AMD hat auf der Hot Chips 2025 die neue Pensando Pollara 400 AI NIC vorgestellt. 
Die Karte ist die erste ihrer Art, die offiziell als UEC-ready (Ultra Ethernet Consortium) zertifiziert ist und speziell für die hohen Anforderungen von KI- und HPC-Netzwerken entwickelt wurde.
Die Pollara 400 erreicht 400 Gb/s und liegt damit auf dem Niveau von NVIDIAs ConnectX-7. Zwar hat NVIDIA mit dem ConnectX-8 in Kombination mit Blackwell Ultra bereits eine Lösung mit 800 Gb/s, doch AMD setzt nicht allein auf rohe Geschwindigkeit, sondern auf ein grundlegend anderes Design für hochskalierte KI-Netzwerke.
Herzstück ist eine P4-programmierbare Architektur, die flexible Paketverarbeitung erlaubt. Zu den Neuerungen gehören die Match Processing Unit für Feldmanipulationen, die Übersetzung von virtuellen in physische Adressen sowie atomare Speicheroperationen nahe am SRAM. Das Ziel: kürzere Joblaufzeiten, höhere Effizienz und Cache-Kohärenz bei gleichzeitig hoher Verfügbarkeit.
AMD weist darauf hin, dass typische KI-Netzwerke mit Problemen wie Überlastung, Paketverlusten und ineffizientem Load Balancing zu kämpfen haben. Anders als klassische Workloads füllen KI-Anwendungen die Bandbreite oft bis zum Maximum. Der Ausweg heißt UEC: ein offener, interoperabler Standard, der bis zu 25–40 % mehr Leistung im Vergleich zu RoCEv2 ermöglicht.
Die Pollara 400 fügt sich nahtlos in das Data-Center-Ökosystem von AMD ein, zusammen mit EPYC-Prozessoren und Instinct-Beschleunigern. Sie wird über PCIe Gen5 x16 direkt angebunden und benötigt keinen integrierten Switch. Damit ist sie mehr als nur eine weitere Netzwerkkarte – sie ist ein Schlüsselstück in AMDs Strategie, NVIDIA im KI-Rechenzentrum Paroli zu bieten.