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AMD Zen 6 Medusa Point: Zwei TDP-Klassen für die nächste Ryzen-Notebook-Generation

von ytools
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AMDs nächste Mobile-Generation taucht diesmal nicht zuerst auf der Bühne einer großen Messe auf, sondern in etwas so Unspektakulärem wie einem Frachtpapier.
AMD Zen 6 Medusa Point: Zwei TDP-Klassen für die nächste Ryzen-Notebook-Generation
In einem NBD-Versandmanifest sind APU-Modelle mit dem Codenamen Medusa Point aufgetaucht, basierend auf Zen 6 und klar in zwei Leistungsklassen aufgeteilt: sogenannte Low-TDP-Varianten mit 28 Watt und High-TDP-Modelle mit bis zu 45 Watt. Genau diese Aufspaltung macht die kommende Ryzen-Mobilfamilie für Notebook-Hersteller deutlich flexibler als bisher.

Wichtig ist vor allem die Botschaft: AMD verabschiedet sich nicht vom klassischen 28-Watt-Sweetspot, der heute von Strix-Point-APUs besetzt wird. Medusa Point ist als direkter Nachfolger für genau diesen Mainstream-Markt gedacht, also für dünne Premium-Notebooks, gehobene Allrounder und Business-Geräte auf Basis von Ryzen 5 und Ryzen 7. Gleichzeitig öffnet die 45-Watt-Klasse die Tür für deutlich aggressivere Konfigurationen mit stärkerer Kühlung, die eher in Gaming-Laptops, Creator-Boliden oder kompakten Workstations zu Hause sind.

Das Manifest bestätigt außerdem den Wechsel auf einen neuen mobilen Sockel: FP10. Die aktuellen Zen-5-Chips der Strix-Point-Serie nutzen den kleineren FP8-Sockel, während das massive Strix Halo auf das noch größere FP11-Package setzt. FP10 positioniert sich genau dazwischen. Der Sockel ist nur wenige Prozent größer als FP8, bleibt also wohltuend kompakt, bietet aber mehr Pins und Spielraum für stabilere Stromversorgung und bessere Speicheranbindung. Die Botschaft an OEMs ist klar: Medusa Point zielt auf schlanke Notebooks und Small-Form-Factor-Systeme, nicht auf riesige Desktop-Kisten.

Innerhalb dieses FP10-Pakets wird es richtig spannend. Für die Topmodelle kursieren Leaks von bis zu 22 CPU-Kernen, umgesetzt über einen Hybridaufbau: Ein CCD mit 12 vollwertigen Zen-6-Kernen wird mit zusätzlichen klassischen, dichten und besonders sparsamen Kernen kombiniert. In den breiter verfügbaren Ryzen-5- und Ryzen-7-Ausführungen ist laut bisherigen Berichten ein 4C-4D-2LP-Layout vorgesehen, also vier leistungsstarke, vier effiziente und zwei Low-Power-Kerne. Für typische Alltagslasten vom Home-Office über Kamera-Calls, Code-Compile und Foto-Editing bis hin zum parallelen Streaming ist das mehr als ausreichend.

Auf der Grafikseite setzt Medusa Point auf eine integrierte GPU der RDNA-3.5-Generation mit acht Compute Units. Auf dem Papier klingt das nüchtern, doch der Entwicklungssprung integrierter Grafiklösungen darf nicht unterschätzt werden. Wenn Taktfrequenzen, Speicherinterface und TDP-Rahmen gut zusammenpassen, können die 45-Watt-Modelle im Idealfall flüssiges Full-HD-Gaming und je nach Titel sogar vorsichtiges 1440p ermöglichen. Genau deshalb liest man in Foren bereits Kommentare, dass viele Nutzer sich die schwächeren Einsteiger-GPUs im Notebook künftig sparen könnten.

