Samsung steht kurz davor, seinen bislang gewagtesten Foldable-Trick aus dem Hut zu zaubern – und mit jeder neuen Leakinformation wird klarer, dass es beim Samsung Galaxy Z TriFold nicht nur um ein Messekonzept geht, sondern um ein echtes Prestigeprodukt für zahlungskräftige Early Adopter. Der Name verrät schon alles: dreifach klappbar, irgendwo zwischen Smartphone, Tablet und futuristischem Arbeitsgerät angesiedelt.
Das Grundprinzip ist schnell erklärt: Im zugeklappten Zustand wirkt der Galaxy Z TriFold wie ein etwas dickeres Premium-Handy. 
Klappt man die beiden Scharniere komplett auf, verwandelt sich das Ganze in eine Art Mini-Tablet mit rund 10 Zoll großer Innendisplay-Fläche. Laut den verlässlichen Leaks soll dieses Hauptpanel bis zu 2600 Nits Spitzenhelligkeit erreichen – auf Augenhöhe mit Samsungs nächsten Fold-Topmodellen. Heißt übersetzt: Inhalte bleiben selbst in direkter Sonne gut ablesbar, HDR-Filme und Serien knallen so richtig und auch Fotos wirken deutlich brillanter als auf Durchschnittsdisplays.
Auf der Außenseite sitzt zusätzlich ein 6,5-Zoll-Cover-Display, das bis zu 1600 Nits schaffen soll. Dieses Panel ist dafür gedacht, dass man das TriFold die meiste Zeit wie ein ganz normales Smartphone nutzt: kurz auf Nachrichten antworten, Navigation starten, Anruf annehmen, ein schnelles Foto schießen – alles ohne das Gerät jedes Mal komplett auseinanderzufalten. Genau dieser Alltagseinsatz entscheidet am Ende, ob ein exotisches Konzept wie ein dreifach faltbares Handy wirklich zu einem brauchbaren Begleiter wird.
Im Inneren des Galaxy Z TriFold soll – wenig überraschend – ein aktueller Snapdragon-Flaggschiffchip von Qualcomm arbeiten. Welches Modell genau, ist zwar noch nicht final durchgesickert, aber Samsung hat seine komplexesten Foldables bisher konsequent mit Snapdragon bestückt, gerade in Schlüsselmärkten. Dazu kommt ein Akku mit einer nominellen Kapazität von etwa 5437 mAh, die das Marketing fast sicher zu 5600 mAh aufrunden wird. Drei Displaysegmente, zwei Scharniere und viel Rechenpower wollen schließlich versorgt werden. Wer das Gerät ernsthaft zum Arbeiten, Zocken und Streamen nutzen will, erwartet zu Recht, dass es nicht schon am späten Nachmittag nach einer Steckdose schreit.
Auch die Kameraausstattung zeigt, dass Samsung den TriFold nicht als technisch abgespecktes Experiment versteht. Die Hauptkamera soll satte 200 Megapixel bieten und damit in einer Liga mit den Ultra-Modellen der Galaxy-S-Serie spielen. Natürlich zählen am Ende nicht nur Megapixel, sondern Sensorgröße, Optik, Software und Bildverarbeitung. Aber in Kombination mit Samsungs Erfahrung bei Night Mode, Zoom und HDR-Fotos lässt sich erahnen, dass der TriFold trotz seiner ungewöhnlichen Bauform kein Kamera-Kompromiss wird. Der Formfaktor eröffnet zusätzlich spannende Szenarien: Man kann das Gerät halb aufgeklappt als improvisiertes Stativ auf den Tisch stellen, eine Seite als Sucher und die andere als Bedienoberfläche nutzen oder direkt nach der Aufnahme auf dem großen 10-Zoll-Panel in Ruhe ins Bild hineinzoomen und editieren.
Ein Detail aus den Leaks sorgt bereits für lebhafte Diskussionen: die unterschiedliche Dicke der drei „Flügel“. Offenbar sind die Segmente im aufgeklappten Zustand nicht exakt gleich dick, sondern liegen ungefähr bei 3,9, 4,0 und 4,2 Millimetern. Auf dem Datenblatt klingt das zunächst unharmonisch, und im Netz machen sich Perfektionisten schon Sorgen um ihre inneren Zwänge. In der Praxis dürfte diese minimale Abweichung aber vor allem einen technischen Hintergrund haben. Akkuzellen, Platinen, Flexkabel und Verstärkungen für die Scharniere lassen sich nun mal nicht überall perfekt gleich verteilen. Wer schon einmal ein Röntgenbild moderner Smartphones gesehen hat, weiß, wie eng es im Inneren zugeht – bei einem dreifach faltbaren Gehäuse mit zwei Gelenken potenziert sich diese Herausforderung.
Beim Bildschirm-Setup positioniert sich der Galaxy Z TriFold klar in der absoluten Oberklasse. Die Kombination aus 10 Zoll großem Hauptdisplay mit bis zu 2600 Nits und 6,5-Zoll-Cover-Screen mit 1600 Nits macht das Gerät zu einem echten Multitalent. Im Tablet-Modus lassen sich mehrere Apps nebeneinander anordnen – etwa E-Mail, Browser, Notizen und Messenger – ohne dass es direkt gequetscht wirkt. Im Smartphone-Modus bekommt man trotzdem ein helles, angenehm großes Display für den schnellen Einsatz zwischendurch. Wer viel im Freien unterwegs ist, wird diese Reserven bei der Helligkeit zu schätzen wissen.
