearables.

Für frühe Käufer ist der aktuelle Kurs zwiespältig. Auf der einen Seite ist die Integration der PSVR2-Controller ein riesiger Pluspunkt, der das Gerät deutlich alltagstauglicher macht – vor allem für alle, die mehr als nur Videos schauen wollen. Auf der anderen Seite bleibt das Gefühl, dass Apple ein offensichtliches Defizit erst sehr spät nachgebessert hat. Wer direkt zum Launch zugeschlagen hat, musste lange mit einem halbfertigen VR-Erlebnis leben und viel Vertrauen in Apples langfristige Pläne mitbringen.

Unterm Strich ist das Vision Pro mit PSVR2-Controllern nun das Headset, das sich viele bereits zur Präsentation gewünscht haben: ein extrem starkes Mixed-Reality-System, das Arbeit, Medienkonsum und Gaming auf hochwertigem Niveau verbindet. Der Haken ist derselbe wie am ersten Tag: der Preis. Technisch fehlt kaum noch etwas, aber wirtschaftlich ist das Vision Pro nach wie vor ein Luxusartikel. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht mehr, ob Apple die Hardware im Griff hat – das ist längst klar. Sondern ob der Konzern bereit ist, aus dem Vision Pro eine Plattform mit vernünftiger Preisgestaltung und starkem Content-Line-up zu machen, statt es als teures Sammlerstück für Early Adopter in der Auslage stehen zu lassen.

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2 kommentare

DevDude007 November 19, 2025 - 5:14 pm

Mit PSVR2-Controllern wird das Teil endlich interessant, aber solange der Preis in der Stratosphäre bleibt, ist das nix für Normalos

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N0madic November 29, 2025 - 5:43 pm

Meta und Co. haben seit Jahren Controller und Spiele, Apple wollte das Rad neu erfinden und hat erstmal die Hälfte vergessen 🙃

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