Eine verlassene Landstraße, ein müder Neonstreifen über einer winzigen Tankstelle, eine Nachtschicht, in der angeblich nichts passiert – und genau dort landet ein Ufo. 
In Roadside Research ist die Spätschicht an der Zapfsäule kein Nebenjob, sondern Tarnung für ein Forschungsteam aus dem All. Der Koop-Titel von Cybernetic Walrus und Publisher Oro Interactive wurde im Rahmen der Xbox Partner Preview erneut gezeigt und hat jetzt ein klares Ziel: Anfang 2026 soll das Spiel auf PC, Xbox Series X|S und direkt zum Start im Xbox Game Pass erscheinen.
Die Ausgangslage ist bewusst banal: Eine kleine Gruppe Aliens entscheidet sich, die Menschheit nicht durch Entführungen oder Geheimlabore zu studieren, sondern da, wo diesel wirklich wehtut – an einer ganz normalen Raststätten-Tankstelle. Damit die Tarnung hält, tragen die Figuren einfache Pappmasken mit krummen, fast kindlichen Gesichtern. Diese Gesichter sehen aus, als hätte jemand einen Menschen nur anhand eines verschwommenen Fotos nachgemalt. Sobald sie sich bewegen, Kisten schleppen oder an die Kasse watscheln, funktioniert der Gag perfekt: Die Masken sind so simpel, dass sie schon wieder genial sind.
Tankstelle außen, Alien-Forschung innen
Unter der Comedy-Haube steckt ein Kooperationsspiel mit deutlichem Management-Einschlag. Ihr übernehmt zusammen einen typischen Straßenrand-Stützpunkt: Autos müssen betankt, Regale mit Snacks und Getränken nachgefüllt, der Burgergrill bedient und der Pausenraum halbwegs sauber gehalten werden. Jeder Mensch, der die Tür öffnet, ist für die Tarnung ein Kunde – und für das Wissenschaftsteam ein Studienobjekt. Je reibungsloser ihr den Laden am Laufen haltet, desto mehr Daten sammelt ihr im Hintergrund über Verhalten, Geduld und Kaufgewohnheiten der Spezies Mensch.
Fast jede Aufgabe hat dabei eine zweite Ebene. Wenn ihr Chips und Energy-Drinks einräumt, zählt nicht nur, dass das richtige Produkt im Regal steht, sondern auch, wie die Kundinnen und Kunden darauf reagieren. Beim Tanken geht es nicht nur darum, die Zapfpistole in die korrekte Öffnung zu stecken, sondern nebenbei zu beobachten, wann Menschen ungeduldig werden oder wie sie bei Fehlern reagieren. Gleichzeitig hantiert ihr mit außerirdischen Geräten, Scanner blinken in der Ecke, Proben werden ausgewertet – und all das darf keiner der Erdlinge bemerken. Ein unbedachter Knopfdruck oder ein funkelndes Gadget mitten im Verkaufsraum, und die Fassade der „ganz normalen Tankstelle“ bekommt Risse.
Koop-Chaos: Vier Aliens, eine Schicht, viele Probleme
Roadside Research ist klar auf Koop für bis zu vier Personen ausgelegt. In der Theorie hat jede Rolle ihren Schwerpunkt: Eine Person kümmert sich vor allem um die Zapfsäulen, eine zweite um Kasse und Regale, eine dritte um Küche und Snacks, eine vierte spielt mit der Alien-Technik im Hinterzimmer. In der Praxis rennt aber früher oder später jede und jeder überall herum. Einer versucht, noch schnell ein Auto aufzutanken, während ein anderer mitten im Laden eine Kartonladung Konserven fallen lässt. Die Küche brennt halb, weil jemand die Pommes vergessen hat, und hinten im Lager brummt ein Scanner so laut, dass sich die Kundschaft misstrauisch umsieht. Aus diesem kontrollierten Durcheinander entsteht genau der Koop-Humor, aus dem lange Discord-Abende gemacht sind.
Trotzdem soll das Spiel auch allein funktionieren. Im Solo-Modus fühlt sich Roadside Research mehr wie eine Mischung aus kleiner Management-Simulation und Slapstick-Experiment an. Ihr springt zwischen Aufgaben hin und her, optimiert Wege, testet, wie viel Stress ihr eurem Alien zumuten könnt, und versucht nebenbei, das Forschungsziel nicht aus den Augen zu verlieren. Der Ton ist ruhiger, aber wer gerne zuerst in Ruhe Systeme versteht, bevor die Freundesgruppe alles in Brand steckt, findet hier genau das richtige Tempo.
Teil einer neuen Welle schräger Koop-Hits
Der Zeitpunkt könnte günstiger kaum sein. In den letzten Jahren haben Titel wie Lethal Company, Content Warning, R.E.P.O. oder Peak gezeigt, wie stark Spiele funktionieren, die vor allem eins liefern: Geschichten, die man danach weitererzählt. Es geht weniger um perfekte Builds und Endgame-Grind, sondern um Anekdoten wie „weißt du noch, als wir versucht haben, professionell zu wirken und stattdessen halb die Map abgefackelt haben“. Roadside Research will genau in diese Kerbe schlagen, nur ohne Horror – dafür mit Neonlicht, Motorengeruch und außerirdischer Bürokratie an der Zapfsäule.
Der Trailer aus der Xbox Partner Preview unterstreicht das: wackelnde Pappgesichter, ragdollartige Physik, staunende Kundschaft, die nicht weiß, warum plötzlich überall Müll herumliegt, und ein Team, das verzweifelt versucht, so zu tun, als wäre das alles völlig normal. Es ist leicht vorstellbar, wie Clips von missglückten Schichten in Feeds und Livestreams auftauchen, während Chat und Mitspielende diskutieren, wer diesmal wirklich schuld am Chaos ist.
Release-Zeitraum, Plattformen und Game Pass
Ursprünglich vor allem als PC-Titel wahrgenommen, kommt Roadside Research nun deutlich breiter aufgestellt. Angepeilt ist das erste Quartal 2026, mit Release auf Steam, Xbox Series X|S sowie über Xbox für PC und Cloud. Besonders spannend für Koop-Fans: Der Titel soll direkt zum Start im Xbox Game Pass landen. Für ein Spiel, das davon lebt, dass möglichst viele spontan mitmachen, ist das ein großer Vorteil.
Anstatt lange zu überlegen, ob sich ein Vollpreiskauf lohnt, können Gruppen einfach beschließen, den nächsten Spieleabend an der Alien-Tankstelle zu verbringen. Wenn das fertige Spiel das Versprechen der Präsentationen hält – leicht zu verstehen, schnell chaotisch, reich an kleinen Details, über die man lachen oder streiten kann – dann hat Roadside Research gute Chancen, eine dieser Überraschungen zu werden, die sich still und heimlich in die Koop-Hitlisten vieler Freundeskreise schleichen.
2 kommentare
wenn sich das so spielt wie es aussieht, wird bei uns kein einziger Kunde normal tanken, bevor irgendwas explodiert 😅
diese Papp-Gesichter sehen so billig aus, dass sie schon wieder perfekt sind, hab im Trailer direkt lachen müssen 😂