Spannend – und gleichzeitig frustrierend für viele Fans – wird es bei Preis und Verfügbarkeit. Aus Südkorea ist zu hören, dass Samsung den Galaxy Z TriFold von Anfang an als streng limitiertes Nischenprodukt plant. Die Rede ist von grob 20.000 bis 30.000 Einheiten, was für einen Konzern dieser Größenordnung erstaunlich wenig ist. Ebenso deutlich zeichnet sich ein happiger Preisrahmen ab: Je nach Ausführung könnte der TriFold zwischen umgerechnet etwa 2000 und 3000 US-Dollar kosten. Das ist deutlich mehr als bei klassischen Flaggschiffen und selbst im Vergleich zu bisherigen Foldables eine kräftige Ansage – eher Luxusspielzeug als Alltagskauf.
Noch enger wird es beim Thema Länderstart. Aktuelle Gerüchte gehen davon aus, dass Samsung sich zunächst auf Märkte wie Südkorea, China, Singapur und die Vereinigten Arabischen Emirate konzentriert. Europa und die USA könnten dagegen bei der ersten Welle komplett leer ausgehen. Für Technikfans, die bei jedem neuen Foldable direkt mit dem Finger auf dem Vorbestell-Button sitzen, ist das ein echter Dämpfer. Viele werden den Galaxy Z TriFold wohl nur in YouTube-Hands-ons und Instagram-Reels sehen, während der eigene Warenkorb leer bleibt – außer man ist bereit, umständliche Importwege und noch höhere Kosten in Kauf zu nehmen.
Strategisch ergibt dieser vorsichtige Ansatz trotzdem Sinn. Der Markt für faltbare Smartphones ist deutlich reifer geworden; Hersteller aus China drücken mit immer dünneren, leichteren und teilweise günstigeren Modellen nach. Samsung will mit dem TriFold nicht zwangsläufig die Stückzahlen dominieren, sondern ein Zeichen setzen: Wir können nach wie vor Formfaktoren liefern, die andere höchstens auf Keynote-Folien zeigen. Der Galaxy Z TriFold wird damit zum Halo-Produkt, zu einer Art laufender Werbeanzeige für Samsungs Innovationskraft im Foldable-Segment.
Ob das ausreicht, um langfristig an der Spitze zu bleiben, ist offen. Gleichzeitig bahnt sich am Horizont ein weiterer Player an: Apples erstes faltbares iPhone, über das seit Monaten intensiv spekuliert wird. Sollte Apple in den nächsten ein, zwei Jahren tatsächlich ein Fold- oder vielleicht sogar ein Hybrid-Gerät vorstellen, würde das den Markt auf einen Schlag neu sortieren – vor allem in Regionen, in denen iOS ohnehin dominiert. In dieser Zukunft könnte der Galaxy Z TriFold als Vorreiter gelten, der gezeigt hat, wie weit sich das Foldable-Konzept technisch schon heute ausreizen lässt.
Auch softwareseitig wird der TriFold zu einem spannenden Testfeld. One UI ist inzwischen ziemlich gut auf klassische Foldables mit einem Scharnier abgestimmt. Ein Gerät mit drei Segmenten und mehreren möglichen Zwischenstellungen ist jedoch eine ganz andere Liga. Apps müssen flexibel zwischen schmalem Außendisplay, halboffenem „Laptop-Modus“ und voll aufgeklapptem Tablet hin- und herspringen können, teilweise mit zwei oder drei Fenstern parallel. Wenn Samsung diese Herausforderungen schlau löst, könnte der Galaxy Z TriFold zu einer Art Schweizer Taschenmesser für Multitasker werden: E-Mails links, Chat rechts, oben ein kleines Video, dazu vielleicht noch ein Browserfenster – alles gleichzeitig, ohne dass man sich auf einem winzigen Bildschirm verrenken muss.
Unterm Strich ist der Galaxy Z TriFold kein Gerät, das jeder – oder überhaupt viele – „brauchen“. Er ist bewusst als technisches Statement gedacht: ein sündhaft teurer, hochspezialisierter Spielplatz für Menschen, die Spaß daran haben, die nächste Gerätegeneration schon heute in der Tasche zu haben. Historisch gesehen waren genau solche Exoten aber oft der Startpunkt für spätere Massenprodukte. Der erste Galaxy Fold wirkte fragil, teuer und experimentell, heute sind Foldables deutlich reifer und präsenter. Wenn der TriFold seine Versprechen hält – großes 10-Zoll-Innendisplay, helles Cover-Display, 200-Megapixel-Kamera, kräftiger Akku und aktueller Snapdragon – könnte er zur Blaupause für eine dritte Foldable-Generation werden. Ein Gerät, das man rational nicht zwingend rechtfertigen kann, das man aber trotzdem am liebsten sofort ausprobieren würde.