
Apple Q4 GJ 2025: iPhone und iPad enttäuschen, Services glänzen – Umsatz erreicht 102,47 Mrd. US-$
Apple hat sein viertes Fiskalquartal 2025 mit einem klaren Signal abgeschlossen: Die Geldmaschine läuft, aber die Treibriemen verschieben sich. Der Konzern meldet 102,47 Mrd. US-Dollar Umsatz und 27,47 Mrd. US-Dollar Nettogewinn. Gegenüber dem Vorjahresquartal bedeutet das ein Plus von 7,9 % (Q4/2024: 94,93 Mrd. US-$). Die Gewinne je Aktie lagen mit 1,85 US-$ über der Erwartung von 1,77 US-$. Unter der Oberfläche zeigt sich jedoch ein differenziertes Bild: iPhone und iPad verfehlten die Konsensschätzungen, während Services und – etwas überraschend – der Mac überdurchschnittlich performten.
Die wichtigsten Zahlen im Überblick
- Gesamtumsatz: 102,47 Mrd. US-$ (Vorjahr 94,93 Mrd. US-$)
- iPhone: 49,03 Mrd. US-$ (+6,1 % J/J; unter Konsens 50,19 Mrd. US-$)
- Mac: 8,73 Mrd. US-$ (+12,8 % J/J; über Konsens 8,59 Mrd. US-$)
- iPad: 6,95 Mrd. US-$ (flat J/J; leicht unter 6,98 Mrd. US-$ Erwartung)
- Wearables, Home & Accessories: 9,01 Mrd. US-$ (−0,3 % J/J; über Konsens 8,49 Mrd. US-$)
- Services: 28,75 Mrd. US-$ (+15,1 % J/J; über Konsens 28,17 Mrd. US-$)
- Bruttomarge (absolut): 48,34 Mrd. US-$
- F&E-Aufwand: 8,87 Mrd. US-$
- Liquide Mittel & Äquivalente: 35,93 Mrd. US-$
Die Zahlen unterstreichen eine strategische Verschiebung: Während die Hardware den Takt vorgibt, liefert das Servicegeschäft den Marge-Booster. Die starke Bruttomarge in Dollar bei gleichzeitig hohen Investitionen in Forschung und Entwicklung – knapp 9 Mrd. US-$ im Quartal – zeigt, dass Apple seine Differenzierungsachsen in Silizium, Software und Ökosystem konsequent weiterfinanziert.
Beats & Misses: Was den Markt bewegt
Auf Konzernebene schlug Apple die Umsatzschätzung (102,24 Mrd. US-$) und übertraf die EPS-Erwartung. In der Segmenttiefe sind die Nuancen entscheidend: iPhone blieb mit 49,03 Mrd. US-$ unter dem Konsens – Wachstum ja, aber ein vorsichtigerer Upgrade-Zyklus und ein defensiverer Mix dämpften den Enthusiasmus. iPad stagnierte bei 6,95 Mrd. US-$ und unterstrich die Reife des Tabletmarkts. Auf der Habenseite punktete der Mac mit 8,73 Mrd. US-$ und damit über Erwartung; der Ersatzzyklus zieht an, und die Performance-Gewinne der aktuellen Generation scheinen im Enterprise-Umfeld zu fruchten. Die Kategorie Wearables/Home/Accessories lieferte 9,01 Mrd. US-$ – leicht rückläufig J/J, aber dennoch über Konsens, was robuste Nachfrageinseln für Health-, Fitness- und Audio-Use-Cases nahelegt. Services war erneut der Star: 28,75 Mrd. US-$ Umsatz, deutlich zweistelliges Wachstum und ein souveränes beat gegenüber der Markterwartung.
Ein Gegenwindfaktor, der nicht unterschlagen werden sollte: Tariflasten von 1,1 Mrd. US-$ in Q4/2025. Trotz dieser Belastung lag die Profitabilität über den Prognosen – ein Hinweis auf Preissetzungsmacht, Supply-Chain-Agilität und die Hebelwirkung des margenstarken Servicegeschäfts.
Das Gesamtjahr 2025: Solider Aufwärtspfad
Für das gesamte Fiskaljahr verbuchte Apple 416,16 Mrd. US-$ Umsatz – ein Zuwachs von 6,42 % gegenüber 391,04 Mrd. US-$ im Vorjahr. Die Products-Sparte steuerte 307 Mrd. US-$ (+4,11 %) bei, die Services-Sparte 109,2 Mrd. US-$ (+13,55 %). Die Botschaft: Services schieben das Ergebnis strukturell nach oben und glätten Zyklenschwankungen der Hardware.
Ausblick & Roadmap: Neue Siri ab 2026
Im Earnings-Call skizzierte das Management eine klare Innovationsagenda: Eine neue Siri ist für 2026 angekündigt. Details bleiben rar, doch die Stoßrichtung ist eindeutig – mehr On-Device-Intelligenz, Datenschutz als Grundprinzip und tiefere Integration in Hard- und Software. CEO Tim Cook zeigte sich zuversichtlich für das bis Dezember endende Quartal: Saisonalität, Produktauffrischungen und anhaltender Services-Schwung sollen das Feiertagsgeschäft stützen.
Einordnung: Woran sich Investoren orientieren sollten
Q4 im Apple-Kalender markiert traditionell die Übergangsphase vor dem Hochlauf zum Jahresende. Dass der Konzern trotz iPhone-/iPad-Schwäche und Tarifdruck die Erwartungen schlug, spricht für die Robustheit des Modells. Für den weiteren Verlauf rücken drei Achsen in den Fokus: die Nachhaltigkeit des Services-Wachstums (Marge, Preisbündel, ARPU), die Erholung beim Mac (Austauschzyklen, Business-Nachfrage) und die Widerstandskraft von Wearables (Gesundheit, Fitness, Entertainment).
Worauf es im nächsten Quartal ankommt
- Feiertagsausführung: Lieferfähigkeit, Promotions und Modellmix bei iPhone, iPad und Mac.
- Services-Marge: Preis-/Pakethebel und die Rolle der installierten Basis.
- Tarif- & Makro-Risiken: Nachwirkungen des 1,1-Mrd.-US-$-Effekts.
- Siri 2026: Positionierung der KI-Agenda unter Wahrung der Apple-Privacy-DNA.
Fazit: Apple beendet das Geschäftsjahr mit einem beat bei Umsatz und EPS, einem Services-Motor in Hochform und klaren Signalen, dass die nächste Wachstumswelle stärker von Software, Inhalten und KI-gestützten Erlebnissen getragen wird – während die Hardware als Premium-Einstiegstor die Klammer der gesamten Plattform bleibt.
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Mac-Comeback wird unterschätzt, finde ich