Besonders hitzig diskutiert wird – wenig überraschend – die Effizienz. In der Enthusiasten-Bubble werden die kommenden Medusa-Point-APUs bereits mit Intels Panther Lake verglichen, nicht selten mit dem augenzwinkernden Hinweis, dass ein 22-Kern-Zen-6-Chip bei gleichem TDP am Ende weniger an der Steckdose zieht. Ob sich das bewahrheitet, müssen unabhängige Tests zeigen. Klar ist aber: AMD vertraut weiterhin auf eine Kombination aus ausgereiftem Fertigungsprozess, fein granularem Power-Management und einer Kernmix-Strategie, die möglichst viel Leistung pro Watt herausholen soll.

Die offizielle Trennung in Low-TDP- und High-TDP-SKUs ist dabei mehr als nur Marketing. Für Notebook-Hersteller wird die Produktplanung einfacher: Low-TDP-Modelle mit 28 Watt passen perfekt in ultramobile Geräte, leise Business-Notebooks, Mini-PCs im Wohnzimmer oder Handheld-Gaming-Konsolen, bei denen Akku-Laufzeit und Lautstärke wichtiger sind als jeder zusätzliche FPS. High-TDP-Varianten mit 45 Watt richten sich hingegen an Geräte mit stärkerer Kühlung und ambitionierterem Leistungsanspruch – also Gaming-Laptops, kompakte Kreativ-Workstations oder kleine, aber leistungsstarke SFF-Builds.

Einordnen muss man Medusa Point natürlich auch in AMDs längerfristige Roadmap. In der Szene rechnet man damit, dass Zen 6 im mobilen Bereich gegen Ende der Dekade für breitere Verfügbarkeit sorgt, während Zen 7 danach als nächste Stufe zusammen mit RDNA-5-Grafik und DDR6- bzw. LPDDR6X-Speicher die Halo-APUs der Zukunft antreiben könnte. Diese Plattformen werden gern als die echten „Konsolen im Laptop-Format“ beschrieben. Medusa Point ist der Vorbote: Noch kein völliger Sprung auf neue Speicherstandards, aber ein deutliches Upgrade bei Kernzahl, iGPU-Fähigkeiten und TDP-Abstufung.

Dass AMD hier klar mobil denkt, sieht man an jedem Detail. FP10 als Sockelgröße, 28- und 45-Watt-Konfigurationen, eine vergleichsweise starke iGPU und der Fokus auf effiziente Hybrid-Aufbauten – all das richtet sich an Windows-Notebooks, kompakte Desktop-Ersatzsysteme und tragbare Gaming-Geräte. In solchen Szenarien zählen oft die feinen Unterschiede: eine Stunde mehr Akkulaufzeit, stabilere Boost-Taktraten unter Dauerlast, Lüfter, die nicht sofort aufdrehen. Genau diese Punkte können darüber entscheiden, ob ein Gerät am Ende in Testberichten als „ok“, „gut“ oder „herausragend“ eingeordnet wird.

Fasst man die bisher bekannten Informationen zusammen, ergibt sich ein klareres Bild: Medusa Point ist eine Zen-6-APU-Familie für den FP10-Sockel mit bis zu 22 CPU-Kernen in Hybrid-Konfigurationen, einer RDNA-3.5-iGPU mit acht Compute Units und zwei klar definierten TDP-Zielen von 28 und 45 Watt. Die Chips sollen die aktuellen Strix-Point-Modelle in vielen Mainstream-Notebooks ablösen, während darüber weiterhin größere Halo-Dies für die absolute Leistungsspitze positioniert bleiben. Gelingt AMD der Spagat zwischen Effizienz und Performance, könnten die kommenden Ryzen-Notebooks die Trennlinie zwischen ultramobilen Arbeitsgeräten und ernstzunehmenden Gaming-Maschinen noch weiter verwischen.

Medusa Point im Überblick

  • Architektur: Zen 6
  • CPU-Konfiguration: Hybrid-Design mit bis zu 22 Kernen
  • TDP-Klassen: 28 Watt (Low-TDP) und 45 Watt (High-TDP)
  • Grafik: Integrierte RDNA-3.5-GPU mit acht Compute Units
  • Sockel: FP10, größer als FP8, kleiner als FP11, optimiert für mobile Geräte und SFF-Systeme

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