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Assassin’s Creed Black Flag Remake: Zwischen Hype, Skepsis und Piratenromantik

von ytools
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Offiziell schweigt Ubisoft weiter, aber für viele Fans ist das Geheimnis längst keins mehr: Hinter dem rätselhaften „unangekündigten Premium-Titel“, den der Publisher noch vor Ende des laufenden Geschäftsjahres bringen will, soll ein vollständiges Remake von Assassin’s Creed Black Flag stecken. Laut jüngsten Geschäftsberichten und einem Bericht von Insider Gaming ist der Release für das Ende des Finanzjahres angesetzt – konkret wird die Woche um den 23.
Assassin’s Creed Black Flag Remake: Zwischen Hype, Skepsis und Piratenromantik
März 2026 genannt.

In der aktuellen Telefonkonferenz mit Investoren betonte Ubisoft einmal mehr, wie stark die Marke Assassin’s Creed weiterhin performt. Neben den bereits bekannten Spielen taucht in den Präsentationsfolien aber ein weiterer großer Titel auf, dessen Name verschwiegen wird. Genau dort verorten Insider das Black-Flag-Remake, und zwar nicht als schnellen 4K-Remaster, sondern als umfassende Neuauflage. Federführend sei Ubisoft Singapore – jenes Studio, das maßgeblich am Seeschlacht-System des Originals beteiligt war und später das langjährige Sorgenkind Skull and Bones übernahm. Für Fans ist das eine Mischung aus Hoffnung und Bauchschmerzen.

Ziel der Neuauflage soll es sein, Black Flag auf das Niveau der modernen Assassin’s-Creed-Teile mit stärkerem RPG-Fokus zu heben, ähnlich wie bei Assassin’s Creed Shadows. Die Rede ist von deutlich aufgebohrter Grafik, dichter bevölkerten Hafenstädten, lebendigen Inseln, überarbeiteten Skill-Bäumen und einem Kampfsystem, das Edward Kenway treu bleibt, sich aber nicht mehr wie ein Relikt aus der Pre-Origins-Ära anfühlt. Dazu kommen laut Berichten völlig neue Quests, zusätzliche Schatzrouten, mehr optionale Aktivitäten und feinere Details an Bord der Jackdaw, damit selbst Fan-Veteraninnen und -Veteranen das Gefühl haben, wirklich etwas Neues zu entdecken.

Der wohl umstrittenste Schritt betrifft ausgerechnet den erzählerischen Rahmen: Die Gegenwartsabschnitte in den Büros und Labors von Abstergo sollen komplett gestrichen werden. Für einen Teil der Community ist das ein Tabubruch, weil genau diese Segmente die Brücke zum großen Assassinen-vs.-Templer-Metaplot schlagen. Andere jubeln innerlich, denn seit Jahren gelten die „Walk-and-Talk“-Passagen im Büro als Tempo-Killer, die man möglichst schnell wegklickt, um wieder aufs Schiff zu kommen. In Foren taucht bereits eine alternative Wunschliste auf: Wenn Ubisoft etwas radikal kürzen möchte, dann bitte zuerst die berüchtigten Schleich- und Beschattungsmissionen, in denen ein minimaler Fehler direkt zum Neustart führt.

Fast schon nostalgisch wird über Features gesprochen, die ziemlich sicher nicht wiederkehren. Dazu gehört die damalige Companion-App, mit der man abseits von PC oder Konsole Flotten managen und Ressourcen einsammeln konnte. Viele erinnern sich daran, wie sie in der Mittagspause im Büro kurz das Handy zückten, um Schiffe auf lukrative Routen zu schicken. Das war eines der wenigen Second-Screen-Experimente, das Fans tatsächlich genutzt haben. Beim Remake rechnet kaum jemand seriös damit, aber die Erinnerung daran färbt die Erwartungshaltung deutlich.

Unstrittig ist dagegen, wie stark die Piratenfantasie von Black Flag bis heute wirkt. In Kommentarspalten erzählen Spielerinnen und Spieler davon, wie sie ganze Abende damit verbrachten, den Anker nie zu werfen: nur segeln, Sturmfronten jagen, legendäre Kriegsschiffe herausfordern, in Wracks abtauchen und der Crew beim Shanty-Singen zuhören. Für viele war dies der Punkt, an dem Assassin’s Creed die historischen Dächer verließ und endgültig zur großen Piraten-Sandbox wurde. Gleichzeitig gibt es aber auch die Fraktion, die Black Flag für überbewertet hält, die Landmissionen als eintönig empfindet und die Charakterzeichnung im Vergleich zu Origins oder Valhalla eher blass findet.

