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Nothing Phone (3a) Community Edition: nur 1000 Stück und jede Menge Diskussionen

von ytools
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Nothing hat das Nothing Phone (3a) Community Edition offiziell vorgestellt – eine besondere Version des Mittelklassemodells, die in enger Zusammenarbeit mit der eigenen Community entstanden ist.
Nothing Phone (3a) Community Edition: nur 1000 Stück und jede Menge Diskussionen
Weltweit werden nur 1000 Stück produziert, damit bewegt sich das Gerät klar im Sammler- und Fanbereich und weniger im typischen „Vertragsgerät beim Netzbetreiber“. Es ist ein Smartphone für Menschen, die wollen, dass ihr Tech-Spielzeug auffällt und eine Geschichte erzählt.

Angestoßen wurde das Projekt bereits im März, als Nothing seine Community aufrief, Ideen für eine spezielle Edition des Phone (3a) einzureichen. Innerhalb kurzer Zeit gingen über 700 Beiträge ein – von Hardware-Entwürfen und Software-Konzepten bis hin zu Accessoire-Ideen und kompletten Visual-Storytelling-Paketen. Am Ende wählte Nothing mehrere Gewinner aus: Emre Kayganacl prägte das Hardware-Design, Ambrogio Tacconi und Louis Aymond zeichnen für die Accessoires verantwortlich, Jad Zock entwickelte Uhr-Widget und Wallpaper, und Sushruta Sarkar lieferte die Marketingidee, die alles zu einer runden Story verbindet.

Die Gewinner blieben nicht bloß Namen in einer Pressemitteilung. Nothing holte sie nach London, wo sie über Monate hinweg gemeinsam mit den Design-, Software-, Marketing- und Kreativteams an der Community Edition arbeiteten. Herausgekommen ist ein Smartphone, das auf den ersten Blick klar als Nothing erkennbar ist, gleichzeitig aber viele Details trägt, die normalerweise nur in Reddit-Threads oder Kommentarspalten diskutiert würden. Es ist einer der seltenen Fälle, in denen eine Marke nicht nur „Feedback einholt“, sondern die Community tatsächlich sichtbar im finalen Produkt verankert.

Späte 90er-Vibes, verspielte Extras und ein durchgezogener Look

Optisch lehnt sich das Nothing Phone (3a) Community Edition deutlich an die Ära Ende der 90er, Anfang der 2000er an: halbtransparente Elemente, auffällige Typografie, leicht technische Linien – ein bisschen wie ein Gadget aus einem alten Sci-Fi-Film. Anstatt noch eines glattpolierten Glasblocks versucht dieses Modell bewusst, wie ein Design-Objekt zu wirken, das man neugierig in die Hand nimmt. Es ist eines dieser Geräte, die man lieber mit der Rückseite nach oben auf den Tisch legt, weil die Rückseite Teil der Inszenierung ist.

Passend dazu kommt auch der gewählte Accessoire-Ansatz eher aus der „Warum nicht?“-Ecke als aus dem praktischen Pflichtprogramm. In der Box liegt ein Satz Würfel, deren Ziffern im hauseigenen Nothing-Font Ndot 55 umgesetzt sind – eine Anspielung auf die Bildsprache, die Fans aus Interface und Kampagnen kennen. Brauchen tut man diese Würfel natürlich nicht, aber sie unterstreichen den Sammler-Charakter: Eher Design-Gimmick als klassischer Beipack wie ein zweites Kabel.

Auf Software-Seite bringt die Community Edition einen eigenen Sperrbildschirm mit reduzierter Uhr, die visuelles Rauschen minimieren und den Blick automatisch auf Zeit und Benachrichtigungen lenken soll. Dazu kommt ein exklusives Wallpaper, das als „visuelle Brücke“ zwischen der Rückseite und der Benutzeroberfläche an der Front gedacht ist: Farben und Texturen greifen das Gehäuse auf, sodass sich Vorder- und Rückseite mehr wie ein durchgängiges Objekt anfühlen und weniger wie zwei getrennte Welten.

Innenleben: ganz normales Nothing Phone (3a)

Unter der Haube bleibt das Gerät allerdings ein Nothing Phone (3a) ohne geheime Sonderedition-Hardware. Die Community Edition ist mehr eine Design- und Story-Variante als ein technischer Sprung. Das Display ist weiterhin ein 6,77 Zoll großes AMOLED-Panel mit 120 Hz Bildwiederholrate, 2160 Hz PWM-Dimming zur Schonung der Augen bei niedriger Helligkeit und bis zu 3000 Nits Spitzenhelligkeit für bessere Ablesbarkeit draußen.

Als Prozessor kommt Qualcomms Snapdragon 7s Gen 3 zum Einsatz, klassisch im oberen Mittelklasse-Segment verortet. Für Social Media, Multitasking und die meisten Games reicht das locker, solange man nicht versucht, jedes neue AAA-Mobile-Spiel auf maximalen Einstellungen laufen zu lassen. Zielgruppe sind hier eher Nutzer, die ein flüssiges, zuverlässiges System wollen, nicht Benchmark-Jäger.

Das Kamerapaket entspricht ebenfalls dem regulären 3a: eine 50-Megapixel-Hauptkamera mit optischer Bildstabilisierung, dazu ein 50-Megapixel-Tele mit zweifachem optischem Zoom für Portraits und Details, ergänzt durch eine 8-Megapixel-Ultraweitwinkelkamera für Landschaften und enge Innenräume. Selfies und Videocalls übernimmt eine 32-Megapixel-Frontkamera. Die Stromversorgung übernimmt ein 5000 mAh Akku, der via Kabel mit bis zu 50 Watt geladen werden kann – ein Setup, mit dem die meisten Nutzer entspannt durch den Tag kommen sollten.

