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Ryzen 7 9850X3D im PassMark-Leak: kleines Plus, großes Upgrade-Potenzial

von ytools
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Ryzen 7 9850X3D im PassMark-Leak: kleines Plus, großes Upgrade-Potenzial

Ryzen 7 9850X3D im PassMark-Leak: kleiner Generationssprung oder großes Upgrade für AM4-User?

AMD hat den Ryzen 7 9850X3D noch nicht offiziell auf der Bühne gezeigt, doch der kommende Achtkerner mit 3D V-Cache treibt im Netz bereits sein Unwesen. Ein aktueller Eintrag in der PassMark-Datenbank liefert erste Zahlen – und damit jede Menge Munition für Diskussionen in der PC-Community. Auf dem Papier reden wir von rund fünf Prozent mehr Leistung im Vergleich zum Ryzen 7 9800X3D, aber von deutlich größeren Abständen zum Ryzen 7 7800X3D und vor allem zum beliebten Ryzen 7 5800X3D auf AM4. Die Frage ist also weniger: „Ist das spektakulär?“, sondern eher: „Für wen lohnt sich das wirklich?“

Technisch bleibt AMD seiner Erfolgsformel treu. Der Ryzen 7 9850X3D setzt auf acht Zen-5-Kerne und 16 Threads, ein TDP von bis zu 120 Watt und satte 96 MB L3-Cache, die per 3D V-Cache auf den CCD gestapelt werden. Das Layout erinnert stark an frühere X3D-Modelle, aber unter der Haube kommt die zweite Generation von AMDs V-Cache zum Einsatz. Der neue Aufbau soll kühler arbeiten, höhere Taktraten erlauben und endlich vernünftige Spielräume für Overclocking eröffnen. Anstatt das Konzept neu zu erfinden, schleift AMD den bestehenden Ansatz weiter: viel Cache, moderater Stromverbrauch und gezielter Fokus auf Gaming-Performance.

Der offensichtlichste Unterschied zum Ryzen 7 9800X3D sind die Taktraten. Laut Leak boostet der Ryzen 7 9850X3D bis zu 5,6 GHz, während der 9800X3D bei 5,2 GHz Schluss macht. Das entspricht grob einem Plus von 7–8 Prozent beim maximalen Boost, ohne dass sich Kernanzahl, Cache-Konfiguration oder TDP ändern. Genau das spiegelt auch der PassMark-Leak wider: In Single- und Multi-Thread-Benchmarks liegt der 9850X3D rund fünf Prozent vor seinem direkten Vorgänger – ein typischer Feinschliff innerhalb derselben Plattform.

In den geleakten Zahlen zeichnet sich folgendes Bild ab: Der Ryzen 7 9850X3D landet im PassMark Single-Thread-Test bei etwa 4630 Punkten und im Multi-Thread-Test bei rund 18.400 Punkten. Der Ryzen 7 9800X3D folgt mit circa 4425/17.900 Punkten. Der Ryzen 7 7800X3D reiht sich mit etwa 3760 Single- und 17.100 Multi-Punkten ein, während der Ryzen 7 5800X3D – nach wie vor der Liebling vieler AM4-Nutzer – ungefähr 3230 Punkte im Single-Thread und 16.200 Punkte im Multi-Thread-Bereich erreicht.

CPU Architektur Kerne / Threads Single (≈) Multi (≈)
Ryzen 7 9850X3D Zen 5 8 / 16 4630 18400
Ryzen 7 9800X3D Zen 5 8 / 16 4425 17900
Ryzen 7 7800X3D Zen 4 8 / 16 3760 17100
Ryzen 7 5800X3D Zen 3 8 / 16 3230 16200

Genau hier entzündet sich die Debatte: Sind fünf Prozent Aufpreis an Leistung wirklich spannend? Wer Intel seit Jahren für 3–7 Prozent Generation-zu-Generation-Zuwachs kritisiert hat, tut sich schwer, denselben Sprung bei AMD plötzlich zu feiern. Auf der anderen Seite sind diese Werte absolut typisch für ausgereifte Plattformen, bei denen Kerne, TDP und Fertigung bereits stark optimiert sind. Jeder zusätzliche Prozentpunkt muss buchstäblich aus Spannung, Boost-Logik und Feintuning herausgequetscht werden.

