
AMD Ryzen AI MAX+ 388 und Ryzen 7 9700X3D im PassMark gesichtet: Strix Halo mit kompletter Radeon 8060S trifft auf ein X3D-Mysterium
Zwei bislang nicht angekündigte AMD-Chips sind in der PassMark-Datenbank aufgetaucht: der Ryzen AI MAX+ 388 aus der Strix-Halo-Familie und der Ryzen 7 9700X3D. Beide setzen auf acht Kerne und 16 Threads, zielen aber auf sehr unterschiedliche Einsatzzwecke. Der MAX+ 388 wirkt wie ein All-in-One-SoC mit ungewöhnlich starker integrierter Grafik, während der 9700X3D das nächste Kapitel von 3D V-Cache im Desktop andeutet
. Wie immer bei Datenbankfunden gilt: Alles ist vorläufig, Angaben können ungenau oder unvollständig sein. Dennoch zeichnet sich eine spannende Richtung ab.
Ryzen AI MAX+ 388 (Strix Halo): 8× Zen 5 und die Radeon 8060S ohne Abstriche
Der MAX+ 388 scheint sich zwischen den bekannten Strix-Halo-SKUs 395, 390, 385 und 380 einzusortieren. Technisch interessant ist die Mischung aus 8C/16T auf Zen 5 und einer Radeon 8060S mit 40 RDNA 3.5 Compute Units – das ist die volle iGPU-Ausbaustufe, die sonst den Topmodellen vorbehalten ist. Während 390 und 385 typischerweise mit der Radeon 8050S (32 CUs) geführt werden, hält der 388 offenbar an der Maximalgrafik fest. Das deutet auf ein bewusstes Value-SKU hin: weniger CPU-Kerntiefe, aber keine Kompromisse bei der iGPU.
Zu den Caches werden 32 MB L3 und 8 MB L2 genannt. Takt und TDP fehlen zwar, doch Strix Halo ist für ein konfigurierbares Fenster um 45–120 W bekannt; standardmäßig liegt man oft im mittleren Bereich. Setzt AMD diese Linie fort, dürfte der 388 solide CPU-Leistung liefern und gleichzeitig der iGPU genug thermischen und elektrischen Spielraum geben – wichtig für längere Spiele- oder Medienworkloads.
Für wen klingt das nach Musik? Für Mini-PCs, SFF-Builds und kompakte Creator-Systeme, die ohne dedizierte Grafikkarte auskommen sollen, aber mehr als nur „Office-Grafik“ erwarten. In 1080p erscheint spielbares Gaming realistisch; mit Feintuning sind je nach Titel auch 1440p-Experimente drin. Mediencodierung, Video-Beschleunigung und GPU-gestützte kreative Workflows profitieren ebenso. Einziger Wermutstropfen: Hochkapazitive, sehr schnelle DDR5-Kits sind weiterhin kostspielig und drücken die Gesamtkalkulation nach oben – „wertig“ heißt nicht automatisch „billig“.
| SKU | Architektur | Kerne/Threads | Cache (L3+L2) | iGPU | CU | konfig. TDP |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Ryzen AI MAX+ 395 | Zen 5 / RDNA 3.5 | 16/32 | ~80 MB | Radeon 8060S | 40 | 45–120 W |
| Ryzen AI MAX 390 | Zen 5 / RDNA 3.5 | 12/24 | ~76 MB | Radeon 8060S | 40 | 45–120 W |
| Ryzen AI MAX 385 | Zen 5 / RDNA 3.5 | 8/16 | ~40 MB | Radeon 8050S | 32 | 45–120 W |
| Ryzen AI MAX+ 388 | Zen 5 / RDNA 3.5 | 8/16 | ~40 MB | Radeon 8060S | 40 | 45–120 W* |
| Ryzen AI MAX 380 | Zen 5 / RDNA 3.5 | 6/12 | ~22 MB | Radeon 8040S | 16 | 45–120 W |
*Anhaltspunkt basierend auf Familienverhalten; offizielle Zahlen fehlen.