Die Community Edition selbst gibt es nur in einer Ausführung, nämlich mit 12 GB RAM und 256 GB internem Speicher. Die offiziellen Preise liegen bei 379 Pfund in Großbritannien, 379 Euro in Europa, 28.999 Rupien in Indien und 59.800 Yen in Japan. Parallel dazu listen Partner in manchen Märkten die Standard-Varianten des 3a je nach Speicher mit rund 204 Euro (8/128) und etwa 290 Euro (12/256). Unterm Strich: preislich ein starker Midranger, kein Luxusobjekt, das nur wegen der Limitierung plötzlich in Flagship-Sphären landet.

So bekommt man das Nothing Phone (3a) Community Edition

Weil die Stückzahl auf 1000 Einheiten begrenzt ist, öffnet Nothing kein klassisches „Ab sofort überall erhältlich“. Wer eine Chance haben will, muss sich zunächst auf der offiziellen Website registrieren. Dieses Registrierungsfenster läuft bis zum 11. Dezember. Am 12. Dezember folgt dann ein zeitlich begrenzter Verkaufsstart, ebenfalls exklusiv über den Nothing-Online-Shop. Ist das eigene Land dabei und ist man schnell genug, landet nicht einfach nur ein Smartphone, sondern ein kleines Stück Markenfolklore in der Hosentasche.

Aus Marketing-Perspektive ist die Strategie klar: Eine hyperlimitierte Edition sorgt für Schlagzeilen, YouTube-Thumbnails und Diskussionen in Social-Media-Timelines, selbst bei Leuten, die sich sonst nie für einen Android-Mittelklässler interessieren würden. Gleichzeitig sehen manche Community-Mitglieder den Zug eher kritisch: 1000 Stück seien so wenig, dass es mehr nach inszenierter Verknappung aussieht, um später den normalen 3a mit der Story zu flankieren, die „Sammler-Edition war sofort ausverkauft“. Skeptiker fragen sich sogar, ob dieses schnelle Ausverkauft-Szenario überhaupt eintritt, weil der reguläre 3a bisher kein Überflieger im Verkauf ist.

Warum das Gerät so polarisiert

Die Reaktionen sind entsprechend gespalten. Auf der einen Seite stehen Nothing-Fans und Besitzer älterer Modelle wie des Phone (2a), die die Community Edition als konsequenten Schritt sehen: Wer sich eine Marke wie Nothing aussucht, erwartet eben Experimente, Ecken und Kanten statt glattgebügelter Massenware. Für sie ist ein gemeinsam mit Fans gestaltetes Gerät genau das, wofür man sich nicht für den x-ten Galaxy- oder Redmi-Klon entschieden hat.

Auf der anderen Seite gibt es Stimmen, die das Ganze nur als neuen Anstrich für ein ohnehin schwer zu positionierendes Gerät sehen. Kritiker bemängeln, dass der Designstil von Nothing immer weiter in Richtung „Cringe“ abdrifte – als wolle man um jeden Preis der schrägste Player im Regal sein. Besonders die Formulierung, dass in London monatelang ganze Teams gemeinsam mit der Community „an der Vision gearbeitet“ hätten, wurde von Kommentatoren dankbar aufgegriffen und mit dem Spruch kommentiert, man könne eben auch mit sehr viel Mühe kein schlechtes Grundkonzept polieren.

Auch der Preis ist ein Streitpunkt. In derselben Preisklasse schauen viele Käufer ganz pragmatisch auf etablierte Geräte wie ein Samsung Galaxy A56 oder vergleichbare A-Serie-Modelle: solide Kamera, großer Service-Apparat, gute Wiederverkaufswerte. Selbst Menschen, die sich nicht als Samsung-Fans sehen, geben zu, dass für den typischen Preis-Leistungs-Käufer so ein Gerät oft einfach mehr Sinn ergibt als ein exzentrisches Nothing mit Würfeln in der Box.

Allerdings ist das wahrscheinlich gar nicht die Zielgruppe, die Nothing mit der Community Edition ansprechen will. Das Gerät richtet sich an Sammler, Nerds und alle, die ihr Smartphone als Teil ihres persönlichen Stils und weniger als reinen Gebrauchsgegenstand sehen. Für sie zählen Dinge wie „nur 1000 Stück weltweit“, „mit Fans gestaltet“ und „Retro-Design plus eigenem Zubehör“ mindestens genauso wie technische Daten. In dieser Lesart erfüllt das Nothing Phone (3a) Community Edition exakt seinen Zweck: Es verwandelt einen relativ normalen Midranger in ein Gesprächsstück und zementiert das Image von Nothing als Marke, die lieber polarisiert, als in der Masse zu verschwinden.

Ob der Aufpreis für diese Geschichte gerechtfertigt ist, muss jede und jeder selbst entscheiden. Wer aber schon länger auf ein Smartphone wartet, das aussieht, als sei es aus einem alten Sci-Fi-Film gefallen und gleichzeitig den Stempel der Community trägt, könnte im engen Dezember-Verkaufsfenster seine vielleicht einzige Chance auf dieses Modell haben.

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2 kommentare

sunny January 7, 2026 - 6:50 am

hab hier noch ein 2a rumfliegen und find die Idee nice, musste aber lachen, weil mein altes 2a mal auf der Straße lag und nicht mal die Straßengören es mitgenommen haben lol

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oleg January 19, 2026 - 4:50 pm

hab das Gefühl, mit jedem Release wird das Design nen Tick cringiger, als ob Nothing nen Wettbewerb um den schrägsten Look gewonnen will

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