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Musk wäre dabei, Apple zögert: Wem gehört die KI-Zukunft von Siri auf dem iPhone?

von ytools
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Seit vierzehn Jahren steht Tim Cook an der Spitze von Apple, und langsam aber sicher bewegt sich der Konzern auf einen Wendepunkt zu. In der Branche kursieren immer hartnäckigere Gerüchte, dass Cook rund um 2026 den Chefsessel räumen könnte – ziemlich genau zu dem Zeitpunkt, an dem das iPhone seinen 20. Geburtstag feiert.
Musk wäre dabei, Apple zögert: Wem gehört die KI-Zukunft von Siri auf dem iPhone?
Ausgerechnet jetzt, wo die gesamte Tech-Welt vom Thema Künstliche Intelligenz besessen ist, wirkt das einstige Symbol für Innovation an einer entscheidenden Front erstaunlich blass. Und mitten in diese Phase hinein funkt Elon Musk: Nicht als Bewerber für den CEO-Posten, sondern als Mann, der sein eigenes KI-Gehirn namens Grok nur zu gern in die Siri des iPhones einbauen würde.

Warum diese Idee so polarisiert, merkt man schnell, wenn man Siri im Alltag benutzt. Der Apple-Assistent war früh dran und galt lange als Aushängeschild für smarte Sprachsteuerung. Doch während Alexa, Google Assistant und mittlerweile ganze Chatbot-Ökosysteme gelernt haben, Dialoge zu führen, Inhalte zusammenzufassen, Reisen zu planen und komplexe Aufgaben zu zerlegen, wirkt Siri oft wie stehengeblieben. Typische Antwort auf halbwegs anspruchsvolle Fragen: eine Liste von Weblinks statt einer durchdachten, hilfreichen Erklärung. Für viele iPhone-Fans ist das frustrierend. Sie sehen ein Highend-Smartphone mit extrem leistungsfähigem Chip – und eine digitale Assistentin, die sich anfühlt wie ein Relikt aus der Vor-KI-Ära.

Genau an dieser Stelle wittert Musk seine Chance. Mit xAI hat er eine neue Firma gegründet, deren Vorzeigemodell Grok bewusst kantiger und weniger stromlinienförmig daherkommen soll als klassische Unternehmensbots. Auf X postete ein Account, der sich als Reiseführer für Grok bezeichnet, sinngemäß, es sei höchste Zeit, dass Apple sich mit xAI zusammentut und Siri endlich repariert, indem der völlig veraltete und schmerzhaft dumme Assistent durch Grok ersetzt wird. Dazu der Kommentar, Siri habe es verdient, wirklich superintelligent zu sein. Musk selbst meldete sich mit einem knappen, aber deutlichen Statement: Er sei dabei. Kein Businessplan, keine Details – aber das Signal ist klar: Wenn Apple will, steht Grok für das iPhone bereit.

Die Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten. Ein Teil der Community ist begeistert und malt sich schon jetzt ein iPhone aus, dessen Siri plötzlich witzig, bissig und gleichzeitig hochkompetent ist. Eine Assistentin, die längere E-Mails versteht, Termine koordiniert, Code schreibt und mit einem gewissen Musk-typischen Sarkasmus antwortet. Manche gehen noch weiter und träumen von der Kombi aus Grok und Starlink direkt im Apple-Kosmos: Ein iPhone, das nicht nur einen mächtigen KI-Begleiter, sondern auch robuste Satellitenverbindungen an Bord hat, wäre für viele Tech-Fans ein ziemlich verführerisches Paket. Kommentare à la Ich würde mir das nächste iPhone sofort holen, wenn es Grok und Starlink-Zugang hätte oder Das würde mich nach Jahren Android wieder zurück zu Apple ziehen sind in den Feeds keine Seltenheit.

