Apple ist bekannt dafür, seine Produkte so zu entwickeln, dass sie perfekt miteinander harmonieren. Genau deshalb hat die Vorstellung des iPhone 17 und der neuen AirPods Pro 3 für großes Aufsehen gesorgt. Besonders die Ankündigung des Features Live Translation wirkte wie ein echter Gamechanger: Gespräche in verschiedenen Sprachen, direkt in den AirPods übersetzt. Doch für Millionen von Nutzerinnen und Nutzern in der EU bleibt die Begeisterung vorerst aus. 
Laut Apples offizieller Übersicht zu iOS 26 und iPadOS 26 wird Live Translation in der Europäischen Union nicht verfügbar sein – zumindest nicht zum Start.
Die Idee dahinter ist faszinierend. Mit den AirPods im Ohr kann man ein Gespräch in einer Fremdsprache führen, und die Übersetzung wird in Echtzeit entweder im iPhone angezeigt oder direkt ins Ohr gesprochen. Möglich macht das Apple Intelligence, die neue KI-Plattform des Konzerns. Das Feature startet zusammen mit den AirPods Pro 3, soll aber auch für die AirPods Pro 2 und die kommenden AirPods 4 verfügbar sein. Außerhalb Europas wird die Funktion schon als Meilenstein für Reisen, Business und internationale Kommunikation gefeiert.
Warum aber bleibt Europa außen vor? Der Grund liegt in den Regeln des Digital Markets Act (DMA). Dieses Gesetz zwingt große Tech-Unternehmen, ihre Dienste für mehr Interoperabilität zu öffnen. Live Translation funktioniert jedoch nur innerhalb der geschlossenen Apple-Welt – und genau das kollidiert mit den Vorgaben. Apple hat betont, dass weder die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) noch das kommende KI-Gesetz für die Blockade ausschlaggebend sind. Das Problem sei einzig und allein der DMA.
Für EU-Nutzer ist das nichts Neues. Schon früher mussten sie auf bestimmte Apple-Funktionen verzichten oder Abstriche machen: sei es beim App Store, bei Ladeanschlüssen oder bei anderen Regulierungen. Zwar sollen diese Maßnahmen Verbraucher schützen und den Wettbewerb fördern, doch in der Praxis fühlen sich viele Kundinnen und Kunden eher benachteiligt. Und diesmal trifft es ausgerechnet eine der spannendsten Neuerungen.
Der große Reiz der Apple-Produkte besteht darin, dass sie als nahtloses Ökosystem funktionieren. Wenn ein Kern-Feature wie Live Translation in einem ganzen Markt deaktiviert wird, leidet das Versprechen dieser Premium-Erfahrung. Für europäische Käufer stellt sich daher die Frage: Warum zahlt man denselben Preis wie in den USA oder Asien, bekommt aber weniger Leistung? Das Ganze wirft die größere Diskussion auf, ob Regulierung wirklich immer im Sinne der Nutzerinnen und Nutzer geschieht – oder ob sie Innovationen schlicht ausbremst.
Die AirPods Pro 3 kommen trotzdem in Europa auf den Markt, mit verbessertem Noise Cancelling, optimiertem Sound und vertrautem Premium-Design. Der Versand startet am 19. September, Vorbestellungen laufen bereits. Doch ausgerechnet das Highlight-Feature bleibt gesperrt, bis Apple und die EU-Behörden eine Lösung finden. Für viele Fans ist das ein weiteres Beispiel dafür, dass Regulierung zwar gut gemeint sein mag, aber oft auf dem Rücken der Nutzerinnen und Nutzer ausgetragen wird.
Fazit: Technik wird längst nicht mehr nur von Ingenieuren geprägt. Gesetze und politische Rahmenbedingungen bestimmen zunehmend, welche Funktionen wann und wo verfügbar sind. Und während User in den USA und Asien Live Translation schon ausprobieren, heißt es für Europa wieder einmal: warten.
2 kommentare
airpods 3 kaufen und die hauptfunktion fehlt – das ist doch ein witz
wenn ich mit meinem EU account in die USA fliege, bleibt es trotzdem gesperrt?