Die Poco-F8-Familie ist offiziell noch nicht vorgestellt, aber im Netz liegt sie gefühlt schon komplett auf dem Seziertisch. Nachdem kürzlich die mutmaßlichen Daten zum Poco F8 Ultra aufgetaucht sind, ist nun das kleinere Poco F8 Pro dran: Ein umfangreicher Leak zeichnet das Bild eines sehr ehrgeizigen Mittelklasse-Flaggschiffs, das Ende November auf einem globalen Launch-Event in Bali, Indonesien, vorgestellt werden soll.
Von Poco selbst gibt es bereits einige Teaser zu Chip, Akku und Displaygröße. 
Der neue Leak setzt genau dort an und ergänzt die bislang fehlenden Details: Kameras, Speicherstandards, Schutzklasse und viele Feinheiten, die am Ende darüber entscheiden, ob sich ein Smartphone im Alltag wirklich wie ein „Flaggschiff-Killer“ anfühlt – oder eben nur so genannt wird.
Auf der Frontseite soll das Poco F8 Pro ein flaches AMOLED-Panel mit 6,59 Zoll Diagonale bieten, basierend auf LTPS-Technik, mit einer Auflösung von Full HD Plus und einer Bildwiederholrate von 120 Hz. Scrollen, Feeds durchwischen und Zocken dürften damit sehr geschmeidig laufen. Was fehlt, ist LTPO: Eine adaptiv arbeitende Anzeige, die die Bildfrequenz stärker an den Inhalt anpasst und Energie spart. In der Preisklasse, in der das F8 Pro vermutlich landen wird, erwarten viele Enthusiasten 2025 genau dieses Feature – und werden die Abwesenheit entsprechend diskutieren.
Leistung und Speicher lesen sich hingegen durch und durch nach Oberklasse. Im Leak ist von LPDDR5X-Arbeitsspeicher und schnellem UFS-4.0-Speicher die Rede. Beides zusammen sorgt dafür, dass Apps blitzschnell starten, Spiele zügig laden und große Datenmengen ohne große Wartezeiten bereitstehen. Umso kurioser wirkt das Gerücht, Poco könne trotzdem bei einer einfachen USB-2.0-Buchse bleiben. Auf dem Papier hätte man dann High-End-Speicher im Gerät, aber beim Kopieren von 4K-Videos per Kabel wäre man wieder im Schneckentempo unterwegs – ein Widerspruch, den viele Nutzer in den Kommentarspalten schon jetzt bemängeln.
Richtig interessant wird es beim Kamerasetup. Hinten soll das Poco F8 Pro eine Dreifachkamera mit 50-Megapixel-Hauptsensor, einer 50-Megapixel-Periskop-Telekamera mit 2,5-fachem optischem Zoom und einem 8-Megapixel-Ultraweitwinkel bekommen. Gerade die Telekamera sticht hervor, denn in der gehobenen Mittelklasse gibt es immer noch viele Geräte, die auf einen echten optischen Zoom verzichten. Konzerte, Sportereignisse, Städteaufnahmen aus der Distanz oder einfach nur Portraits mit etwas Abstand könnten damit deutlich besser aussehen. Für Selfies und Videochats ist eine 20-Megapixel-Frontkamera vorgesehen, die genug Reserven für Social-Media-Filter, Stories und hochauflösende Videocalls mitbringt.
Beim Laden dreht Poco ebenfalls kräftig an der Schraube. Das F8 Pro soll laut Leak kabelgebunden bis zu 100 Watt vertragen, sodass ein kurzer Stopp an der Steckdose ausreichen könnte, um viele Stunden Nutzung nachzutanken. Als Fingerabdruckleser kommt angeblich ein ultraschallbasiertes Modul zum Einsatz, das im Vergleich zu klassischen optischen In-Display-Sensoren schneller und zuverlässiger entsperrt – selbst dann, wenn der Finger leicht feucht ist. Dazu kommt eine Schutzklasse IP69, die für Staubdichtigkeit und Widerstand gegen starke Wasserstrahlen steht und in dieser Geräteklasse eine Seltenheit ist.
Auch beim Gehäuse möchte Poco offenbar mehr Premium-Gefühl vermitteln. Eine Metallrahmen-Konstruktion soll für Stabilität und einen wertigen Eindruck sorgen, während die Lautsprecher mit „Sound by Bose“ beworben werden. Das deutet darauf hin, dass man nicht nur laut, sondern auch klanglich ausgewogener sein will – interessant für alle, die gern Serien auf dem Handy schauen oder ohne Kopfhörer zocken. Mit einem Gewicht von rund 199 Gramm liegt das Gerät in einem Bereich, der noch gut in der Hand liegt, aber genug Substanz bietet, um nicht billig zu wirken.
Ein Thema, das jetzt schon polarisiert, sind die Farben. Der Leak spricht von eher zurückhaltenden Varianten wie Grau und einem hellen Blau oder Cyan. Manche Poco-Fans hätten sich dagegen wieder ein knalliges Gelb oder gleich eine zweifarbige gelb-schwarze Version gewünscht, die den Markencharakter stärker unterstreicht. Wer zuvor schon auf dezente Geräte gesetzt hat, dürfte sich einfach für Schwarz entscheiden – und per Hülle farblich nachhelfen.
Damit sind wir bei einem Punkt, den jede Generation von Poco- und Xiaomi-Smartphones begleitet: der Kamerabuckel. Durch das Periskop-Modul wird die Kamerainsel vermutlich deutlich aus dem Gehäuse hervorstehen, was auf dem Tisch zu einem Wackel-Effekt führt. Viele Nutzer greifen deshalb gezielt zu robusten Hüllen, die die Rückseite so weit wie möglich begradigen und das Hin- und Herkippen minimieren. Für manche ist ein Case fast wichtiger als das Farbfinish, weil es genau dieses Alltagsproblem löst.
Softwareseitig soll das Poco F8 Pro mit HyperOS 3 auf Basis von Android 16 starten. Das verspricht moderne Features, optisch aufgefrischte Menüs und hoffentlich mehrere Jahre an Updates und Sicherheitspatches. Zusammen mit der kräftigen Hardware sollte das System im Alltag flott reagieren, egal ob man eher zwischen Messenger-Apps hin- und herspringt oder regelmäßig grafiklastige Games spielt.
Unterm Strich zeichnet der Leak das Bild eines sehr offensiv positionierten Mittelklasse-Boliden: 120-Hz-AMOLED, LPDDR5X und UFS 4.0, eine lang ersehnte Periskop-Telekamera, 100-Watt-Schnellladen, IP69, Metallrahmen und Bose-Sound – das alles liest sich beeindruckend. Gleichzeitig könnten das fehlende LTPO-Panel und die mutmaßliche USB-2.0-Schnittstelle genau die Punkte sein, an denen Power-User Kritik üben. Ob Poco den Spagat zwischen scharf kalkuliertem Preis und möglichst wenigen Kompromissen hinbekommt, wird sich endgültig zeigen, wenn in Bali der Vorhang für die F8-Serie fällt.
3 kommentare
Wenn Poco das F8 Pro preislich knapp unter den „echten“ Flagship-Konkurrenten hält, könnte das Ding für viele das spannendste Phone des Jahres werden
IP69, Metallrahmen und Bose-Sound in der Mittelklasse sind schon ziemlich overkill, aber genau das macht das Ding interessant 😁
Die Farben klingen mega langweilig, grau und hellblau hab ich schon tausendmal gesehen. Am Ende wird’s eh wieder ein schwarzes Modell plus bunte Hülle