Das Remake von Assassin’s Creed IV Black Flag wirkt inzwischen weniger wie ein vager Wunschtraum der Community und mehr wie ein Projekt, das im Hintergrund längst volle Fahrt aufgenommen hat. In Geschäftsberichten der Ubisoft, bei Brancheninsidern und in europäischen Medien tauchen immer wieder Hinweise auf dasselbe Spiel auf: eine Neuauflage des Piraten-Epos, die offenbar auf einen Release rund um März 2026 zusteuert. Offiziell gesagt hat dazu noch niemand etwas Konkretes, aber die Vielzahl an übereinstimmenden Signalen lässt den Gerüchtestatus deutlich über ein simples ‚mal schauen‘ hinauswachsen.
Besonders spannend: Die Infos stammen nicht aus wilden Social-Media-Threads, sondern aus Quellen, die normalerweise eher trocken daherkommen. 
Im aktuellen Quartals- und Halbjahresbericht spricht Ubisoft von einem noch unangekündigten Titel, der vor Ende des laufenden Geschäftsjahres erscheinen soll – also vor Ende März 2026. Kurz darauf meldet sich Insider Gaming und ordnet genau dieses Fragezeichen als Assassin’s Creed IV Black Flag Remake ein. Termin, interne Roadmaps und die bisherige Release-Strategie der Reihe passen verblüffend gut zusammen.
Vom nüchternen Finanzdokument zum Hype-Thema
Eigentlich ist es fast ironisch, dass ausgerechnet eine Fußnote in einem Geschäftsbericht den Stein ins Rollen bringt. Aber die Idee eines Black-Flag-Comebacks wabert schon länger durch die Szene. Bereits im Juni 2023 machten erste Leaks die Runde, laut denen Ubisoft gezielt prüft, welche älteren Serienteile sich für eine größere Neuauflage anbieten. Black Flag stand dabei schnell ganz oben auf der Wunschliste vieler Fans – zu beliebt ist der Mix aus Meuchelmorden, Rum, Navalschiffen und Seemannsliedern.
Ein Jahr später gießt dann CEO Yves Guillemot noch etwas Öl ins Feuer. In einem Interview kündigt er an, dass man mit Remakes früherer Assassin’s-Creed-Spiele rechnen dürfe, vermeidet aber jeden konkreten Titel. Das reicht der Community natürlich völlig aus, um zu spekulieren: Kommt zuerst die Ezio-Trilogie, ein Remake des allerersten Teils oder doch der Piratenausflug mit Edward Kenway, der für viele bis heute das „rundeste“ Abenteuer der Reihe ist?
Ein Synchronsprecher redet sich um Kopf und Kragen
Den deutlichsten Hinweis liefert ausgerechnet die Stimme der Hauptfigur. Mitte 2025 lässt Synchron- und Schauspieler Matt Ryan, der Edward Kenway im Original vertont, in einem Gespräch beiläufig fallen, dass Fans den Mantel des Piraten möglicherweise „früher als gedacht“ noch einmal überstreifen dürfen. Er sagt zwar nie explizit das Wort Remake, aber der Subtext ist so klar, dass Ubisoft laut Berichten hinter den Kulissen alles andere als begeistert reagiert und juristische Schritte andeutet.
Wenn ein Publisher derart nervös wird, nur weil jemand ein bisschen zu offen über einen alten Charakter plaudert, ist das normalerweise ein ziemlich deutliches Zeichen: Hier liegt kein bloßer Marketing-Gag vor, sondern ein real existierendes Projekt, das man eigentlich zu einem späteren Zeitpunkt enthüllen wollte. Spätestens ab diesem Moment wirkt die Black-Flag-Rückkehr weniger wie Wunschdenken und mehr wie eine Frage des Timings.
Was sich im Remake angeblich grundlegend ändert
Für zusätzliche Nahrung sorgt im September ein Bericht des französischen Magazins Jeux Video. Dessen Quellen zeichnen das Bild eines Remakes, das mehr ist als ein Grafik-Upgrade mit höherer Auflösung. Besonders auffällig: Die Abschnitte in der Gegenwart, in denen man anonym durch sterile Abstergo-Büros stapft, sollen stark reduziert oder komplett gestrichen werden. Genau diese Passagen wurden damals von vielen als Tempo-Bremse und Stimmungskiller empfunden – weg von Sonne, Schießpulver und Karibik, hinein in Neonlicht und Kaffeemaschinen.
Stattdessen wolle Ubisoft deutlich mehr Zeit und Ressourcen in Edward Kenway und seine unmittelbare Welt stecken. Die Rede ist von zusätzlichen Nebenmissionen rund um die Crew, erweiterten Geschichten in den Hafenstädten, mehr Geheimnissen auf entlegenen Inseln und neuen Aktivitäten auf hoher See. Kurz gesagt: weniger Meta-Plot, mehr Piratenfantasie.
Gleichzeitig soll die spielerische Basis an die moderne Ausrichtung der Reihe angepasst werden. Seit Assassin’s Creed Origins haben sich die Spiele klar in Richtung Action-RPG entwickelt – mit Levelsystemen, Skillbäumen, Loot-Schleifen und deutlich mehr Build-Experimente. Laut den Gerüchten zieht das Black-Flag-Remake hier nach: Edward könnte ausgeprägtere Talentpfade bekommen, der Jackdaw-Ausbau stärker an Spielstil und Ausrüstung gekoppelt werden, und Entscheidungen bei Fähigkeiten und Waffen nicht nur kosmetisch, sondern spürbar ins Gameplay greifen.