Richtig interessant wird es, wenn man den Blick von der reinen 9800X3D-vs-9850X3D-Perspektive löst. Gegenüber dem Ryzen 7 7800X3D sprechen wir laut Leak von über 20 Prozent Vorsprung, gegenüber dem Ryzen 7 5800X3D sogar von rund 43 Prozent im Single-Thread und bis zu etwa 48 Prozent im Multi-Thread. Für Anwender, die noch auf AM4 sitzen, ist das eben nicht nur ein „kleiner Refresh“, sondern ein deutlich spürbares Upgrade: Projekte rendern schneller, große Anwendungen reagieren flotter und in CPU-limitierenden Spielen steigen Durchschnitts- und vor allem die 1%-Low-FPS spürbar – vorausgesetzt, Grafikkarte und RAM spielen mit.

Gleichzeitig darf man den Kontext im Produktstapel nicht vergessen. Der Ryzen 7 9850X3D ist Teil einer kompletten Zen-5-Generation, die sowohl klassische Modelle als auch X3D-Varianten umfasst. Darüber rangieren voraussichtlich Chips wie der Ryzen 9 9900X3D und als neues Flaggschiff der Ryzen 9 9950X3D2, ein 16-Kerner mit 3D V-Cache auf beiden CCDs. Die Idee dahinter: Egal, welches CCD das Betriebssystem bevorzugt, jede Thread-Gruppe sitzt auf einem vollen Satz leistungsstarker Kerne mit großem Cache. Während Intels Hybrid-Ansatz weiterhin stark vom Windows-Scheduler abhängt und in der Praxis manchmal zu „falschen“ Kernzuweisungen führt, setzt AMD auf ein „alles Vollfett“-Design, das berechenbarer und leichter zu optimieren ist.

Auf der Gegenseite steht Arrow Lake und was danach kommt. In den sozialen Medien kursieren schon jetzt Memes mit „Arrow Flop“ und Charts, in denen Intels neue Generation in genau den Szenarien schlecht aussieht, in denen X3D traditionell glänzt: CPU-limitierte Games, Strategiespiele mit riesigen Simulationen, eSports-Titel mit dreistelligen FPS-Zielen. Solange aber nur einzelne Leaks und synthetische Benchmarks im Umlauf sind, bleibt das alles Momentaufnahme statt Endurteil. PassMark ist ein Puzzlestück – kein gesamtes Bild.

Doch selbst wenn die Leistung stimmt, entscheidet am Ende die Plattform. Und genau hier drückt vielen Usern der Schuh. In Foren liest man immer wieder Variationen von: „Ja, der 9850X3D sieht super aus, aber bei den Preisen für DDR5 und AM5-Boards bleibe ich lieber noch auf AM4.“ Wer schon einmal in einem lokalen Shop oder bei seinem bevorzugten Onlinehändler die RAM-Preise geprüft hat, weiß, was gemeint ist: 32 GB DDR5-5600 mit eher durchschnittlichen Latenzen für 300–400 Euro sind in einigen Märkten keine Seltenheit, während 32 GB DDR5-6000 CL30 vor einiger Zeit noch für deutlich über 100 Euro zu haben waren. Kein Wunder, dass manche überlegen, zunächst nur 16 GB einzubauen und später nachzurüsten – aus technischer Sicht nicht ideal, wirtschaftlich aber nachvollziehbar.

Dass Speicher derzeit so teuer ist, liegt nicht nur an „Gier der Hersteller“, sondern auch am KI-Boom. Hyperscaler, Cloud-Anbieter und KI-Firmen bestellen gigantische Mengen DRAM und HBM, um GPU-Cluster, Trainingsrechenzentren und Inferenz-Server zu füttern. Wenn ein paar große Kunden große Teile der globalen Produktion aufkaufen, bleibt für den Endkundenmarkt weniger übrig – und das zu höheren Preisen. In diesem Umfeld wirkt der Ryzen 7 9850X3D wie ein passgenaues High-End-Upgrade, das aber zwangsläufig an den Begleitkosten von DDR5 und Mainboard scheitern kann.

Dazu kommt die strategische Frage nach der Zukunft von X3D. Manche kommentieren bereits ironisch von „Zen 6 %“, als wäre das nächste Ziel ein weiterer kleiner Top-Up auf die bestehenden Werte. Andere fragen ernsthaft, ob ein künftiger „Vanilla“-Zen-6-Chip ohne 3D V-Cache die aktuellen X3D-Modelle in Spielen überholen könnte. Die ehrliche Antwort: Eins-zu-eins vergleichen lässt sich das nicht. 3D V-Cache existiert genau deshalb, weil große, latenzarme Caches in vielen Games einen massiven Unterschied machen – gerade bei komplexen Szenen, vielen NPCs und hoher Bildrate. Mehr IPC und mehr Takt helfen zwar, aber sie ersetzen keinen zusätzlichen Haufen Cache direkt neben den Kernen.

