Der bislang teuerste iPhone-Ableger könnte schon in ein paar Jahren Realität werden – und es wird nicht das nächste Pro-Max-Modell sein. 
Laut einem Bericht des Fubon-Research-Analysten Arthur Liao arbeitet Apple intensiv an seinem ersten faltbaren iPhone, das in der Gerüchteküche meist iPhone Fold genannt wird. Dieses Gerät soll nicht einfach ein weiterer Aufguss des bekannten iPhone-Designs sein, sondern ein eigenes Luxus-Segment oberhalb des künftigen iPhone 17 Pro Max eröffnen.
Schon der anvisierte Preis zeigt, in welche Richtung Apple denkt: Rund 2.499 US-Dollar stehen im Raum. Das wäre ungefähr doppelt so viel wie der erwartete Preis für ein iPhone 17 Pro Max – und noch einmal deutlich über dem Samsung Galaxy Z Fold 7, das bei etwa 1.999 Dollar liegen soll. Der iPhone-Fold-Käufer ist damit klar umrissen: keine breite Masse, sondern Tech-Enthusiasten, Early Adopter und Apple-Fans, für die „das Neueste vom Neuen“ wichtiger ist als ein rationales Preis-Leistungs-Verhältnis.
Luxus-Experiment in einem schrumpfenden Smartphone-Markt
Spannend ist, dass Apple dieses Hochpreis-Experiment ausgerechnet in einer Phase plant, in der der weltweite Smartphone-Markt eher rückläufig ist. Liao rechnet damit, dass die globalen Auslieferungen im Jahr 2026 um etwa vier Prozent auf rund 1,2 Milliarden Geräte sinken. In China, einem der wichtigsten Absatzmärkte, soll das Minus bei etwa drei Prozent liegen; dort werden dann noch etwa 275 Millionen Smartphones pro Jahr erwartet.
Auch Apple selbst kann sich diesem Trend laut Prognose nicht vollständig entziehen. Die jährlichen iPhone-Auslieferungen könnten auf ungefähr 234 Millionen Geräte zurückgehen – ebenfalls ein Rückgang von rund vier Prozent. Parallel dazu steigen die Kosten auf der Produktionsseite. Der Materialeinsatz, also der sogenannte Bill of Materials, soll 2026 im Schnitt um fünf bis sechs Prozent teurer werden. Besonders ins Gewicht fällt der Anstieg bei Speicherchips: DRAM-Verträge liegen laut Liao bereits mehr als 75 Prozent über dem Niveau des vierten Quartals 2024. Vor diesem Hintergrund ist ein High-End-Produkt mit Spezialkomponenten wie einem faltbaren Panel zwangsläufig ein teures Unterfangen.
Warum das iPhone Fold so teuer werden könnte
Die hohe Preisansage kommt nicht von ungefähr. Der Analyst führt den Großteil der Kostensteigerung auf drei Bereiche zurück: das flexible OLED-Display, das Scharnier-System und die speziell leichten, aber stabilen Bauteile im Gehäuse. Faltbare Displays müssen unzählige Öffnungs- und Schließzyklen überstehen, dürfen sich nicht schwammig anfühlen und sollen dennoch möglichst dünn bleiben – ein Balanceakt, der in der Fertigung wesentlich komplexer ist als bei einem klassischen, starren Bildschirm.
Hinzu kommt ein Anspruch, der sehr nach Apple klingt: Der Knick in der Mitte der Hauptanzeige soll entweder nahezu unsichtbar oder im Alltag kaum wahrnehmbar sein. Viele aktuelle Foldables zeigen im aufgeklappten Zustand immer noch eine sicht- und fühlbare Falte. Sollte es Apple gelingen, diesen Makel weitgehend zu eliminieren, wäre das ein Alleinstellungsmerkmal – allerdings eines, das viel Entwicklungsaufwand und damit Geld kostet.
Absatztechnisch plant Liao nicht mit gigantischen Stückzahlen, sondern mit einem kontrollierten, exklusiven Volumen. Über den gesamten Lebenszyklus der ersten Fold-Generation rechnet er mit rund 15,4 Millionen verkauften Geräten. Allein im Jahr 2026 könnten etwa 5,4 Millionen iPhone Fold über den Ladentisch gehen. Im Vergleich zu den Hunderten Millionen regulären iPhones ist das überschaubar, für ein Prestige-Produkt aber mehr als solide.
Design: Buchformat, große Innenfläche, klassischer Außenscreen
Beim Formfaktor orientiert sich Apple dem Vernehmen nach an einem Buch-Design, ähnlich wie beim Galaxy Z Fold. Aufgeklappt soll das iPhone Fold eine große Innenanzeige mit einer Diagonale von etwa 7,74 Zoll bieten – eine Fläche, die stark an ein kleines iPad erinnert und sich ideal für Videos, Spiele, Split-Screen-Apps und produktives Arbeiten eignet. Im zugeklappten Zustand übernimmt ein Außendisplay mit ungefähr 5,49 Zoll die Rolle eines normalen Smartphone-Screens für schnelle Antworten, Telefonate und Benachrichtigungen.
