
REDMAGIC 11 Pro: der Gaming-Flaggschiff, der zeigt, wie Smartphones 2025 aussehen sollten
Fast jedes High-End-Smartphone wirbt heute damit, „gamingtauglich“ zu sein: 120- oder 165-Hz-Display, fetter Snapdragon, große Vapor-Chamber, fertig. In der Praxis kennen Hardcore-Gamer aber ein anderes Bild: Nach wenigen Minuten in einem anspruchsvollen Titel brechen die FPS ein, das Handy wird zur Handheizung und das System taktet gnadenlos herunter. Genau hier setzt das REDMAGIC 11 Pro an – und zeigt, wie ein echter Gaming-Flaggschiff 2025 aussehen muss.
Im Herzen arbeitet der Snapdragon 8 Elite Gen 5, einer der aktuell leistungsstärksten Chips der Android-Welt. Doch die wahre Stärke des REDMAGIC 11 Pro liegt nicht nur in diesem SoC, sondern darin, wie das Gerät um ihn herum konstruiert wurde. Während andere Hersteller einfach eine größere Vapor-Chamber einbauen und es gut sein lassen, setzt REDMAGIC auf ein aufwendiges Flüssigkühlsystem, das von Anfang an auf Dauerlast ausgelegt ist. Ziel ist nicht ein kurzer Benchmark-Rekord, sondern konstante Leistung über ganze Gaming-Sessions hinweg.
Diese thermischen Reserven sind die Basis für zwei Features, die wir bisher eher aus der PC-Welt kennen: Frame Generation (Bildinterpolation) und KI-Upscaling. Bei der Frame Generation werden zusätzliche Frames zwischen den eigentlichen Spielbildern berechnet. Das System analysiert Bewegungen im Bild und errechnet flüssige Übergänge, ohne dass die GPU jedes einzelne Bild komplett neu rendern muss. KI-Upscaling geht den umgekehrten Weg: Das Spiel wird intern in geringerer Auflösung berechnet, während eine KI das Bild anschließend auf eine höhere Auflösung hochskaliert und Details, Konturen und Texturen nachschärft.
Das Ergebnis ist ein deutlich runderes Spielerlebnis: mehr wahrgenommene FPS, klarere Grafik und gleichzeitig geringere Last auf dem Chip als bei nativem High-Res-Rendering. Im Idealfall fühlt sich das Ganze eher nach einem ordentlichen Gaming-PC an als nach einem typischen Android-Titel, der bei jedem Effektregen ins Stottern gerät.
Besonders gut sichtbar wird das in Wuthering Waves, einem grafisch fordernden Open-World-Spiel. Der Content-Creator Dame Tech hat demonstriert, dass auf dem REDMAGIC 11 Pro im Spielmenü explizite Optionen für KI-basiertes Upscaling und Bildinterpolation auftauchen. Werden beide aktiviert, wirkt Wuthering Waves plötzlich deutlich weniger wie ein klassisches Mobile-Game und sehr viel mehr wie ein Titel, den man auch auf einem PC oder einer PS5 erwarten würde. Die Vegetation flimmert weniger, entfernte Gebäude verlieren ihren typischen Mobile-Schleier, und Kampfanimationen laufen sichtbar smoother durch.
Das Frustrierende daran: Die Hardwarebasis dafür ist längst da – nicht nur bei REDMAGIC. Chips wie der Snapdragon 8 Elite oder der Dimensity 9400 haben mehr als genug Reserven, um Grafik auf Konsolenniveau zu liefern, inklusive anspruchsvoller Emulation. Trotzdem verschlafen viele Hersteller systemweite Features wie Frame Generation und KI-Upscaling. Stattdessen wird weiter an Benchmarkzahlen geschraubt, die in der Praxis wenig bedeuten, wenn das Gerät unter Real-World-Last schnell ins thermische Limit rauscht.
REDMAGIC weist selbst darauf hin, dass das Einschalten dieser Optionen die CPU- und GPU-Last erhöht und damit auch die Temperatur. Und genau an dieser Stelle wird das Kühldesign zur Schlüsselfrage. Im 11 Pro setzt der Hersteller auf längere Heatpipes, eine vergrößerte innere Oberfläche und einen Luft- und Wärmepfad, der nicht nur auf dem Papier Sinn ergibt, sondern unter Dauerlast messbar wirkt. Während klassische Vapor-Chambers sich nach kurzer Zeit mit Hitze „aufsaugen“ und dann kaum noch effizient arbeiten, verschafft das Flüssigkühlsystem dem Snapdragon realen thermischen Spielraum – genug, um aggressive Gaming-Modi dauerhaft zu fahren.
Das Gegenbeispiel liefert ein Gerät wie das OnePlus 15. Auf dem Datenblatt sieht es ebenfalls nach einem Gamer-Traum aus: 165-Hz-Display, Snapdragon 8 Elite Gen 5, Marketing voller Superlative. In der Praxis zeigen Tests mit 3DMark Wild Life Extreme jedoch, dass das Gerät so stark erhitzt, dass der Benchmark abstürzt. Die rohe Rechenpower ist zwar da, aber das Kühlsystem kann die Hitze nicht schnell genug abführen. Ergebnis: Throttling, Crashes und eine Erfahrung, die mit der vollmundigen Werbung wenig zu tun hat.
Genau deshalb achten immer mehr Enthusiasten nicht nur auf den SoC, sondern auch auf das thermische Konzept und spezielle Gaming-Features. Niemand erwartet, dass Samsung in einem zukünftigen Galaxy S26 Ultra eins zu eins das Kühlsystem des REDMAGIC 11 Pro kopiert. Aber es wäre absolut realistisch zu verlangen, dass große Marken stärker in dauerlastfähige Kühlung und echte Gaming-Optimierungen investieren. Wenn das nicht passiert, steuert Mobile Gaming auf ein Plateau zu: Die Benchmarks steigen weiter, aber für Spieler fühlt sich jedes neue Flaggschiff gleich an.
Die Botschaft des REDMAGIC 11 Pro ist damit ziemlich klar. Ein „Gaming-Smartphone“ ist nicht der, der in den ersten fünf Minuten die höchste Zahl in einem Benchmark zeigt, sondern der, der über Stunden hinweg hohe FPS, stabile Temperaturen und eine saubere Bildqualität liefert. Mit seinem ausgefeilten Flüssigkühlsystem, Frame Generation und KI-Upscaling zeigt der REDMAGIC 11 Pro, wie weit man kommen kann, wenn Hardware und Software konsequent auf Gaming ausgelegt werden. Jetzt liegt es an der restlichen Branche zu entscheiden, ob sie weiterhin auf Datenblätter für Werbespots setzt – oder endlich Smartphones baut, die Gaming als echte Königsdisziplin ernst nehmen.
1 kommentar
Mein „normaler“ Flagship wird nach 10 Minuten Genshin zur Kochplatte, so ein Kühlkonzept wie hier bräuchte ich dringend 😂