Tarsier Studios, das schwedische Team hinter den ersten beiden Little-Nightmares-Spielen, meldet sich endlich mit einem völlig neuen Albtraum zurück. 
Mit REANIMAL wagt das Studio den Schritt weg von einer etablierten Marke hin zu einer eigenen Horror-IP, bei der keine fremden Vorgaben und kein Lizenzgeber im Hintergrund stehen. Für viele Fans ist es die erste echte Gelegenheit zu sehen, wie sich Tarsier entfaltet, wenn sie eine Welt komplett nach ihren eigenen Regeln aufbauen dürfen.
Inzwischen steht auch das Wichtigste fest: REANIMAL erscheint am 13. Februar 2026 für PC, PlayStation 5, Nintendo Switch 2 und Xbox Series X/S zum Preis von rund 39,99 US-Dollar. Die Terminbestätigung kommt kurz vor dem Xbox Partner Preview, auf dem frische Spielszenen gezeigt werden sollen, und macht aus dem vagen Versprechen „irgendwann im ersten Quartal 2026“ ein klares Datum, das sich Horrorfans schon jetzt dick im Kalender markieren können.
Wer nicht so lange warten will, kann sich schon jetzt einen Eindruck verschaffen: Eine kostenlose Demo ist bereits auf PC, PS5 und Xbox Series verfügbar und erlaubt einen ersten Blick auf Atmosphäre, Pacing und Rätselstruktur. Auch eine Demo für die Nintendo Switch 2 ist angekündigt, wird aber erst später nachgereicht. Für eine neue Marke ist dieser Zugang clever gewählt: REANIMAL hat eben nicht den Namen Little Nightmares als Sicherheitsnetz, daher ist ein spielbarer Vorgeschmack die beste Werbung, die Tarsier bekommen kann.
Trotz aller Vorfreude schwingt in der Community auch ein wenig Wehmut mit. Viele hätten liebend gern zuerst ein Little Nightmares 3 gesehen und hätten die vertraute Welt noch einmal besucht, bevor etwas Neues beginnt. Was dabei oft vergessen wird: Die Rechte an Little Nightmares liegen bei Bandai Namco, nicht bei Tarsier selbst. Das Studio kann also nicht einfach spontan beschließen, einen dritten Teil zu entwickeln. Vor diesem Hintergrund wirkt REANIMAL wie ein bewusster Befreiungsschlag: Statt ewig auf grünes Licht für eine Fortsetzung zu warten, schafft Tarsier ein eigenes Universum, in dem sie komplett die Kontrolle behalten.
Die ersten spielbaren Eindrücke von der Gamescom 2025 deuten darauf hin, dass dieser Schritt sich lohnen könnte. Journalistinnen und Journalisten berichten von einem kurzen, aber dichten Demoabschnitt, in dem sofort klar wird, dass Tarsier das Gefühl von Bedrohung im Griff hat. Die Kamera setzt die Spielfigur klein und verletzlich in Szene, Räume wirken überdimensioniert und feindselig, und Soundeffekte flüstern im Hintergrund, während seltsame Details im Leveldesign zum Spekulieren einladen. Anstatt alles auszuerklären, lässt REANIMAL die Spielerinnen und Spieler die Geschichte aus Blicken, Schatten und Geräuschen zusammensetzen.
Genau diese langsame, unterschwellige Art von Horror hat Little Nightmares einst zum Kult gemacht und lässt die Erwartungen an REANIMAL weiter steigen. Der Markt für Horrorspiele ist heute deutlich dichter: Remakes, Indie-Experimente, Coop-Schocker und Story-Horror kämpfen gleichzeitig um Aufmerksamkeit. Doch im Bereich der atmosphärischen Side-Scrolling-Abenteuer mit Rätsel- und Stealth-Elementen gibt es nur wenige Studios, die so viel Erfahrung mitbringen wie Tarsier. Sollte die Vollversion auf dem aufbauen, was die Demo bereits andeutet – clevere Puzzles, konstante Anspannung und eine Welt, in der jedes Objekt bewusst platziert scheint –, spricht vieles dafür, dass REANIMAL nicht nur ein einmaliges Projekt bleibt.
Auch das Publishing-Szenario zeigt, dass hier mehr als nur ein kleiner Genre-Titel geplant ist. Der gleichzeitige Release auf allen wichtigen Plattformen, der bewusst moderate Preis im Vergleich zu vielen überteuerten AAA-Horrorspielen und ein auffälliger Look, der sich in Trailern und Streams sofort einprägt, lassen erkennen, dass Tarsier langfristig denkt. Während Little Nightmares parallel weiterhin in andere Medien und Spin-offs hineinwächst, positioniert sich REANIMAL als potentielle zweite Säule im Portfolio des Studios.
Wer ausschließlich auf Little Nightmares 3 gehofft hat, wird sich anfangs vielleicht schwer mit dem Richtungswechsel tun. Doch gerade diese neue IP könnte am Ende dafür sorgen, dass die Kreativität von Tarsier nicht in einer einzigen Marke gefangen bleibt. Am 13. Februar 2026 entscheidet sich, ob REANIMAL das Studio endgültig aus dem Schatten seines eigenen Klassikers führt und eine neue Ära von Albträumen einläutet. Für langjährige Fans wie für Neulinge gilt jedenfalls: Es wartet eine seltsam vertraute, aber doch völlig neue Welt, in der man sich klein, beobachtet und erstaunlich schnell sehr unwohl fühlt.