Startseite » Nicht kategorisiert » Samsung erhöht RAM-Preise: Was das für dein Smartphone 2026 bedeutet

Samsung erhöht RAM-Preise: Was das für dein Smartphone 2026 bedeutet

von ytools
1 kommentar 5 ansichten

Während alle über neue KI-Features, noch schnellere Chips und immer mehr Kameras reden, passiert im Hintergrund etwas deutlich Unsexyeres – aber für unsere Geldbeutel viel Relevanteres: Arbeitsspeicher wird deutlich teurer. Samsung hat in den vergangenen Wochen die Preise für mehrere DDR5-Module teils massiv angehoben. Offiziell spricht kaum jemand darüber, doch die Folgen werden wir sehr wahrscheinlich spätestens 2026 bei Smartphones, Tablets und Notebooks auf dem Preisschild sehen.

Branchenkreisen zufolge sind bestimmte 32-GB-DDR5-Module innerhalb weniger Monate von rund 149 US-Dollar auf etwa 239 US-Dollar hochgeschossen.
Samsung erhöht RAM-Preise: Was das für dein Smartphone 2026 bedeutet
Auch 16-GB-Varianten und 128-GB-Konfigurationen haben Aufschläge von 30 bis 50 Prozent gesehen. Für einen so etablierten Markt wie DRAM ist das kein kleiner „Schwank“, sondern ein klares Zeichen dafür, dass Angebot und Nachfrage komplett aus dem Gleichgewicht geraten sind.

KI-Rechenzentren fressen den RAM-Markt leer

Der wichtigste Preistreiber ist der KI-Boom. Das Training und der Betrieb großer Sprachmodelle, Empfehlungssysteme und Bildergeneratoren verschlingen riesige Mengen schnellen Arbeitsspeichers. Cloud-Anbieter und Hyperscaler sichern sich Kapazitäten mit langfristigen Verträgen, oft zu deutlich höheren Preisen, nur um nicht leer auszugehen. In der Praxis führt das dazu, dass ganze Fertigungslinien auf High-End-Server-RAM optimiert werden, weil sich dort aktuell am meisten verdienen lässt.

Einige Kunden bestellen inzwischen eher aus Angst als aus akutem Bedarf: Lieber heute mehr Module ordern, als in einem Jahr gar keine oder nur zu deutlich höheren Konditionen zu bekommen. Wer die Kapazitäten der Hersteller frühzeitig blockt, diktiert indirekt auch die Prioritäten – und verdrängt alle anderen Segmente langsam an den Rand.

Vom Server-Rack in die Hosentasche

Auf dem Papier haben Smartphones mit den Servermodulen wenig zu tun. In Handys kommt in der Regel LPDDR-Speicher zum Einsatz, bei Flaggschiffen aktuell LPDDR5X. Trotzdem hängen beide Welten an den gleichen Fertigungsstätten, ähnlichen Materialien und denselben Ingenieurteams. Wenn sich die Produktion stärker in Richtung lukrativer DDR5-Module verschiebt, bleibt automatisch weniger Luft für mobile LPDDR-Chips.

Die Folge: Die gesamte Kostenbasis für Speicher zieht an. Smartphone-Hersteller stehen dann vor einer wenig attraktiven Wahl: Margen opfern, Verkaufspreise anheben oder bei der Ausstattung tricksen. Sehr beliebt ist Variante drei – die sichtbaren Spezifikationen werden vorsichtig zurechtgestutzt. Statt 12 GB RAM und 256 GB Speicher in der Basisversion gibt es plötzlich nur noch 8/128 GB, und wer das „frühere Niveau“ zurückhaben will, muss zum teureren Modell greifen.

Für viele Käufer wirkt die Palette auf dem Papier zunächst vertraut: immer noch „bis zu 16 GB RAM“, immer noch Varianten mit 512 GB oder 1 TB Speicher. Doch der Einstiegspreis für diese Konfigurationen rutscht Stück für Stück nach oben. Großzügige Speicherausstattung wird damit langsam vom Standard zum Luxus-Extra.

Redmi K90: ein früher Warnschuss aus China

Wie konkret sich das auswirkt, zeigt ein Blick nach China. Xiaomi hat dort kürzlich die Redmi-K90-Serie vorgestellt – und Firmenpräsident Lu Weibing hat offen eingeräumt, dass die deutlich höheren Speicherpreise ein Grund für die höheren Launch-Preise im Vergleich zur Redmi-K80-Generation sind. Wenn ein Hersteller, der jahrelang mit extrem knappen Margen und aggressiven Preisen geworben hat, so deutlich auf die Kostenbremse tritt, ist das ein ziemlich klarer Indikator.

