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Path of Exile 2: Die Letzten Druiden formen den Druiden, das Endgame und die Performance neu

von ytools
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Path of Exile 2 hat einen holprigen Start in den Early Access hingelegt, aber Schritt für Schritt arbeitet sich das Spiel zurück ins Herz seiner Community. Der nächste große Meilenstein trägt den Namen Die Letzten Druiden und erscheint am 12. Dezember als kostenloses Update.
Path of Exile 2: Die Letzten Druiden formen den Druiden, das Endgame und die Performance neu
Es ist bereits das dritte große Inhaltspaket nach Dawn of the Hunt und The Third Edict – und wirkt weniger wie eine gewöhnliche Liga, sondern eher wie ein programmatischer Neustart für das Action-RPG. Mit dabei sind ein komplett neuer Druiden-Klassenarchetyp, eine Liga rund um selbst gebaute Dungeons, ein deutlich umgebautes Endgame und ein spürbarer Performance-Schub. Parallel dazu plant Grinding Gear Games ein kostenloses Wochenende auf PC und Konsolen vom 12. bis 15. Dezember, damit Neulinge und Rückkehrer ohne Risiko ausprobieren können, wie sehr sich Path of Exile 2 inzwischen verändert hat.

Im Zentrum von Die Letzten Druiden steht der neue Druide, der erste echte Hybrid aus Stärke und Intelligenz in Path of Exile 2. Lore-seitig ist er ein Überlebender des Königs im Nebel, der in den Wäldern von Ogham seine Menschlichkeit verlor und nun nach seiner verschwundenen Frau und einem Weg zurück zu seinem früheren Selbst sucht. Spielerisch verkörpert er die lang gehegte Fantasie eines Naturmagiers, der nicht nur hinten steht und Buffs verteilt, sondern selbst in die erste Reihe springt. In Menschenform wirkt er Naturzauber, doch er kann sich jederzeit in drei Tiergestalten verwandeln: Bär, Wolf und Wyvern. Jede Form bringt eigenes Bewegungstempo, eigene Ressourcengenerierung und ein eigenes Gefühl im Kampf mit sich, sodass sich der Druide anfühlt, als hätte man drei unterschiedliche Spielstile in nur einer Klasse.

Das Rückgrat der Klasse bilden die neuen Tier-Talismane, ein eigener Waffentyp. Statt einfach nur mehr Schaden zu liefern, legen sie fest, in welche Bestie sich der Druide verwandeln kann und welches Basisangriff-Skill diese Form bekommt. Ein Bären-Talisman schaltet etwa Maul frei, einen brachialen Hieb; ein Wolfs-Talisman sorgt für schnelle, reißende Angriffe und Jagdfähigkeiten; ein Wyvern-Talisman unterstützt aggressive Elementarangriffe am Boden und aus der Luft. Entscheidend: Sobald der Druide in Tierform ist und ein Menschenzauber wirkt, fällt er automatisch in Menschenform zurück. Dadurch entsteht ein natürlicher Flow im Kampf: hinein stürmen als Bär, um Wut aufzubauen, mit einem Sprung in die Wolfsform einzelne Ziele heraussägen, als Wyvern aus sicherer Distanz feuern und schließlich mit Naturzaubern in Menschenform den Kampf neu eröffnen. Unter der Haube steckt ein breites Fundament aus 21 neuen Druiden-Skills, über 30 neuen Support-Gems, 11 Uniques und mehr als 250 zusätzlichen Passivknoten im Druidenbereich des Baums.

Die Bärengestalt ist die rohe, ungebremste Gewalt des Druiden. In dieser Form dreht sich fast alles um Maul, einen schweren Angriff, der Wut generiert. Wut ist die zentrale Ressource der Bären-Builds: Mit ihr bezahlt man mächtige Slams, große Flächenangriffe wie Rampage und die ultimative Fähigkeit Walking Calamity, die den Druiden kurzzeitig in eine wandelnde Naturkatastrophe verwandelt. Gleichzeitig lässt sich Wut in Ausdauer-Ladungen ummünzen, die wiederum Ferocious Roar füttern, eine Kriegsruf-Meta-Gemme. Diese erlaubt es, Kriegsrufe anderer Klassen wie Infernal Cry oder Seismic Cry einzusockeln und direkt in den Druiden-Spielstil einzubauen. In der Praxis kann ein Bären-Druide so ganze Gruppen zusammenziehen, entzünden, betäuben und anschließend mit einem einzigen massiven Schlag wegfegen – ohne das Gefühl zu verlieren, alles selbst mit den eigenen Pfoten zerlegt zu haben.