Zwischen PS4 und PS5: Wie viel besser kann es aussehen?
Beim Thema Grafik entbrennt unter Fans eine altbekannte Debatte. Viele Spieler sind der Meinung, dass der Sprung von späten PS4-Titeln zu aktuellen PS5-Spielen längst nicht so dramatisch wirkt wie frühere Generationswechsel. Aussagen wie „zwischen den Versionen sieht man doch kaum Unterschied“ liest man unter jedem zweiten Remake-Post. Und tatsächlich: Wer heute den Original-Black-Flag-Code startet, merkt schnell, dass das Spiel erstaunlich gut gealtert ist.
Trotzdem eröffnet moderne Technik gewisse Optionen, die damals schlicht nicht drin waren. Dichtere Menschenmengen in Häfen, lebendigerer Dschungel auf Inseln, glaubwürdiger Wellengang, dynamischere Stürme und vor allem deutlich bessere Beleuchtung können die Atmosphäre spürbar verdichten. Kombiniert mit SSD-Ladezeiten, die Fast-Travel und Schiffswechsel quasi nahtlos machen, und überarbeiteten Interfaces für Karte, Inventar und Schiffsausbauten, entsteht schnell ein Komfortniveau, das man nach ein paar Stunden nicht mehr missen möchte.
Brauchen wir wirklich ein Remake eines Zwölfjährigen?
Die eigentliche Streitfrage lautet aber: Muss man ein Spiel von 2013 wirklich neu auflegen, anstatt es einfach zugänglich zu halten und eventuell technisch leicht zu pflegen? Ein nicht kleiner Teil der Community meint, Ubisoft sollte mutiger in neue Marken investieren oder innerhalb von Assassin’s Creed radikalere Experimente wagen, statt sich wieder auf einen bewährten Publikumsliebling zu stützen. Black Flag ist schließlich immer noch auf vielen Plattformen erhältlich und taucht regelmäßig in Sales oder Abo-Diensten auf.
Aus Verlagssicht ist die Entscheidung dagegen fast schon selbstverständlich. Black Flag gilt als einer der populärsten Serienteile, Piratenszenen funktionieren in Trailern praktisch immer, und der Name Edward Kenway weckt sofort nostalgische Gefühle. Ein Remake dieser Größenordnung ist ein relativ risikoarmer Anker im Release-Kalender: bekannte Marke, populäres Setting, überschaubare Überraschungen. Dazwischen lassen sich neue, experimentellere Projekte positionieren, ohne dass die Marke Assassin’s Creed aus der Wahrnehmung verschwindet.
Delisting-Angst und die Frage nach Spieleerhaltung
Parallel zum Hype wächst eine Sorge, die man in den letzten Jahren immer häufiger sieht: Was passiert mit dem Original, wenn das Remake erscheint? Andere Publisher haben ältere Versionen schon von digitalen Stores entfernt, um „Verwirrung zu vermeiden“ – übersetzt: damit Käufer nicht versehentlich zur günstigeren, alten Variante greifen. In Foren liest man daher zunehmend halb-ernste Ratschläge in Richtung „kauft euch lieber jetzt noch das Original, bevor es kommentarlos verschwindet“.
Viele Spieler haben Black Flag allerdings ohnehin längst in irgendeiner Bibliothek und sehen ein Remake eher als alternative Schnittfassung statt als Ersatz. Für sie wäre das Idealszenario klar: Das Original bleibt kaufbar, vielleicht sogar mit einem kleinen Legacy-Label, während die Neuauflage als moderne, umfangreicher verzweigte Variante danebensteht. Genau an solchen Beispielen entscheidet sich, wie ernst die Branche das Thema Spieleerhaltung wirklich nimmt – oder ob kurzfristige Verkaufsziele am Ende immer schwerer wiegen.
Wann wir mit Ankündigung und Release rechnen können
Geht man von den Datumsangaben der Insider aus, zielt Ubisoft auf eine Veröffentlichung in der Woche um den 23. März 2026 – genau zum Ende des Geschäftsjahres. Das würde bedeuten, dass die offizielle Enthüllung spätestens Ende 2025 stattfinden müsste. Als Bühne drängt sich geradezu The Game Awards auf, die am 11. Dezember 2025 laufen und traditionell als Schaulaufen für Weltpremieren dienen. Passend dazu kursieren Gerüchte, dass auch das seit Jahren versprochene Prince-of-Persia-Remake dort endlich wieder auftauchen könnte.
Bis Ubisoft tatsächlich Logo, Trailer und Release-Date rausrückt, bleibt all das natürlich eine sorgfältig zusammengesetzte Gerüchte-Collage. Doch wenn Finanzberichte, Chef-Statements, ein redseliger Synchronsprecher und mehrere etablierte Medien unabhängig voneinander in dieselbe Richtung zeigen, wirkt ein Assassin’s Creed IV Black Flag Remake nicht mehr wie ein Hirngespinst. Eher so, als sei das Schiff längst vom Stapel gelaufen – und wir nur noch darauf warten, dass Ubisoft die Kanonen salutieren lässt.
3 kommentare
alle meckern über remakes und ich freu mich einfach drauf, noch mal durchs karibische meer zu ziehen, diesmal ohne ladebildschirm-orgien 🙂
wenn sie die öden abstergo-büros rausschmeißen und mich einfach nur segeln und plündern lassen, bin ich schon halb überzeugt 😂
ich wette fast drauf, dass sie das alte black flag heimlich aus den stores nehmen, hab mir sicherheitshalber überall ne kopie gegönnt 😅