Nebenbei: Es ist denkbar, dass der 388 regional limitiert startet (etwa als China-SKU) und später breiter ausgerollt wird. Das ändert nichts am Kern: ein „Sweet Spot“ für alle, die dGPU-freie Systeme mit echter Grafikreserve gebaut sehen wollen.
Ryzen 7 9700X3D: 8-Kern-X3D mit fragwürdig hohem Boost
Der zweite Fund ist der Ryzen 7 9700X3D, in der Datenbank als Zen 6 mit 8/16 geführt. Aufhorchen lässt der gemeldete Boost von 5,8 GHz. Das wirkt im Kontext bisheriger 8-Kern-X3D-Spitzenmodelle sehr optimistisch: Die rangieren üblicherweise in der mittleren 5-GHz-Region. 5,8 GHz deuten daher eher auf Overclocking, ein ES-Artefakt oder schlicht einen Lesefehler hin – also keine fixe Zusage.
Spannend bleibt der 3D V-Cache selbst. Das gestapelte L3-Paket hat sich in latenzsensitiven Engines und E-Sports-Titeln wiederholt bewährt, oft weniger über Peak-FPS als über stabile Frame-Times. Ein 8-Kern-X3D bewahrt damit AMDs beliebte „Gaming-Schiene“: ein einzelnes CCD, niedrige Latenzen, konsistente Frames – ohne in sehr hohe Kernzahlen zu gehen.
Frühe PassMark-Werte (mit Salz genießen)
Die PassMark-Einträge listen vorläufige Single- und Multi-Thread-Scores. Im Vergleich zu gängigen 8-Kern-CPUs ergibt sich folgendes Bild:
| CPU | Single-Thread | Multi-Thread |
|---|---|---|
| Ryzen 7 9700X3D | 4687 | 40438 |
| Ryzen 7 9800X3D | 4427 | 39981 |
| Ryzen 7 9700X | 4652 | 37139 |
| Ryzen AI MAX+ 388 | 4145 | 31702 |
Wenn sich die Zahlen bestätigen (ein großes wenn), läge der 9700X3D leicht vor dem 9800X3D im Single-Thread und deutlich vor dem 9700X im Multi-Thread. Der 8-Kern-Strix-Halo 388 hinkt den Desktop-CPUs in reiner CPU-Rohleistung hinterher – logisch für einen SoC mit starkem iGPU-Block –, kann dafür aber in Workloads punkten, die RDNA 3.5 mit 40 CUs nutzen.
Offene Fragen und Ausblick
Unklar bleiben Preis, Verfügbarkeit, finale Takte und TDP-Profile. Der Branchentakt macht CES 2026 zu einer naheliegenden Bühne für größere Ryzen-Ankündigungen, aber bestätigt ist das nicht. Bis AMD offiziell spricht, gelten die hier skizzierten Daten als Indizien, nicht als Spezifikationen.
Für wen eignet sich was?
Wer einen kompakten Gaming- oder Creator-Rechner ohne dGPU plant, sollte den MAX+ 388 auf dem Schirm haben: 1080p solide, 1440p situativ, starke Medienpfade – und das bei überschaubarem Formfaktor. Desktop-Spieler, die Frame-Time-Konstanz über alles stellen, finden im 9700X3D (falls er so kommt) die logische Fortsetzung des X3D-Konzepts. Parallel sorgt der Wettbewerb mit Intel und dessen Hybrid-Aufstellungen dafür, dass sich am Ende vor allem eines verbessert: Auswahl.
Hinweis zum Schluss: Leaks sind keine Datenblätter. Namen, Konfigurationen, Taktziele und Energieprofile können sich bis zum Marktstart ändern. Skepsis behalten – und auf offizielle Infos warten.
2 kommentare
Wenn der 388 wirklich die 8060S voll behält, werden Mini-PCs plötzlich sexy
PassMark schwankt stark je nach Build. Ich warte auf echte Tests, aber Interesse ist da