Die Wolfsform steht dazu im direkten Kontrast. Wo der Bär stehen bleibt und alles einsteckt, lebt der Wolf von Mobilität und Kälteschaden. Seine Skills – darunter Lunar Assault, Rake, Pounce und Cross Slash – lassen sich zu flüssigen Kombos verbinden, die Gegner einfrieren, in Eissplitter explodieren und eine Rudel von beschworenen Wölfen ausnutzen, das permanent Druck macht. Pounce funktioniert als Meta-Gemme für Mark-Skills anderer Klassen, sodass markierte Ziele für den Wolf und sein Rudel zur Beute Nummer eins werden. Aktiviert man Lunar Blessing, verwandelt sich der Druide in einen arktischen Werwolf mit höherer Bewegungsgeschwindigkeit und schnelleren Angriffen – ein Spielgefühl irgendwo zwischen Meuchler und Raubtier. Wer schnelle, reaktive Builds liebt, die mit Sprüngen von Gruppe zu Gruppe hetzen, findet hier einen neuen Lieblingsspielstil.

Die Wyvernform schließt das Trio ab und verbindet Nahkampf mit Fernkampf und mehreren Elementen. Sie dreht sich um Macht-Ladungen und das Skill Devour, mit dem der Druide Leichen verschlingt, um Ressourcen aufzubauen. Rend und Wing Blast sorgen für bösartige Nahkampftreffer, die sich mit Blitzschaden kombinieren lassen, während Rolling Magma und ölige Spucke Feuer- und Ignite-Builds bedienen. Für längere Bosskämpfe stehen ein kanalisiertes Blitz-Barrage und ein heftiger Flame Breath bereit, mit denen man auch in Bewegung stabilen Schaden liefert. Devour knüpft alles zusammen, indem es Kadaver frisst, Ladungen generiert und zusätzliche Effekte triggert. In Kombination mit Naturzaubern wie Entangling Vines, die Gegner festhalten, und Thunderstorms, die den Nass-Status für stärkere Schocks auftragen, verwandelt sich die Wyvern in eine wandelnde Gewitterfront, die ganze Bildschirme auf einmal abräumt.

Abgerundet wird der Archetyp durch zwei neue Ascendancy-Klassen des Druiden, die mit dem Update starten: Schamane und Orakel. Eine dritte Spezialisierung ist bereits für spätere Patches angekündigt. Der Schamane ist die zugänglichere Wahl und setzt darauf, Wut in elementare Macht zu konvertieren. Notable-Passives wie Druidic Champion und Furious Wellspring verknüpfen Zauberschaden und temporäre Buffs direkt mit der Generierung und dem Verbrauch von Wut. Je aggressiver man spielt, desto stärker werden die eigenen Stürme, Feuerwellen und Natureruptionen. Wisdom of the Maji fügt Runen und Idolen exklusive Schamanen-Modifikatoren hinzu und gibt Theorycrafter:innen mehr Schrauben zum Drehen. Bringer of the Apocalypse belohnt anhaltenden Elementarschaden mit umherwandernden Mehrfach-Stürmen, die die Arena abklappern und angeschlagene Gegner zu Ende bringen. Ein gut gebauter Schamane kann so wirken, als zöge er einen eigenen, kleinen Weltuntergang hinter sich her.

Das Orakel richtet sich hingegen an Spielerinnen und Spieler, die gern einige Züge im Voraus planen und Spaß an komplexen Synergien haben. Diese Ascendancy spielt mit Vorhersehung und Manipulation von Zeitlinien. Die Mechanik Fateful Vision zeigt zukünftige Selbstcasts bestimmter Skills an – wie kleine Visionen des eigenen Handelns. Wenn man es schafft, diese Visionen im richtigen Moment tatsächlich nachzuspielen, wird man mit enormen Schadensboni belohnt. Converging Paths arbeitet mit Moment of Vulnerability zusammen und sorgt dafür, dass dieser Verwundbarkeitsmoment sowohl die aktuelle als auch eine zukünftige Version eines Gegners trifft, solange dieser eingefroren, betäubt oder geschockt werden kann. Orakel-Builds leben davon, perfekte Setups zu schaffen und dann alles gleichzeitig explodieren zu lassen. Der Aufstieg zum Orakel schaltet über 130 neue Druiden-Passives frei, darunter The Unseen Path, das wiederum Perks wie Self-Sacrificing (mehr Diener bei höherer Reservierung) oder Corruption Endures (eine Chance, einem tödlichen Treffer doch noch zu entkommen) zugänglich macht. Gerade Hardcore-Fans werden das im Auge behalten.

