Amazon bringt seinen Cloud-Gaming-Dienst Amazon Luna 2025 zurück – und diesmal gleich mit einem kompletten Neustart. Der Service wird von Grund auf überarbeitet, erhält neue Funktionen und wird für alle Amazon-Prime-Mitglieder ohne Aufpreis verfügbar sein. 
Millionen von Abonnenten bekommen also automatisch Zugriff auf die Plattform, was Luna eine deutlich größere Reichweite verschaffen könnte als beim ersten Versuch.
Im offiziellen Blogbeitrag kündigte Amazon an, dass „Gaming neu gedacht werden muss“. Das Unternehmen verweist darauf, dass zwar Hunderte Millionen Menschen weltweit spielen, die meisten aber ausschließlich am Smartphone – weil Konsolen und Gaming-PCs teuer sind oder weil sie sich nicht als klassische „Gamer“ sehen. Genau diese Zielgruppe will Amazon mit Luna abholen: einfache Bedienung, sozialer Fokus und Gaming-Erlebnisse direkt auf dem großen Bildschirm im Wohnzimmer.
Im Mittelpunkt des Neustarts steht GameNight, eine Sammlung exklusiver Party- und Social-Games, die sofort im Browser oder über mobile Geräte gestartet werden können. Angelehnt an bekannte Reihen wie Jackbox soll GameNight die perfekte Unterhaltung für Familienabende und Partys bieten. Highlight ist Courtroom Chaos: Starring Snoop Dogg, ein improvisiertes Gerichtsspiel, in dem Spieler schräge Charaktere erfinden, wilde Geschichten erzählen und sich dem Urteil des virtuellen Richters Snoop Dogg stellen. Zum Start sollen rund 25 Titel verfügbar sein, darunter Klassiker wie Angry Birds, Exploding Kittens, Flappy Golf Party, Tabu, Cluedo und Ticket to Ride.
Parallel dazu bietet Luna eine rotierende Bibliothek mit Blockbuster-Spielen, die regelmäßig aktualisiert wird. Hierzu gehören Titel wie Hogwarts Legacy, Indiana Jones and the Great Circle, Kingdom Come: Deliverance II, Dave the Diver, Dead Island 2 und Borderlands 3. Wer noch mehr Auswahl möchte, kann ein Premium-Abo abschließen, das Spiele wie EA Sports FC 25, LEGO DC Super Villains, Team Sonic Racing und Batman: Arkham Knight umfasst. Unterstützt werden alle gängigen Bluetooth-Controller, zusätzlich wirbt Amazon für seinen eigenen Luna-Controller.
In der Vergangenheit lautete die Kritik vieler Tester: Die Technik funktionierte, aber das Spieleangebot war zu mager. Diesmal setzt Amazon genau dort an und erweitert die Inhalte massiv. Mit der Integration ins Prime-Abo sinkt außerdem die Einstiegshürde: Viele Nutzer werden Luna einfach ausprobieren, weil sie ohnehin schon Prime haben.
Dennoch gibt es Skepsis. Manche Spieler finden es anmaßend, wenn Amazon behauptet, „Gaming müsse neu gedacht werden“, als ob Konsolen-, PC- oder Mobile-Gaming nicht längst etabliert wären. Auch das Konzept einer rotierenden Bibliothek ist umstritten: Wer ein Spiel über Wochen spielen möchte, könnte enttäuscht sein, wenn es plötzlich verschwindet. Und Party-Games sind zwar ein guter Gag, binden aber selten langfristig.
Amazon geht damit ein großes Risiko ein, aber auch eine große Chance. Mit einer Mischung aus Blockbustern und leichten Social-Games könnte Luna tatsächlich seinen Platz im Gaming-Markt finden. Ob der Dienst diesmal durchstartet oder nur als Prime-Zugabe wahrgenommen wird, entscheidet sich im Laufe des Jahres 2025.
1 kommentar
ok, wenn’s eh bei Prime dabei ist, nehm ich’s mit – extra zahlen würd ich aber nicht