Mindestens genauso laut ist aber die Gegenseite. Für viele ist schon die Idee, Musk noch tiefer in den eigenen Alltag zu holen, ein rotes Tuch. Jetzt wollt ihr den Typen auch noch direkt in das Betriebssystem meines iPhones einbauen?, lautet sinngemäß der Tenor. Einige sagen offen, sie hätten ohnehin kein iPhone kaufen wollen, und ein Musk-gebrandeter Assistent mache die Entscheidung nur noch einfacher. Hinter dem Spott steckt eine ernsthafte Frage: Passt der Stil des Apple-Ökosystems überhaupt zu der Art von KI, für die Musk steht? Apple inszeniert sich seit Jahren als Hüter von Privatsphäre, Sicherheit und sorgfältig kuratierten Nutzererlebnissen. Musk hingegen betont maximale Freiheit, minimale Filter und eine hohe Toleranz für kontroverse Inhalte. Eine Siri mit Grok im Hintergrund wäre nicht nur ein technisches Experiment, sondern ein Kulturclash.

Während X diskutiert, deutet vieles darauf hin, dass Apple in der Realität einen anderen Weg einschlägt. Verschiedene Berichte sprechen davon, dass das Unternehmen kurz davor steht, einen milliardenschweren Vertrag mit Google zu schließen. Demnach soll eine speziell angepasste Version von Googles Gemini-Modellen künftig die besonders anspruchsvollen Aufgaben von Siri übernehmen: lange Texte zusammenfassen, komplexe Anfragen planen, mehrstufige Workflows verstehen. Wichtig ist Apple dabei, dass diese Gemini-Variante auf eigenen, abgeschotteten Servern läuft. So will der Konzern sicherstellen, dass Daten der Nutzer zwar von Googles Technologie profitieren, aber nicht direkt in dessen Ökosystem landen – ein Kompromiss zwischen fremder Rechenpower und dem eigenen Privatsphäre-Versprechen.

Technisch bedeutet das: Siri wird immer mehr zur Dirigentin, die im Hintergrund ein Orchester aus unterschiedlichen KI-Systemen ansteuert. Auf dem Gerät selbst werkeln kleinere, von Apple trainierte Modelle, die sich um persönliche Informationen und einfache Aufgaben kümmern. Wenn ein Befehl zu komplex wird, kann Siri entscheiden, ob sie den Fall an Gemini, an einen eingebundenen ChatGPT-Dienst oder an ein anderes spezialisiertes Modell weiterreicht. Für Nutzerinnen und Nutzer ändert sich vordergründig wenig: Man sagt nach wie vor Hey Siri, und eine vertraute Stimme antwortet. Doch hinter den Kulissen ist das System deutlich flexibler – und Apple kann je nach Bedarf Partner austauschen, Grenzen nachjustieren und Antworten stärker filtern.

Vor diesem Hintergrund wirkt ein offizielles Bündnis zwischen Apple und xAI auf kurze Sicht eher unwahrscheinlich. Google ist seit Jahren ein ambivalenter, aber etablierter Partner von Apple: Man streitet sich um Plattformen, verdient aber gleichzeitig Milliarden mit der Standardsuchmaschine im iPhone-Browser. Gemini hat den Ruf einer seriösen Unternehmenslösung und lässt sich regulatorisch leichter verkaufen als ein bewusst frecher, riskanter Bot wie Grok. Für Apple, das seine Marke auf Sicherheit, Zuverlässigkeit und Familienkompatibilität aufgebaut hat, wäre es deutlich einfacher zu erklären, dass Siri teilweise von Google-Technologie unterstützt wird, als dass sie sich plötzlich anhört, als würde Musk persönlich mitreden.

Trotzdem ist Musks lakonisches I’m down mehr als nur ein Gag für Social Media. Es macht deutlich, wie groß der Druck inzwischen ist, Siri endlich auf das Niveau moderner KI zu heben – und wie sehr die Nutzerinnen und Nutzer sich nach einem wirklich cleveren iPhone-Assistenten sehnen. Ob Apple diesen Sprung am Ende mit Google, mit eigenen Modellen, mit temporären Integrationen von ChatGPT oder irgendwann doch mit Grok schafft, ist offen. Sicher scheint nur eines: In der nächsten iPhone-Dekade werden nicht mehr Kamerabuckel und Displaydiagonale das wichtigste Verkaufsargument sein, sondern die Frage, welchem unsichtbaren KI-Hirn man den Platz in der eigenen Hosentasche anvertraut.

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