Diese Spaltung spiegelt sich eins zu eins in der Stimmung rund um das Remake wider. Auf der einen Seite stehen Fans, die halb im Spaß, halb im Ernst schon jetzt vom „Game of the Year 2026“ sprechen und sich auf Next-Gen-Wellen freuen, die im 4K-HDR-Licht an der Jackdaw zerschellen. Auf der anderen Seite haben sich viele an Piratenspielen verbrannt – nicht zuletzt an Skull and Bones, das für viele als verpasste Chance gilt. Sie befürchten, dass Ubisoft am Ende nur einen aufpolierten Remaster mit „Remake“-Label und aggressiver Monetarisierung liefert.

Entscheidend wird sein, wie viel gestalterische Freiheit Ubisoft Singapore bekommt. Die Community wünscht sich sichtbar modernisierte Animationen, dynamischere Entermanöver, mehr zufällige Begegnungen auf hoher See und ein Stealth-System, das sich eher an der post-Origins-Phase orientiert, ohne den zugänglichen Spielfluss von Black Flag zu opfern. Viele hoffen auf Komfortverbesserungen in Navigation, Kämpfen und Missionsdesign, damit Frustmomente der Vergangenheit angehören. Parallel dazu ist die Angst groß, dass Mechaniken aus Skull and Bones wiederverwertet oder Live-Service-Strukturen zu dominant werden.

Strategisch passt das Projekt exakt in Ubisofts aktuelle Assassin’s-Creed-Roadmap. In diesem Jahr steht Assassin’s Creed Shadows im Rampenlicht, Mirage wird weiter mit Updates versorgt, und für die Zeit danach werden eine große Shadows-Erweiterung, ein Multiplayer-Ableger und das düstere, hexenlastige Assassin’s Creed Hexe in Aussicht gestellt. Ein Black-Flag-Remake zwischen diesen Titeln zu platzieren, sendet ein klares Signal: Edward Kenways Abenteuer ist nicht nur Nostalgiepflege, sondern ein Eckpfeiler, um die Marke in der Wahrnehmung konstant präsent zu halten.

Auch aus geschäftlicher Sicht ergibt der Plan Sinn. Ubisoft führt seine jüngsten Erfolgsmeldungen maßgeblich auf Assassin’s Creed zurück, während die Reihe weiter starke Verkaufszahlen einfährt. Ein großer Remake-Release kurz vor Ende des Geschäftsjahres könnte noch einmal einen spürbaren Umsatzschub bringen, bei vergleichsweise geringem Risiko im Vergleich zu einer komplett neuen Marke. Gleichzeitig steigt damit aber der Druck: Sollte das Ergebnis wie ein schnell zusammengeschraubter Remaster mit etwas hübscherem Wasser wirken, wird der Vorwurf des „Cashgrabs“ nicht lange auf sich warten lassen.

Noch bleibt all das inoffiziell. Bis Ubisoft den Vorhang lüftet, ist unklar, wie weitreichend die Struktur überarbeitet wurde, ob ungeliebte Missionsarten neu gedacht sind und welchen technischen Sprung die Neuauflage auf aktuellen Konsolen und PCs schafft. Klar ist nur eines: Black Flag bedeutet den Menschen bis heute viel. Einige flehen Ubisoft regelrecht an, ihren Lieblings-Assassin nicht zu ruinieren, andere hoffen auf eine zweite Chance für ein Spiel, das sie damals kalt gelassen hat. Wenn der Publisher tatsächlich erneut unter schwarzer Flagge in See sticht, darf sich das Schiff dieses Mal keinen Leck schlagen.

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1 kommentar

EchoChamber January 30, 2026 - 12:50 am

Ganz ehrlich, schmeißt lieber die ewigen Beschattungsmissionen raus als die Gegenwartsstory, aber ja, ich werd’s eh wieder kaufen und drüber schimpfen lol

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