Honor hat sein gewagtestes Smartphone-Projekt der letzten Jahre erstmals ausführlich gezeigt: das Honor Robot Phone. Statt nur ein paar Renderbilder zu posten, hat die Marke das Konzeptgerät beim Honor User Carnival in China auf die Bühne gebracht – noch bevor es beim MWC 2026 in Barcelona offiziell ins Rampenlicht rückt. 
Damit wird aus einer schrägen Idee plötzlich ein echter Prototyp, den Besucher bereits live erleben konnten.
Roboter-Gimbal statt starrer Kamerainsel
Das Highlight des Robot Phone ist ein kleiner Roboterarm mit Gimbal, auf dem die Hauptkamera sitzt. Im Normalzustand ist das Modul sauber in einer Vertiefung der großen Kamerainsel versenkt. Startet man die Kamera-App oder ein Video, fährt der Arm heraus, kann kippen, schwenken und sanft nachführen. Anders als klassische optische Stabilisierung oder reine Software-Tricks bewegt sich hier die Kamera selbst – fast so, als hätte man einen winzigen Kameramann im Handy verbaut.
Damit lassen sich Perspektiven umsetzen, die mit einem normalen Smartphone nur schwer machbar sind: automatische Verfolgungsfahrten, sanfte Parallax-Bewegungen, leicht erhöhte oder besonders tiefe Winkel, ohne dass man Zusatzhardware wie einen separaten Gimbal mitschleppen muss. Gerade für kurze Clips, Reels und Vlogs eröffnet das Robot Phone Spielräume, die deutlich über das übliche „draufhalten und hoffen“ hinausgehen.
Farben, Materialien und Anmutung
Optisch gibt sich das Gerät klar als Premium-Smartphone zu erkennen. Honor zeigt das Robot Phone in Schwarz, Weiß und Gold. Je nach Variante kommt auf der Rückseite entweder eine Glasfläche zum Einsatz oder ein griffiger, lederartiger Überzug aus veganem Material. Um den Rahmen herum setzt die Marke auf Aluminium mit klaren Kanten, was ein bisschen an aktuelle High-End-Modelle von Apple erinnert, ohne diese plump zu kopieren.
Die Kamerainsel fällt bewusst groß aus, nicht nur als Designstatement, sondern weil dort der komplette Gimbal-Mechanismus steckt. Unterhalb der Kameras sitzt ein weiteres Glasfenster, das dem Rücken des Geräts eine mehrschichtige Optik gibt. Spätestens wenn der Roboterarm ausfährt, wirkt das Robot Phone nicht mehr wie ein beliebiges Rechteck, sondern wie ein kleines Filmrig im Hosentaschenformat.
KI als Regisseur im Hintergrund
Damit die bewegliche Hardware sinnvoll genutzt wird, packt Honor jede Menge KI-Funktionen oben drauf. Das Robot Phone soll Personen, Haustiere und relevante Objekte im Bild automatisch erkennen und den Kamerawinkel selbstständig nachführen. Läuft etwa ein Kind durchs Wohnzimmer oder ein Hund durch den Park, muss man nicht permanent nachjustieren – der Gimbal dreht nach und hält das Motiv zuverlässig im Fokus.
Für Creator klingt das fast wie ein Assistent am Set: Denkbar sind Sprachbefehle, mit denen man das Smartphone etwa nach links schwenken oder leicht nach oben kippen lässt, während der Arm die Bewegungen flüssig umsetzt. Zusammen mit Szenenerkennung, Farboptimierung, Nachtmodi und Beauty-Filtern könnte daraus ein Rundum-Paket für alle werden, die viel Video mit dem Handy produzieren, aber nicht ständig Profi-Equipment nutzen wollen.
Konzeptstatus und Ausblick auf den MWC 2026
Offiziell bleibt das Honor Robot Phone vorerst ein Konzept. Die Marke vermeidet klare Zusagen zu Preis, Marktstart oder Stückzahlen. Gleichzeitig macht die Tatsache, dass ein funktionierender Prototyp öffentlich gezeigt wird, deutlich: Hier handelt es sich nicht um eine reine Designstudie, sondern um ein Projekt, das intern ernst genommen wird.
Zum MWC 2026 dürften weitere technische Details folgen – vom Chipsatz über Speicher- und Akkugrößen bis hin zu der Frage, wie robust der Gimbalmechanismus nach mehreren Hundert oder Tausend Bewegungszyklen ist. Ob das Robot Phone am Ende wirklich im Handel landet oder als einmaliges Experiment in Erinnerung bleibt, ist offen. Eines hat Honor aber jetzt schon erreicht: In einem Markt, in dem viele Smartphones austauschbar wirken, bringt dieses Konzept wieder frische Diskussionen über mutiges Hardware-Design und neue Ansätze für mobile Fotografie und Videografie in Gang.
1 kommentar
Bin gespannt, ob der Akku das lange mitmacht, wenn KI und Motor permanent arbeiten