Die Letzten Druiden beschränken sich aber nicht auf eine neue Klasse. Das Update bringt eine ganze Reihe neuer Meta-Gems und Support-Gems, die Mechaniken quer durch alle Klassen miteinander verknüpfen sollen. Besonders auffällig ist Spell Totem. Diese Meta-Gemme erlaubt es, drei Ausdauer- oder Macht-Ladungen zu verbrauchen, um einen Totem zu beschwören, der jede eingesockelte Zauberfertigkeit automatisch wirkt. Für klassische Caster ist das eine neue Form von Automatisierung, für Druiden eine perfekte Ergänzung zu Wut- und Devour-Generierung. Zudem kommen über 30 neue Support-Gems ins Spiel, darunter mehrere neue Lineage-Unterstützungen. Beispiele sind Fan the Flames, das Feuer von Wind-Skills ausbreitet, Accelerated Growth, das von Regen gezogene Pflanzen in Kettenexplosionen verwandelt, Advancing Storm, das Sturmfertigkeiten über die Kampffläche wandern lässt, Echoing Cry für mehrfach ausgelöste Kriegsrufe und Grounding Shocks, das geschockte Feinde zu Blitz-Leuchtfeuern macht. Parallel wurden 21 bestehende Lineage-Unterstützungen überarbeitet und rund 90 aktive Skills aller Klassen angepasst – ein klares Signal, dass Grinding Gear nicht nur neue Stärke verteilt, sondern auch das Balancing ernsthaft anpackt.

Auf der Liga-Seite bringt das Update Fate of the Vaal ins Spiel. Statt wie gewohnt durch verlassene Ruinen zu ziehen, reisen wir zur Blütezeit der Vaal-Zivilisation und betreten ihre Tempel, während sie noch in voller Pracht stehen. Dort stellen wir uns dem königlichen Architekten und arbeiten uns schließlich zu Atziri vor, die hier als neuer Pinnacle-Boss auftritt. Der Weg zu ihr führt über Xipocado, einen fanatischen Diener Atziris, der den Zugang zu tieferen Tempelschichten und neuen Crafting-Werkzeugen bewacht. Atziri selbst, einst verehrte Königin und verantwortlich für den Untergang ihres Volkes, ist der Dreh- und Angelpunkt des Liga-Narrativs. Wer ihre korrumpierte Form besiegt, kann auf besondere Belohnungen hoffen – darunter den auffälligen Stab Atziri’s Rule, der alle korrumpierten Gems aufwertet und lebensopfernde Spielweisen mit mehr Schaden belohnt. Während der Stab getragen wird, erscheinen in regelmäßigen Abständen Spiegel der Brechung auf dem Schlachtfeld: Projektile, die in diese Spiegel fliegen, explodieren in einem aufgesplitterten Nova-Schuss und können von Spiegel zu Spiegel springen. Für Build-Bauer, die Projektilketten lieben, ist das ein Geschenk.

Fate of the Vaal dient zugleich als Bühne für ein neues Konzept von Dungeon-Bau. Während des Map-Farmens trifft man auf korrumpierte Vaal-Relikte, Vorrichtungen, die Monster anziehen. Werden sechs dieser Geräte in einer Karte aktiviert, öffnet sich ein Portal nach Lira Vaal, einem unterirdischen Tempel, der einst direkt von Atziri regiert wurde. Dort steht eine Konsole, an der man den Tempel für den nächsten Run selbst zusammenklickt: sechs Räume pro Durchlauf, die jeweils andere Schwerpunkte setzen. Manche Räume sind pure Kampfarenen, andere liefern Crafting-Möglichkeiten oder verstärken Interaktionen mit bestehenden Ligen. Spielerinnen und Spieler können also bewusst entscheiden, ob sie lieber auf Loot, Risiko, Crafting oder Bosskämpfe spekulieren. Mit der Zeit entsteht ein kleines Metagame darum, welche Raumkombination zu welchem Build und welchen Zielen am besten passt.

Die vorherige Liga, Rise of the Abyssal, verschwindet derweil nicht einfach, sondern wird als permanente Endgame-Mechanik ins Grundspiel integriert. Abysses tauchen künftig nicht mehr in nahezu jeder Zone auf, was die visuelle Überladung spürbar reduziert. Stattdessen erscheinen sie zufällig im Endgame oder lassen sich gezielt über neue Abgrund-Tafeln ansteuern. Diese Tafeln können mit spezifischen Mods gecraftet werden und verfügen über einen eigenen Atlas-Passivbaum. Dort investiert man in mehr Monster, stärkere Synergien mit anderen Ligen oder in Spezialisierungen auf bestimmte Abgrund-Fraktionen. Um den Mikromanagement-Aufwand zu senken, werden Abyss-Crafting und Instilling auf Waystones komplett entfernt. Im Gegenzug werden die Mods auf den Tafeln spürbar verstärkt und lassen sich nach einem Sieg über den Arbiter of Ash auf seltene Qualität mit vier Eigenschaften upgraden. Die Botschaft: Statt weitere Crafting-Schichten auf die ohnehin komplexen Waystones zu stapeln, sollen neue Ligen wie Fate of the Vaal alternative Systeme anbieten – etwa die riskante Korruption dieser Tafeln mit zufälligen, teilweise extremen Ausgängen.

