Apple steht vor einem entscheidenden Umbruch in seiner KI-Strategie. Laut mehreren Branchenquellen plant das Unternehmen, John Giannandrea – den bisherigen Leiter für künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen – zu ersetzen. 
Giannandrea war seit 2018 im Amt und galt als Architekt hinter Apples langfristiger KI-Vision. Doch nun scheint klar: Apple will schneller, mutiger und aggressiver agieren, um den Abstand zu Google, OpenAI und Microsoft endlich zu verkleinern.
Als Giannandrea vor sieben Jahren von Google zu Apple wechselte, war Siri längst in die Jahre gekommen. Seine Aufgabe war es, den Sprachassistenten neu zu erfinden und eine solide Grundlage für maschinelles Lernen im gesamten Ökosystem zu schaffen. Unter seiner Leitung entstand das Konzept von Apple Intelligence – eine KI-Plattform, die Datenschutz, Geräteintegration und Nutzerfreundlichkeit vereinen soll. Doch vielen Insidern zufolge verlief die Entwicklung zu langsam, während die Konkurrenz mit atemberaubender Geschwindigkeit voranschritt.
Während Apple noch an seinem Apple-Intelligence-Framework feilt, hat Google mit Gemini ein Ökosystem geschaffen, das KI in jeden Service integriert. OpenAI entwickelt ChatGPT in einem Tempo weiter, das alle Maßstäbe sprengt, und Microsoft hat mit Copilot bewiesen, dass selbst konservative Software-Giganten zu Vorreitern werden können. Dagegen wirkt Siri heute wie ein Relikt aus der Vergangenheit – freundlich, aber kaum revolutionär. Trotz mehrerer Updates ist der erhoffte große Sprung ausgeblieben.
Laut Bloomberg sucht Apple nicht nur intern nach einem Nachfolger, sondern auch extern nach führenden Köpfen aus der KI-Welt. Namen wie Ilya Sutskever, Mitgründer von OpenAI, werden in Branchenkreisen diskutiert – eine Bestätigung gibt es jedoch nicht. Apple will jemanden, der technische Exzellenz mit dem typischen Apple-Gefühl kombiniert: klare Designs, intuitive Nutzung und kompromisslosen Datenschutz.
Der Führungswechsel passt in ein größeres Umstrukturierungsprogramm. Die Bereiche Gesundheit und Fitness sollen künftig unter die Services-Sparte von Eddy Cue fallen – was auf einen möglichen neuen Abo-Dienst Health+ hindeutet, ähnlich wie Apple TV+. Gleichzeitig erhalten Craig Federighi und John Ternus erweiterte Zuständigkeiten. Damit will Apple Entscheidungswege verkürzen und eine engere Verzahnung zwischen Hardware- und KI-Teams erreichen – ein Punkt, an dem es in der Vergangenheit oft hakte.
Der kommende KI-Chef steht vor einer Mammutaufgabe: Er muss nicht nur Siri modernisieren, sondern auch Apples Platz in der Zukunft der künstlichen Intelligenz definieren. Ob dieser Schritt reicht, um den Rückstand aufzuholen, bleibt offen – doch eines ist klar: Apple kann es sich nicht länger leisten, in Zeitlupe zu arbeiten.