Parallel dazu gibt es eine nicht zu unterschätzende Gruppe, die bei jeder X3D-News nur gelangweilt gähnt – und stattdessen auf die kommenden Ryzen-9000G-APUs schielt. Wer einen kompakten Wohnzimmer-PC, ein kleines LAN-System oder einen günstigen Einsteiger-Rechner bauen will, ist oft mehr an starker integrierter Grafik als an einem weiteren Achtkerner mit Monster-Cache interessiert. AMD wird sein Marketing also fein austarieren müssen: Der Ryzen 7 9850X3D soll klar als High-End-Gaming-CPU positioniert werden, darf aber nicht den kompletten Scheinwerfer von den APUs klauen, auf die sehr viele Nutzer deutlich gespannter sind.

Innerhalb der Zen-5-Familie nimmt der Ryzen 7 9850X3D eine klassische Sweet-Spot-Rolle ein. Unter ihm finden sich Modelle wie der Ryzen 7 9700X und 9700F mit weniger Cache und geringerem TDP sowie Ryzen-5-Ableger für das obere Mittelklasse-Segment. Darüber warten Ryzen 9 9900X3D und 9950X3D2 für alle, die Gaming mit Content-Creation, Streaming oder schwerer Multitasking-Last kombinieren. Gemeinsam ist allen Zen-5-CPUs die Unterstützung für schnellen DDR5-Speicher, integrierte RDNA-2-Grafik für den Notfallbetrieb ohne dedizierte GPU und eine AM5-Plattform, die laut AMD noch mehrere Generationen tragen soll.

Bleibt die praktische Frage: Lohnt sich ein Upgrade auf den Ryzen 7 9850X3D aufgrund dieses Leaks. Wer heute bereits einen Ryzen 7 9800X3D nutzt, wird vermutlich mit den Schultern zucken. Fünf Prozent mehr PassMark sind nett, aber selten kaufentscheidend – es sei denn, man gehört zu den Enthusiasten, die vor allem deshalb aufrüsten, weil sie gerne neues Silizium in den Sockel stecken. Für Besitzer eines Ryzen 7 7800X3D ist die Situation weniger klar: Über 20 Prozent Zuwachs in synthetischen Tests können in Anwendungen und CPU-limitierten Games spürbar sein, aber in hohen Auflösungen bleibt die Grafikkarte meist der Flaschenhals.

Die größte Zielgruppe des 9850X3D sind deshalb all jene, die noch auf AM4 und insbesondere auf einem 5800X3D oder älteren Zen-3-/Zen-2-CPUs sitzen. Für sie kombiniert der neue Chip alles, was man sich von einem Plattformwechsel erhofft: moderne Architektur, höhere Taktraten, weiterentwickelten 3D V-Cache, aktuelle I/O-Features der AM5-Plattform und eine gute Zukunftsperspektive. Die Frage lautet dann nicht mehr, ob der Prozessor schnell genug ist, sondern ob man die einmaligen Kosten für DDR5 und Mainboard jetzt schlucken will – oder lieber noch wartet, bis der Speicher-Markt sich beruhigt.

Unterm Strich bleibt: PassMark ist nur ein Benchmark unter vielen. Erst ausführliche Tests mit echten Spielen, produktiven Workloads, unterschiedlichen RAM-Konfigurationen, Messungen von Temperaturen und Verbrauch werden zeigen, wie sich der Ryzen 7 9850X3D im Alltag schlägt. Aber der Trend ist klar erkennbar: AMD zieht das X3D-Rezept nicht neu auf, sondern feilt daran. Etwas mehr Takt, ein reiferer gestapelter Cache, eine etablierte Plattform – der 9850X3D sieht ganz danach aus, als würde er die Rolle des Gaming-Lieblings schlicht in die Zen-5-Ära weitertragen. Ob das für das eigene System reicht, hängt vor allem von der aktuellen Hardware, dem RAM-Preis im eigenen Land und dem eigenen Upgrade-Zeithorizont ab.

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1 kommentar

Hackathon January 2, 2026 - 1:47 am

Ganz ehrlich: Wer vom 9800X3D auf den 9850X3D wechselt, macht das nicht wegen der Performance, sondern weil er es liebt, alle paar Monate die CPU zu tauschen lol

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