OnePlus hat auf seiner offiziellen Website still und leise eine neue Teaser-Seite online gestellt. Zu sehen sind zwei kommende Produkte: das OnePlus 15R und eine noch namenlose Smartwatch, die aktuell lediglich als „New Watch“ bezeichnet wird. 
Technische Daten gibt es kaum, nur ein dunkler Umriss des Smartphones und der Uhr. Für die Community reicht das aber längst: In Foren und Social Media wird schon herangezoomt, verglichen und spekuliert – und vieles deutet darauf hin, dass das 15R im Kern ein neu verpacktes OnePlus Ace 6 für den globalen Markt wird.
Der Verdacht kommt nicht von ungefähr. Die Position des Kamerarings, die runde Blitz-Einheit und die gesamte Rückseite erinnern stark an das Ace 6, das vor Kurzem in China gestartet ist. Wenn OnePlus seiner bisherigen R-Strategie treu bleibt, dürfte das 15R ein sehr ähnliches Paket bieten: ein etwas größeres Display als beim OnePlus 13R, den neuen Snapdragon 8 Elite für Flaggschiff-Leistung im Alltag und eine riesige 7800-mAh-Batterie mit rasend schnellem 120-Watt-Laden. Auf dem Papier klingt das nach einem echten Dauerläufer, der sich in wenigen Minuten an der Steckdose wieder fast volltankt.
Der Haken liegt – wenig überraschend – bei der Kamera. Das 13R hatte endlich einen eigenständigen Tele-Sensor spendiert bekommen, auf den Fans jahrelang gehofft hatten. Beim mutmaßlichen 15R sieht es so aus, als würde dieser Schritt wieder zurückgenommen: Auf dem Teaser erkennt man effektiv zwei echte Kameras, während der dritte Ring und die runde Blitzzone vor allem für Symmetrie sorgen. Langjährige Anhänger reagieren entsprechend bissig: Aus OnePlus werde Oneminus, heißt es, und aus dem alten Motto „Never Settle“ sei ein ironisches „Never Buy“ oder „Never Stop Settling“ geworden.
Trotz aller Spitzen aus der Community steckt hinter dieser Entscheidung eine nachvollziehbare Strategie. Für viele Nutzer sind ein helles Display, flüssige Performance und vor allem lange Laufzeiten wichtiger als ein perfekter Zoom. Wer hauptsächlich tagsüber fotografiert, Bilder in Messenger-Apps verschickt und gelegentlich ein paar Storys postet, wird vom Teleobjektiv weniger profitieren als von einem Akku, der auch nach einem langen Pendel- und Arbeitstag noch Reserven hat. Wenn OnePlus das 15R in Märkten wie Europa oder den USA aggressiv bepreist, könnte es 2026 durchaus als Preis-Leistungs-Tipp für Akkufans durchgehen – auch wenn Kamera-Enthusiasten weiter zu anderen Modellen greifen.
Parallel dazu sorgt die neue Smartwatch für Gesprächsstoff, obwohl sie bisher nur als Silhouette auftaucht. Die New Watch wirkt auf den ersten Blick wie eine Evolution der bisherigen OnePlus-Uhren: ein rundes Gehäuse, klassischer Look, vermutlich mit Fokus auf Fitness-Tracking, Schlafanalyse, Benachrichtigungen und enger Verbindung zum Smartphone des Herstellers. Spannend wird vor allem, ob OnePlus beim Betriebssystem und bei den Gesundheitsfunktionen einen Schritt nach vorne macht – etwa präzisere Sensorik, bessere Auswertung der Daten und eine Akkulaufzeit, die nicht alle ein bis zwei Tage zur Ladestation zwingt.
Zusammen betrachtet zeichnen 15R und New Watch das Bild einer Marke, die ihr Ökosystem weiter ausbauen will: ein leistungsstarkes Smartphone mit Monster-Akku plus eine Uhr als permanenter Begleiter am Handgelenk. Die zentrale Frage bleibt jedoch, ob die Fans die Kompromisse bei der Kamera akzeptieren und den Fokus auf Akku, Geschwindigkeit und Preis mittragen – oder ob die Diskrepanz zwischen dem alten Selbstbild von OnePlus und der heutigen Produktpolitik zu groß geworden ist. Spätestens wenn die Geräte offiziell vorgestellt werden und die Preise auf dem Tisch liegen, wird sich zeigen, ob das 15R die Community versöhnt oder das „Never Settle“-Erbe endgültig zur Meme-Vorlage macht.