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Google Messages führt @Erwähnungen ein: RCS-Gruppenchats werden endlich übersichtlicher

von ytools
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Wer in mehreren Android-Gruppenchats unterwegs ist, kennt das Problem: Die Benachrichtigungen prasseln pausenlos rein, GIFs, Sticker und Insider-Witze fliegen im Sekundentakt – und genau die eine wichtige Nachricht geht irgendwo dazwischen unter. Während WhatsApp, Telegram und Facebook Messenger schon seit Jahren @Erwähnungen anbieten, wirkte Google Messages in dieser Disziplin bislang wie aus einer anderen Zeit.
Google Messages führt @Erwähnungen ein: RCS-Gruppenchats werden endlich übersichtlicher
Jetzt deutet sich endlich die Wende an: Erste Beta-Nutzer sehen eine neue Funktion, mit der sich Kontakte in RCS-Gruppenchats direkt per @ markieren lassen.

Die Funktionsweise ist angenehm unspektakulär – im positiven Sinne. Öffnet man einen RCS-Gruppenchat in Google Messages und tippt im Eingabefeld das @-Symbol, blendet die App eine Liste mit allen Teilnehmern dieser Unterhaltung ein. Ein Fingertipp auf den gewünschten Namen, und die Person wird im Text als @Erwähnung eingefügt. Entscheidend ist dabei nicht nur die optische Hervorhebung im Chatverlauf, sondern vor allem der Effekt auf die Benachrichtigung: Die markierte Person bekommt einen speziellen Hinweis, selbst wenn sie den gesamten Gruppenchat längst stummgeschaltet hat.

Genau hier liegt der große Mehrwert im Alltag. Viele Nutzer haben Gruppenchats von Familie, Arbeit, Uni oder Sportverein dauerhaft auf "stumm", weil das Grundrauschen einfach zu hoch ist. Trotzdem gibt es immer wieder Situationen, in denen man genau eine Person sicher erreichen möchte – ohne gleich einen separaten Einzelchat aufzureißen und den Kontext zu verlieren. Mit @Erwähnungen wird dieser Spagat deutlich einfacher: Man kann die Aufmerksamkeit gezielt auf den richtigen Kontakt lenken, ohne alle anderen mit weiteren Pop-ups zu nerven.

Positiv fällt auch ein kleines Detail beim Thema Privatsphäre auf. Nachdem man eine Person aus der Vorschlagsliste ausgewählt hat, lässt sich der sichtbare Name im Nachrichtenfeld noch bearbeiten. Aus einem vollen Eintrag aus dem Adressbuch mit Vor- und Nachnamen kann so etwa nur der Rufname oder ein Spitzname werden. In gemischten Gruppen mit Kollegen, entfernten Bekannten oder Kunden wirkt es oft unpassend, vollständige Klarnamen preiszugeben. Die Möglichkeit, das anzupassen, ist daher mehr als nur kosmetischer Feinschliff.

Aktuell taucht die neue Funktion nur bei wenigen Nutzern auf, die sehr frische Beta-Versionen einsetzen. Ein Tester berichtet etwa, dass @Erwähnungen auf einem Samsung-Gerät mit einer offenen Beta-Firmware 20251103 rc00 und der Google-Messages-Version 20251103_00_RC00 aktiviert sind. Auf seinem Pixel 6 Pro mit Android 16 QPR2 Beta 3.3, obwohl ebenfalls im Messages-Betaprogramm, fehlt die Option bislang. Das spricht stark dafür, dass Google die Funktion serverseitig in Wellen freischaltet und nicht ausschließlich per App-Update verteilt.

Wichtig ist außerdem die technische Einschränkung: @Erwähnungen funktionieren nur in RCS-Chats. Läuft die Unterhaltung noch über klassisches SMS oder MMS, erscheinen weder Vorschlagsliste noch besondere Hinweise auf dem Sperrbildschirm. Das fügt sich nahtlos in die Strategie des Konzerns ein, RCS als modernen Standard zu etablieren – mit Lesebestätigungen, Tippanzeigen, hochauflösenden Medien und nun eben auch fortgeschrittenen Gruppenfunktionen. Sobald ein Chat aus irgendeinem Grund auf SMS zurückfällt, sind diese Komfortfunktionen mit einem Schlag verschwunden.

Im Vergleich zur Konkurrenz ist Google also spät dran, aber nicht zu spät. In WhatsApp, Facebook Messenger und Telegram gehören @Erwähnungen längst zum Standardrepertoire, um den Gruppenlärm halbwegs im Griff zu behalten. Entsprechend klingen viele Reaktionen von Android-Nutzern in Foren und auf Reddit wie eine Mischung aus Erleichterung und milder Ironie: Kommentare à la "wurde auch Zeit" wechseln sich mit Späßen darüber ab, dass Google hier gerade das "Drucken von Geld" neu erfinde – schließlich bindet jedes kleine Komfort-Feature die Nutzer ein Stückchen fester an das eigene Ökosystem.

Für Anwender wird der Umgang damit vermutlich schnell in Fleisch und Blut übergehen. Sobald die Funktion freigeschaltet ist, reicht ein kurzer Ablauf: Gruppenchat in Google Messages öffnen, @ tippen, Person aus der Liste auswählen, bei Bedarf den angezeigten Namen anpassen und die Nachricht abschicken. In der Konversationsübersicht wird der Chat mit einem kleinen @-Symbol markiert, und die erwähnte Person sieht schon in der Benachrichtigung, dass sie im Fokus einer Nachricht steht. Zwischen Dutzenden von Chats und Hinweisen am Tag kann genau dieser Unterschied entscheiden, was man ignoriert und was man sofort liest.

Wer auf Android unterwegs ist und nichts verpassen möchte, sollte prüfen, ob Google Messages als Standard-App für SMS und RCS eingestellt ist. Auf vielen Smartphones ist das schon ab Werk so, einige Hersteller setzen aber noch auf eigene Messenger-Lösungen. In diesem Fall lässt sich Google Messages aus dem Play Store nachinstallieren und als Standard festlegen. Wer Lust auf Experimente hat, kann zusätzlich dem Betaprogramm beitreten – mit der Einschränkung, dass die Freischaltung von @Erwähnungen am Ende dennoch von Googles serverseitigem Schalter abhängt.

Im echten Leben dürfte sich das Feature schnell als leiser, aber unverzichtbarer Helfer etablieren. Eltern können im chaotischen Familienchat gezielt das eine Kind markieren, das noch nicht auf die Frage zum Abendessen geantwortet hat. In WGs lassen sich nur die Mitbewohner anpingen, die ihren Anteil an der Stromrechnung noch nicht überwiesen haben. Trainer von Hobby-Teams erinnern den notorisch zu spät kommenden Torwart direkt im Mannschaftschat, statt ihn separat anzuschreiben. Und in Projektgruppen wird es leichter, Aufgaben klar einer Person zuzuordnen, ohne dass der ganze Verteiler mit Pings überzogen wird.

Noch befindet sich das Ganze im Stadium eines begrenzten Tests, und es ist gut möglich, dass Google in den kommenden Wochen an Optik und Feinheiten der Benachrichtigungen schraubt. Die Richtung ist aber deutlich: Aus dem früher eher simplen SMS-Postfach Google Messages wird Schritt für Schritt ein vollwertiger, geräteübergreifender Messenger, der sich nicht mehr hinter den großen Namen verstecken muss. Spätestens wenn @Erwähnungen in allen RCS-Gruppenchats angekommen sind, wird man sich fragen, wie man jemals ohne dieses kleine, aber mächtige Werkzeug ausgekommen ist.

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