All diese Änderungen fügen sich in ein übergreifendes Ziel ein: Endgame-Mapping weniger ermüdend, aber nicht weniger lohnend zu machen. Monsterdichte skaliert in hohen Tier-Karten nicht mehr immer weiter nach oben. Anstelle von immer größeren Massen bekommen Standard-Gegner dort ungefähr 40 % mehr Leben, lassen rund 40 % mehr Beute fallen und geben etwa 40 % mehr Erfahrung. Die Entwickler wollen lieber weniger, dafür gefährlichere Gegner, die man bewusst bekämpft, statt an endlosen Monsterwänden zu zerschellen. Gleichzeitig werden besonders nervige Bewegungs-Speed-Mods abgeschwächt, sodass Gegner seltener plötzlich im Rücken auftauchen oder wie wild über den Bildschirm zucken. Auch der dichte Delirium-Nebel wird deutlich gelichtet, damit man Effekte und Angriffe wieder besser erkennen kann. Wer viel mappt, dürfte hier eine spürbare Entlastung merken – sowohl für die Augen als auch für die Nerven.

Ein weiterer großer Schwerpunkt sind die Performance-Verbesserungen, die schon seit dem Early-Access-Start auf der Wunschliste stehen. Laut Grinding Gear Games bringt Die Letzten Druiden gezielte Optimierungen bei CPU-Auslastung und Multithreading, die in vielen Situationen für mindestens 25 % mehr FPS sorgen sollen. Gleichzeitig will man Frame-Time-Spikes reduzieren, also nervige Mikroruckler, die gerade auf Konsolen mit fixer Hardware besonders frustrierend sind. Das Update ist dabei nur der erste Schritt: Weitere technische Feinarbeit soll in den kommenden Monaten folgen. In Kombination mit langsameren Monstern, weniger Bildschirmchaos und dem entschärften Delirium-Nebel könnte sich Path of Exile 2 für viele Spielerinnen und Spieler deutlich angenehmer anfühlen – ob auf älteren PCs oder im Wohnzimmer auf Konsole.

Man darf dabei nicht vergessen, dass der Early-Access-Start von Path of Exile 2 keine Glanzleistung war. Es gab Beschwerden über ein zähes Pacing, technische Probleme und eine erdrückende Fülle an Systemen, die neue Spieler förmlich erschlagen haben. Ein Jahr später wirkt das Bild deutlich freundlicher: Die jüngsten Steam-Reviews liegen bei rund 93 % positiv, während der Gesamtwert, in dem die Startphase noch stark nachhallt, um die 75 % pendelt. Die Letzten Druiden reiht sich in diesen Trend ein. Ein enorm flexibler Klassentyp, eine Liga um die wohl ikonischste Schurkin des Franchise, ein strukturierteres, modulareres Endgame und eine klare Offensive in Richtung Performance – all das zeigt ein Studio, das seinen langfristigen Fahrplan ernst nimmt.

Für Veteranen wirkt das Update wie ein Rückbesinnen auf die Stärken der Reihe: tiefe Build-Vielfalt, gefährliche Bosse und die Bereitschaft, auch große Systeme im Notfall wieder einzureißen. Für Neugierige, die bisher nur von außen zugeschaut haben, dürften die kostenlosen Tage vom 12. bis 15. Dezember der perfekte Zeitpunkt sein, um zum ersten Mal einen Fuß nach Wraeclast zu setzen. Ein Druide, der zwischen Bär, Wolf und Wyvern hin- und herspringt, eine Reise in die glorreichen Tage der Vaal in Fate of the Vaal, selbst gebaute Tempel in Lira Vaal, ein entschlacktes Endgame und messbare Performance-Gewinne – Die Letzten Druiden geben Path of Exile 2 eine klarere Identität und ein stabileres Fundament. Hält Grinding Gear Games diesen Kurs, dürfte sich die finale 1.0-Version eher wie eine natürliche Weiterentwicklung anfühlen als wie ein harter Schnitt.

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2 kommentare

Virtuoso January 6, 2026 - 10:50 am

Atziri mit diesen Spiegeln wird meine Hardcore-Chars fressen, ich seh die RIP-Clips schon vor mir 😭

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Virtuoso January 11, 2026 - 2:50 pm

Weniger Trash-Mobs, mehr Belohnung pro Gegner klingt nach einem kleinen Wunder für meine Augen und meine Laune beim Map-Grind

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