Xiaomi ist außerdem nicht dafür bekannt, Spezifikationen leichtfertig zusammenzustreichen. Wenn dort die Einstiegsversionen teurer werden, stellt sich automatisch die Frage, welche Spielräume andere Marken überhaupt noch haben. Premium-Hersteller könnten versuchen, Einsparungen an weniger sichtbaren Stellen vorzunehmen – etwa bei Gehäusematerialien, beim Lieferumfang oder bei Kameras, die ohnehin eher selten genutzt werden –, nur um bei RAM und Speicher weiterhin „voll ausgestattet“ aussehen zu können.

2026: Flaggschiffe teurer, Speicher als Aufpreispaket

Marktbeobachter und Leaker warnen seit Monaten, dass der Trend noch nicht ausgereizt ist. In der Branche kursieren Schätzungen, wonach die Speicherkomponenten von High-End-Smartphones im kommenden Jahr um 20 bis 30 Prozent teurer werden könnten als im Vorjahr. Besonders hart trifft das die Top-Ausführungen mit 12 oder 16 GB RAM und 512 GB beziehungsweise 1 TB Speicher, die ohnehin schon an der Schmerzgrenze vieler Käufer liegen.

Gleichzeitig steigt der Anspruch an die Geräte: Spiele sollen ohne Neuladen im Hintergrund bleiben, Social-Media- und Messenger-Apps müssen jederzeit startklar sein, und KI-Funktionen wie Live-Übersetzung oder smarte Fotoeffekte sollen am besten direkt auf dem Gerät laufen. All das kostet RAM. Einfach den Arbeitsspeicher zu kürzen, ist daher für Hersteller riskant, weil Nutzer ruckelnde Multitasking-Erlebnisse sofort bemerken.

Wahrscheinlicher ist, dass die Preisschraube an anderer Stelle gedreht wird: weniger Rabatte, kleinere Abstände zwischen Mittelklasse und Oberklasse, stärkerer Fokus auf teure „Ultra“-Modelle mit dicken Speicherpaketen. Wer künftig ein Gerät mit wirklich viel RAM und Speicher möchte, könnte deutlich tiefer in die Tasche greifen müssen als noch vor wenigen Jahren.

Das Ende der „RAM ist billig“-Ära?

Ökonomisch ist die Lage eigentlich klassisch: Produktionskapazitäten lassen sich nicht beliebig schnell erweitern, neue Fabriken kosten Milliarden und brauchen Jahre bis zur vollen Auslastung. Gleichzeitig explodiert der Bedarf durch KI-Anwendungen in praktisch jeder Branche. Ergebnis: Die verfügbaren Chips werden knapper und teurer. Ähnliche Muster hat man schon bei Grafikkarten in der Krypto-Hochphase oder bei Festplatten nach Naturkatastrophen gesehen.

Der Unterschied diesmal: Künstliche Intelligenz wirkt nicht wie ein kurzfristiger Hype, sondern wie ein langfristiger Strukturwandel. Wenn Rechenzentren dauerhaft mehr Speicher brauchen, wird die Konkurrenz um jede produzierte Waferfläche härter. Die Zeit, in der Smartphone-Hersteller großzügig „einfach mal mehr RAM“ in die Basisvariante gepackt haben, weil es kaum weh tat, könnte damit vorbei sein.

Dazu kommt, dass viele Lieferverträge jetzt schon Preise für 2026 und 2027 fixieren. Selbst wenn das Angebot in ein paar Jahren wieder aufholt, heißt das nicht automatisch, dass Endkundenpreise genauso schnell sinken. Wer es einmal geschafft hat, ein höheres Preisniveau am Markt zu etablieren, senkt es nur ungern freiwillig wieder.

Unterm Strich erzählt die aktuelle DDR5-Knappheit also eine sehr bodenständige Geschichte: Der KI-Boom begeistert die Tech-Welt, verschiebt aber im Hintergrund die gesamte Kostenstruktur von Hardware. Wenn Sie in zwei Jahren beim Kauf feststellen, dass Sie für die gleiche Menge RAM deutlich mehr bezahlen oder direkt zur größeren Speichervariante greifen müssen, liegt das nicht an „Gier über Nacht“, sondern an Entscheidungen, die heute in Verhandlungen zwischen Samsung und seinen Großkunden fallen.

Das könnte Ihnen auch gefallen

1 kommentar

BlueS20 December 23, 2025 - 6:35 pm

Wenn mein nächstes „Midrange“-Gerät kostet wie ein aktuelles Ultra, bleib ich einfach noch ein paar Jahre beim alten Klotz in der Schublade 😂

Antworten

Einen Kommentar hinterlassen