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Tides of Annihilation: Wenn ein Bosskampf London in ein arturianisches Schlachtfeld verwandelt

von ytools
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Tides of Annihilation ist beim aktuellen Xbox Partner Preview mit einem lauten Knall zurück aufgetaucht.
Tides of Annihilation: Wenn ein Bosskampf London in ein arturianisches Schlachtfeld verwandelt
Statt eines kurzen Teasers zeigte Entwickler Eclipse Glow Games einen ausgedehnten Bosskampf, der Gwendolyn mitten in einer zerstörten, magisch verfremdeten Version Londons in Szene setzt. Ein Release-Datum blieb zwar erneut aus, aber die gezeigten Minuten reichten locker aus, um das Spiel wieder ganz nach oben auf die Wunschlisten vieler Action-Fans zu katapultieren.

Der Ausschnitt beginnt wie ein kleines Kurzfilmchen: langsame Kamerafahrten über ein zerbrochenes Stadtpanorama, Fokus auf Mantel, Schwert und Silhouette der Protagonistin, bevor sich das Bild förmlich zusammenzieht und der Kampf explodiert. Kaum erscheint die Bosskreatur, füllen Projektile, Lichtblitze und Partikeleffekte die gesamte Arena. Plattformen brechen weg und setzen sich neu zusammen, der Hintergrund wirkt, als würde er gleich in tausend Glassplitter zerfallen. Es sieht spektakulär aus, aber auch bewusst überladen – die Art von Kampf, bei der man beim ersten Anschauen einfach staunend zuschaut und frühestens beim zweiten Durchlauf wirklich versucht zu analysieren, was Gwendolyn im Detail macht.

In den Kommentaren war der Vergleichsteppich schnell ausgerollt: Viele sehen in Tides of Annihilation eine wilde Mischung aus Final Fantasy XVI und Stellar Blade, verfeinert mit einer ordentlichen Portion Devil May Cry und Bayonetta. Schnelle Nahkampfkombos, stylishe Finisher, Bossphasen, die ganze Arenen umkrempeln – das alles ist klar im Revier der modernen Character-Action-Games verortet. Besonders hängen bleibt die Spiegelwelt-Sequenz des gezeigten Bosskampfes, in der sich die Umgebung krümmt, invertiert und spiegelt. In diesen Momenten erinnert das Spiel viele Zuschauer an das erste große Gameplay-Reveal von Black Myth: Wukong, nicht nur optisch, sondern auch vom Gänsehaut-Faktor her.

Trotz all dieser Assoziationen versucht Tides of Annihilation, ein eigenes Profil aufzubauen. Der Schauplatz ist eine neu interpretierte, von einer plötzlichen Invasion aus einer anderen Dimension zerrissene Metropole London. Statt Postkartenmotiven mit roten Doppeldeckerbussen gibt es schwebende Straßenschluchten, zerfetzte Gebäude, die halb in Kristallformationen, halb in Luft aufgelöst wirken, und Bruchstücke der Stadt, die wie lose Fragmente eines gescheiterten Zaubers im Raum hängen. Gwendolyn wird als letzte überlebende Einwohnerin eingeführt, eine einsame Kämpferin, die durch Ruinen streift, in denen jedes Detail daran erinnert, dass hier einmal eine reale Stadt stand, bevor die Realität aus dem Ruder lief.

Inhaltlich stützt sich das Spiel klar auf Motive der Artus-Sage. Zwischen den Effekten blitzen Hinweise auf legendäre Klingen auf, die sich wie Verwandte einer futuristischen Excalibur anfühlen, geisterhafte Ritter wirken wie verdrehte Schatten der Tafelrunde, und über allem schwebt das Versprechen, nach und nach herauszufinden, wer oder was die Grenze zwischen den Welten aufgerissen hat. Der im Preview gezeigte Boss wirkt dadurch nicht wie irgendein zufälliges Monster, sondern eher wie eine personifizierte Narbe dieses zersplitterten Kosmos. Mit jeder Phase verändert sich nicht nur sein Angriffsmuster, sondern auch die Bühne, was den Eindruck verstärkt, mitten in einer lebendigen Wunde der Welt zu kämpfen.

Gwendolyns Moveset selbst hinterlässt einen dynamischen Eindruck: schnelle Sprints, aggressive Dashes in den Nahkampf, präzise Ausweichmanöver im letzten Augenblick und Kombos, die Schwerttechnik und Magie mischen. Trotz des Effektfeuerwerks lassen sich in den Szenen klassische Lesemuster erahnen: klare Fenster für Ausweichrollen, Risiken, wenn man zu gierig auf Schaden geht, und Phasen, in denen Beobachtung wichtiger ist als blinder Angriff. Wenn Eclipse Glow es schafft, diese Lesbarkeit in der fertigen Version beizubehalten und die visuelle Reizüberflutung minimal zu entschärfen, könnte Tides of Annihilation sich von einem hübschen Trailer zu einem ernstzunehmenden Action-Hit entwickeln.

Gleichzeitig betont das Studio immer wieder, dass es nicht nur um Highlight-Clips geht. Tides of Annihilation wird als Singleplayer-Actionspiel vermarktet, in dem Story und Atmosphäre eine zentrale Rolle spielen sollen. Gwendolyns Weg durch das verwundete London ist als langsames Entschlüsseln eines Regelwerks zwischen Mythos und Urban Fantasy gedacht – mit Artus-Legenden als Unterbau und modernen Endzeitbildern als Kulisse. Gerade in einem Markt, der von Slashers und Soulslikes überfüllt ist, wirkt diese Kombination aus forderndem Kampfsystem, starkem Setting und mythologisch aufgeladenem Plot wie ein bewusst gewählter Differenzierungsversuch.

Der größte offene Punkt bleibt jedoch unverändert: Ein konkretes Veröffentlichungsdatum gibt es weiterhin nicht. Sicher ist bislang nur, dass Tides of Annihilation für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S erscheint und damit auf allen aktuellen Plattformen mitmischt. Nach dem neuen Bosskampf-Trailer haben viele Spieler das Spiel nicht nur auf ihre Wunschliste gesetzt, sondern innerlich schon Platz im Kalender für einen potenziellen Day-One-Kauf reserviert – in der Hoffnung, dass sich hinter dem Effektgewitter am Ende ein Action-RPG verbirgt, das dem Hype standhält.

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2 kommentare

LunaLove December 9, 2025 - 4:05 pm

verfolge das Game seit dem ersten State-of-Play-Auftritt, diese Vorschau hat nur bestätigt, dass das mein nächster großer Slasher wird

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Hackathon January 17, 2026 - 10:50 pm

Artstyle und Inszenierung waren vorher schon spannend, aber nach diesem Bosskampf ist das Ding bei mir safe Kandidat für Day-One-Kauf

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