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Labubu kommt ins Kino: Wie ein Blind-Box-Monster zur großen Sony-Wette wurde

von ytools
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Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit. Seit diese breit grinsenden, großohrigen Labubu-Figuren die Regale von Pop Mart, TikTok-For-You-Pages und K-Pop-Fancams übernommen haben, stand fest: Irgendwo in Hollywood sitzt ein Studio und rechnet durch, ob sich daraus ein Film machen lässt.
Labubu kommt ins Kino: Wie ein Blind-Box-Monster zur großen Sony-Wette wurde
Jetzt ist es offiziell: Sony Pictures hat sich die Filmrechte an Labubu gesichert – und versucht, aus einem schrägen Designer-Spielzeug einen möglichen Kino-Franchise zu formen.

Wer sich gerade fragt, was dieses Labubu überhaupt sein soll: Optisch wirkt es wie eine Mischung aus Dämonenkind, Waldkobold und Art-Toy. Erfunden wurde die Figur vom Künstler Kasing Lung, geboren in Hongkong, aufgewachsen in den Niederlanden. Seine Inspiration reicht von nordischer und europäischer Märchenfolklore bis hin zu moderner Popkultur. Heraus kommt ein Wesen, das gleichzeitig süß, unheimlich und leicht verstörend aussieht – genau die Art von Figur, die im Internet entweder sofort gehasst oder sofort kultisch geliebt wird.

Die ersten Labubu-Figuren tauchten 2015 beim Art-Toy-Produzenten How2Work auf. Richtig explodiert ist der Hype jedoch erst, als der chinesische Händler Pop Mart die Reihe übernahm. Deren Blind-Box-Prinzip – man kauft eine versiegelte Box, ohne zu wissen, welche Variante darin steckt – verwandelte Labubu in ein Sammelspiel mit Glücksspiel-Vibes. Limitierte Serien, geheime Varianten, Country-Exclusives: Das alles trieb Sammler:innen an und ließ auf dem Zweitmarkt Preise entstehen, bei denen ein Stück Vinyl plötzlich wie eine kleine Anlageklasse wirkt.

International sichtbar wurde Labubu, als Lisa von Blackpink mit einem Labubu-Anhänger an ihrer Tasche gesichtet wurde. Ein paar Fotos, Clips und Fan-Edits später war klar: Wer das kleine Monster am Rucksack trägt, sendet automatisch das Signal „Ich bin im Trend“. Von dort aus verbreitete sich Labubu rasant – in Shopping-Malls quer durch Asien, in Unboxing-Videos, Memes, Fanarts und Parodien, die das Viech aussehen lassen wie ein Requisit aus einem verfluchten Horrorfilm. Für viele Ältere ist es ein weiterer Beweis, wie schnell Jugendkultur heute rotiert.

Genau in dieses Spannungsfeld steigt Sony jetzt ein. Der Deal ist frisch, das Projekt noch ganz am Anfang: Es gibt weder Regie noch Cast, kein fertiges Drehbuch und nicht einmal eine endgültige Entscheidung, ob der Film voll animiert, live-action mit CGI-Figuren oder ein hybrides Experiment werden soll. In den Meetingräumen dürfte gerade vor allem eine Frage im Raum stehen: Wie erzählt man eine Geschichte rund um eine Figur, die bislang vor allem als „cooles Design im Blind-Box-Regal“ existiert?

Eine naheliegende Variante wäre ein düster-verspieltes Fantasy-Abenteuer, in dem Labubu als schelmischer Trickster aus einer Zwischenwelt zwischen Traum und Albtraum auftritt. Ebenso denkbar ist eine Horror-Komödie, die das ohnehin schon gruselige Grinsen der Figur voll ausspielt und sich selbst nicht allzu ernst nimmt. Der klassische Studioweg wäre hingegen ein familienfreundlicher Film, in dem ein Kind in die Welt der Labubus hineingezogen wird – inklusive unzähliger Szenen, die sich perfekt in neue Figurenreihen übersetzen lassen.

Parallel dazu läuft bereits der Kommentar-Kampf im Netz. Die eine Seite ist überzeugt, dass der Hype längst seinen Höhepunkt überschritten hat und der Film zu spät kommen wird. Die andere erinnert daran, dass auch Pokémon einst als „kurzlebige Modeerscheinung“ abgestempelt wurde – und bis heute zu den stärksten Marken der Unterhaltungsgeschichte gehört. Wo am Ende Labubu landet, weiß niemand. Sicher ist nur: Der kleine, etwas unheimliche Goblin hat bereits bewiesen, wie stark die Mischung aus Designer-Toy, K-Pop-Strahlkraft und Social-Media-Dynamik sein kann. Jetzt muss sich zeigen, ob dieser Zauber auch zwei Stunden im Kino trägt – oder ob der Labubu-Film am Ende als Lehrstück darüber endet, wie riskant es ist, Trends hinterherzulaufen, die vielleicht schon wieder verschwinden.

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3 kommentare

GalaxyFan December 30, 2025 - 4:57 pm

Ganz ehrlich, bis der Film raus ist, sind die Kids wahrscheinlich schon beim nächsten Monster-Hype 😂 Hollywood kommt immer, wenn die Party fast vorbei ist

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Rooter January 8, 2026 - 3:20 pm

Wenn sie den Film nicht relativ schnell bringen, wirkt das Ganze wie Ware von gestern. Viele kaufen die Blind-Box doch nur für den Insta-Post, nicht aus echter Liebe zum Charakter

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Byter February 17, 2026 - 7:01 am

Hoffe nur, dass es kein zweistündiger Pop-Mart-Werbespot wird. Wenn sie einen eigenen, schrägen Märchenkosmos bauen, könnte das Ding später sogar Kultstatus kriegen

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