Apple hat Klage gegen seinen ehemaligen Ingenieur Chen Shi eingereicht und wirft ihm vor, vertrauliche Unternehmensgeheimnisse an den chinesischen Hersteller Oppo weitergegeben zu haben. Die Klage wurde beim Bundesgericht im Northern District of California eingereicht. 
Shi arbeitete von 2020 bis 2025 im Apple-Team für Sensortechnologie der Apple Watch. Kurz vor seinem Ausscheiden soll er sensible Daten kopiert haben, bevor er eine Führungsrolle bei Oppos US-Team übernahm.
Laut Gerichtsdokumenten soll Shi nur drei Tage vor seinem letzten Arbeitstag 63 vertrauliche Dateien auf einen USB-Stick übertragen haben. Darin enthalten waren technische Roadmaps, Spezifikationen für noch unveröffentlichte Produkte sowie Informationen über ECG- und Temperatursensoren, die zentrale Funktionen der Apple Watch darstellen. Zusätzlich soll er Zugriff auf Informationen der Apple-Chip-Abteilung gehabt haben, die an speziellen KI-Prozessoren arbeitet. Handyprotokolle deuten darauf hin, dass Shi bereits vor seiner Kündigung engen Kontakt zu Oppo-Führungskräften hatte.
Nach außen begründete Shi seinen Abschied mit „familiären Gründen“ und einer Rückkehr nach China, intern vereinbarte er jedoch über 30 Einzelgespräche zu Projekten, die nicht in seinem Verantwortungsbereich lagen. Apple sieht darin ein gezieltes Sammeln weiterer vertraulicher Details. Oppo weist die Vorwürfe zurück und betont, keine Beweise für ein Fehlverhalten gefunden zu haben.
Apple fordert nun eine einstweilige Verfügung, die Oppo die Nutzung dieser Technologien verbieten soll, sowie Schadenersatz. Obwohl Oppo offiziell keine Geräte in den USA verkauft, betreibt das Unternehmen Forschungszentren im Silicon Valley, auch unter dem Namen Innopeak. Beobachter gehen davon aus, dass der Fall weitreichende Folgen für den Umgang mit Mitarbeiterwechseln und geistigem Eigentum in der globalen Tech-Branche haben könnte.
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chinesische Firmen kopieren doch ständig, nix neues