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Snapdragon 8 Elite Gen 5 vs. Exynos 2600: der Chip, der über den Galaxy-Kauf entscheidet

von ytools
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Im Android-Highend-Segment kaufen viele Nutzer ihr Smartphone längst nicht mehr nur nach Marke, Kamera oder Display.
Snapdragon 8 Elite Gen 5 vs. Exynos 2600: der Chip, der über den Galaxy-Kauf entscheidet
Immer häufiger entscheidet der Blick auf den Chip im Inneren. Und genau dort hat sich Qualcomms Snapdragon in den letzten Jahren zu einer Art Gütesiegel entwickelt: Wer zockt, viel multitaskt oder einfach auf Nummer sicher gehen will, greift reflexartig zu einem Gerät mit Snapdragon-Logo.

Eine neue, von Qualcomm in Auftrag gegebene Umfrage untermauert diesen Eindruck. Laut den veröffentlichten Zahlen sind die Befragten drei Mal eher bereit, ein Smartphone mit Snapdragon-SoC zu wählen – und würden im Schnitt rund 16 Prozent Aufpreis akzeptieren, solange ein Snapdragon im Datenblatt steht. Anders gesagt: Viele planen von Anfang an ein kleines Chip-Budget ein, nur um kein Gerät mit weniger angesehenem Prozessor zu erwischen.

Für Qualcomm ist das ein Traum, für die Konkurrenz eine ziemlich unangenehme Ausgangslage. Besonders unter Druck steht Samsung. Der Konzern arbeitet seit Jahren daran, mit der eigenen Exynos-Reihe unabhängiger zu werden, und möchte den neuen Exynos 2600 zu einer tragenden Säule der kommenden Galaxy-S26-Familie machen. Aus Sicht der Buchhaltung klingt das perfekt: mehr Kontrolle über die Plattform und geringere Kosten pro Gerät.

Die Umfrageergebnisse erzählen allerdings eine andere Geschichte. Das koreanische Medium Chosun zitiert die Studie, nennt weder das Marktforschungsinstitut noch die genaue Teilnehmerzahl, im Hintergrund ist von etwa tausend Personen die Rede. Für ein globales Meinungsbild ist das wenig, und jede herstellerfinanzierte Umfrage verdient eine gesunde Portion Skepsis. Trotzdem passt das Ergebnis erstaunlich gut zu dem, was man seit Jahren in Foren, Kommentarspalten und YouTube-Reviews liest.

Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Nutzer kaufte sich ein klappbares Galaxy Flip mit Exynos-Chip. Design, Scharnier, Display, One UI – alles gefiel. Im Alltag schlichen sich jedoch immer mehr Fragezeichen ein: Apps öffneten sich einen Tick langsamer, anspruchsvolle Games ließen das Gerät deutlich wärmer werden, der Akku schmolz schneller dahin, und das Laden wirkte weniger souverän als bei vergleichbaren Snapdragon-Modellen. Am Ende ging das Flip zurück und wurde gegen ein Motorola Razr Ultra mit Snapdragon 8 Elite Gen 5 getauscht. Gleiche Geräteklasse, aber das Gefühl im täglichen Gebrauch: deutlich runder, stabiler, weniger Kompromisse.

Spannend: In derselben Familie nutzt die Partnerin weiterhin ein Flip mit Exynos und ist vollkommen zufrieden. Ihr Alltag besteht aus Messenger, Fotos und Hörbüchern – für diesen Nutzungsmix reicht Exynos völlig. Genau hier verläuft die Trennlinie: Für viele Normalnutzer ist der Chip egal, Hauptsache das Handy funktioniert. Für Enthusiasten und Vielnutzer entscheidet der SoC dagegen darüber, ob ein Gerät empfehlenswert ist oder durchfällt.

Für Samsung ergibt sich damit ein echter Spagat. Finanziell wäre es attraktiv, so viele Galaxy-S26-Modelle wie möglich mit dem eigenen Exynos 2600 auszuliefern. Gleichzeitig ist der Konzern an einen mehrjährigen Deal mit Qualcomm gebunden. Nach aktuellen Berichten sollen rund 75 Prozent der Galaxy-S26-Geräte mit dem Snapdragon 8 Elite Gen 5 erscheinen, der Rest mit Exynos 2600. Ein abrupter Komplettwechsel auf Exynos würde Vertragsstrafen nach sich ziehen – und wohl einen Sturm der Entrüstung bei den Fans auslösen.

Auf Seiten von Qualcomm ist diese Konstellation das Ergebnis jahrelanger Arbeit. Die Highend-Snapdragons haben sich zur Standardlösung für Android-Flaggschiffe entwickelt, während einzelne Exynos-Generationen mit Hitzeproblemen, Leistungsverlust unter Last und schwächerer Grafik in Erinnerung geblieben sind. Selbst in Jahren, in denen Datenblätter ähnlich aussahen, berichteten Tester immer wieder von besserer Akkulaufzeit und mehr Konstanz bei Galaxy-Varianten mit Snapdragon im Vergleich zu den Exynos-Pendants in anderen Regionen.

Kein Wunder also, dass laut Studie 84 Prozent der Befragten Qualcomm als Marktführer bei Smartphone-Chips sehen und viele bereit sind, einen spürbaren Aufpreis für Snapdragon zu zahlen. In einem Markt, in dem jedes Flaggschiff verspricht, schnell, flüssig und smart zu sein, suchen Käufer einfache Orientierungspunkte. Für die einen ist das die Displayfrequenz, für andere die Kamera-Marke – für viele ist es inzwischen der Name des SoC. Snapdragon steht für ein kalkulierbares Leistungsniveau, Exynos dagegen für eine Wundertüte, bei der man erst Tests abwarten möchte.

Im Exynos-Team soll genau das mit dem Exynos 2600 aufgebrochen werden. Interne Berichte sprechen von mehr Fokus auf Effizienz, Temperaturkontrolle und enger Abstimmung mit der Software. Statt nur auf Benchmarks zu schielen, will Samsung den Chip konsequent auf das Zusammenspiel mit Galaxy- und One-UI-Funktionen zuschneiden. Ziel wäre, dass Nutzer beim nächsten Galaxy S26 gar nicht mehr auf den Chip-Namen achten müssen.

Nur: Vertrauen baut man nicht mit einem einzigen gelungenen Jahrgang wieder auf. Zu viele Nutzer haben in der Vergangenheit erlebt, dass die Exynos-Variante des gleichen Smartphones spürbar schwächer war. Solange Umfragen zeigen, dass die überwältigende Mehrheit Qualcomm an der Spitze sieht, bleibt der Weg zurück für Exynos lang. Kurzfristig sitzt Samsung in der Zwickmühle: Die Controller wollen eigene Chips, die Marketingabteilung weiß, dass die lauteste Zielgruppe weiter nach Snapdragon 8 Elite Gen 5 ruft. Und Qualcomm? Die Firma in San Diego kann zusehen, wie Markenstärke sich direkt in Preismacht verwandelt – während Samsung und auch MediaTek mit seinen Dimensity-Chips erst beweisen müssen, dass sie mehr sein können als die zweite Wahl.

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1 kommentar

TurboSam December 4, 2025 - 2:44 pm

Snapdragon ist vielleicht nicht magisch, aber man weiß wenigstens, was man bekommt. Bei Exynos ist es jedes Mal ein Glücksspiel: entweder ok oder man ärgert sich zwei Jahre lang über Throttling

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