Die Hauptanzeige im Inneren wird mit einer Auflösung von rund 2.713 x 1.920 Pixeln und einem 4:3-Format erwartet. Dieses Seitenverhältnis ist weniger kinohaft, dafür aber besonders gut zum Lesen, Schreiben und für Multitasking geeignet, weil Inhalte nicht so stark in die Breite gezogen werden. Die Vision dahinter ist klar: ein Gerät, das im Alltag wie ein iPhone genutzt werden kann, sich aber bei Bedarf in eine kleine, produktive Arbeits- oder Entertainmentfläche verwandelt.
Leistung, Kameras und Akku: iPhone auf Steroiden
Im Inneren soll das iPhone Fold laut Bericht mit einem A20-Pro-Chip antreten – der nächsten Generation von Apples High-End-SoCs. Zusammen mit 12 GB RAM wäre das die bislang leistungsstärkste iPhone-Kombination und prädestiniert für anspruchsvolle Szenarien wie Grafik-intensive Spiele, professionelle Kreativ-Apps oder paralleles Arbeiten mit mehreren Apps. Für die Mobilfunkanbindung soll ein hauseigener C2-5G-Modemchip sorgen, ein weiterer Baustein der Strategie, möglichst viele Kernkomponenten selbst zu entwickeln und zu optimieren.
Bei den Kameras scheint Apple einen eher zurückhaltenden, aber durchdachten Ansatz zu verfolgen. Statt eines ganzen „Linsenfriedhofs“ wird über ein Dual-Kamera-System auf der Rückseite mit maximal 48 Megapixeln gesprochen, das vor allem in puncto Bildqualität überzeugen soll. Auf der Vorderseite ist eine Under-Display-Kamera mit bis zu 24 Megapixeln im Gespräch, die unter dem Panel verschwindet. Ziel: Videochats und Selfies ohne störende Punch-Holes oder Notch-Einschnitte auf der großen Displayfläche.
Damit der große Screen nicht schon am Nachmittag nach einer Steckdose schreit, plant Apple den Gerüchten zufolge mit einem Akku zwischen 5.400 und 5.800 mAh. Für ein faltbares Gerät mit Tablet-ähnlicher Fläche ist diese Kapazität fast schon Pflicht. Kombiniert mit der typischen Software-Optimierung und der Effizienz des A20 Pro könnte das iPhone Fold trotz Leistungsreserven solide durch einen intensiven Tag kommen – ohne dafür unverhältnismäßig dick oder schwer zu werden.
Comeback von Touch ID in einer neuen Rolle
Eine besonders interessante Nuance: Statt Face ID könnte beim iPhone Fold wieder Touch ID im Mittelpunkt stehen. Diskutiert wird entweder ein Sensor im Power-Button an der Seite oder ein Fingerabdruckscanner direkt unter dem Display. Für viele Nutzer, die die klassische Fingerabdruck-Entsperrung vermissen, wäre das ein echtes Argument. Gleichzeitig macht der wechselnde Formfaktor – aufgeklappt versus zugeklappt – die Gesichtserkennung komplizierter, sodass ein Fingerprint-Sensor hier schlicht die praktischere Lösung sein könnte.
Vergleich mit dem Samsung Galaxy Z Fold 7
Auf der Foldable-Bühne trifft Apple vor allem auf Samsung, das mit der Galaxy-Z-Fold-Reihe seit Jahren Erfahrung sammelt. Der Galaxy Z Fold 7 dürfte bei etwa 1.999 US-Dollar liegen und gilt als ausgereifte Plattform mit typischen Android-Stärken wie Flexibilität und breitem Hardware-Angebot. Das iPhone Fold würde mit seinem deutlich höheren Preis also klar signalisieren, dass es eher ein Luxus- und Ökosystem-Produkt ist als ein klassischer Preis-Leistungs-Rivale.
Für Nutzer, die bereits tief im Apple-Kosmos stecken – mit Mac, iPad, Apple Watch und AirPods – könnte das iPhone Fold zu einer Art Hybrid-Gerät werden, das das bisherige iPhone und in vielen Fällen auch ein kleines iPad ersetzt. Andere werden es als teures „Spielzeug“ für Fans abhaken, das technisch beeindruckt, finanziell aber nur schwer zu rechtfertigen ist.
Startfenster und Bedeutung für die Zukunft der iPhone-Reihe
Arthur Liao geht davon aus, dass Apple das iPhone Fold in der zweiten Jahreshälfte 2026 vorstellt – also im Zeitraum H2 2026. Möglich wäre eine Präsentation im Rahmen der regulären iPhone-Keynote gemeinsam mit der iPhone-18-Familie oder ein eigenes Event, das dem neuen Formfaktor die volle Aufmerksamkeit sichert. Die zusätzliche Zeit bis dahin kann Apple nutzen, um das Scharnier zu perfektionieren, iOS besser an große, faltbare Displays anzupassen und Entwickler zu motivieren, ihre Apps für dieses Format zu optimieren.
Realistisch betrachtet wird das iPhone Fold auf absehbare Zeit kein „Standard-iPhone“ für jedermann. Es ist eher ein teures Labor für Apple: ein Testfeld, wie Nutzer tatsächlich mit faltbaren Displays umgehen, welche Apps sich durchsetzen und welche Kompromisse akzeptiert werden. Gleichzeitig ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Ideen aus dem Fold – von UI-Konzepten bis hin zu Display-Technologien – schrittweise in reguläre iPhone-Generationen einfließen. Selbst wer also nie ein iPhone Fold kauft, könnte dessen Einfluss in künftigen iPhone-Modellen spüren.