The Flash-Regisseur Andy Muschietti hat erneut sein viel diskutiertes DC-Projekt verteidigt – den Film, der als einer der größten Flops in der Geschichte des Superhelden-Kinos gilt. 
In einem Interview mit The Playlist, das er eigentlich zur Promotion seiner neuen Serie Welcome to Derry gab, sprach Muschietti offen über den negativen Ruf seines Films und machte deutlich: Viele Leute hätten gar nicht gesehen, worüber sie schimpfen.
„Viele haben den Film einfach nicht geschaut“, sagte Muschietti. „Aber so läuft das heute: Menschen lieben es, über Dinge herzuziehen, die sie gar nicht kennen. Sie springen auf Trends auf, wiederholen Meinungen anderer und tun so, als wüssten sie alles.“ Damit traf er einen Nerv – in Zeiten von Social Media reicht oft ein viraler Clip, um eine Meinung zu formen, bevor der Film überhaupt im Kino läuft.
Als The Flash 2023 erschien, sollte der Film eigentlich das angeschlagene DC Extended Universe retten. Stattdessen spielte er nur 271 Millionen Dollar weltweit ein – bei einem Budget von etwa 200 Millionen. Kritiker bemängelten schwache Effekte, inkonsistente Tonalität und das Gefühl, dass Warner Bros. mit dem Multiversum-Konzept überfordert war. Besonders umstritten war die Entscheidung, verstorbene Schauspieler per CGI wiederzubeleben – ohne Einverständnis der Familien. Trotzdem steht Muschietti zu seiner Arbeit: „Wir lieben den Film. Wir haben alles gegeben – Blut, Schweiß und Tränen. Ich habe ihn neulich wieder gesehen und finde ihn immer noch großartig.“
Er räumt jedoch ein, dass die Eskapaden von Ezra Miller außerhalb des Films massiv geschadet haben. „Natürlich hatten wir eine PR-Krise, das lässt sich nicht leugnen“, sagt er. Dennoch glaubt Muschietti, dass der Film auch wegen mangelnder Publikumsbindung scheiterte: „Ich habe gemerkt, dass viele einfach keinen Bezug zu der Figur Flash haben – besonders Frauen. Wenn das Interesse fehlt, kämpft man von Anfang an gegen den Wind.“
In Hollywood-Jargon heißt das: The Flash verfehlte die „vier Quadranten“ – Männer und Frauen über und unter 25 Jahren. Genau diese Zielgruppen müssen Blockbuster normalerweise alle bedienen. „Wenn du 200 Millionen ausgibst, will das Studio, dass sogar deine Oma ins Kino geht“, scherzte Muschietti.
Unter Fans ist die Meinung gespalten. Manche loben den Film als charmantes Chaos mit Herz, andere sehen ihn als überambitionierten Flickenteppich. „Er wollte alles auf einmal sein – Drama, Komödie und Franchise-Neustart – und hat nichts davon richtig geschafft“, schrieb ein Zuschauer. Ein anderer meinte: „Das Ding hat Seele. Vielleicht wird es in ein paar Jahren als Kultfilm gesehen.“
Und tatsächlich: Trotz des Misserfolgs bleibt Muschietti Teil der neuen DC-Ära. Er soll den nächsten Batman-Film The Brave and the Bold für James Gunns neue DCU-Generation inszenieren. Ob ihm damit die Wiedergutmachung gelingt, wird sich zeigen. Doch eines ist klar: The Flash bleibt ein Sinnbild für das Ende einer überhitzten Superhelden-Ära – ehrgeizig, chaotisch und irgendwie menschlich.
1 kommentar
hab ihn auf Max gesehen, das Ende sah aus wie PlayStation-2-Grafik 😭