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Apple muss in Großbritannien Milliardenstrafe wegen App-Store-Monopol zahlen

von ytools
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Apple hat in Großbritannien eine historische Niederlage erlitten – und das Urteil könnte das Unternehmen rund zwei Milliarden US-Dollar kosten. Das britische Competition Appeal Tribunal befand, dass Apple seine marktbeherrschende Stellung im App-Vertrieb missbraucht und damit den Wettbewerb eingeschränkt habe.
Apple muss in Großbritannien Milliardenstrafe wegen App-Store-Monopol zahlen
Es ist die erste Sammelklage dieser Art gegen Apple im Vereinigten Königreich – und sie könnte weitreichende Folgen für die gesamte Tech-Branche haben.

Die Klage wurde im Januar 2025 von der Wirtschaftswissenschaftlerin Rachel Kent eingereicht, Professorin am King’s College in London. Sie argumentierte, dass Apple seine Monopolstellung ausnutze, um überhöhte Provisionen zu verlangen – bis zu 30 Prozent auf App-Verkäufe und In-App-Käufe – und so den Wettbewerb behindere. Diese Kosten würden letztlich an die britischen Verbraucher weitergegeben, die dadurch mehr für Apps und digitale Inhalte bezahlen müssten.

Das Tribunal folgte den zentralen Argumenten von Kent und stellte fest, dass Apples Geschäftspraktiken einen klaren Nachteil für den Wettbewerb darstellen. Das Unternehmen steht nun vor der Möglichkeit, bis zu 1,5 Milliarden Pfund – rund zwei Milliarden US-Dollar – an Schadensersatz zu zahlen. Neben der finanziellen Belastung bedeutet das Urteil auch einen erheblichen Imageschaden für Apple, das sein App-Ökosystem stets als sicher und fair verteidigt hat.

Apple kündigte umgehend an, Berufung einzulegen. In einer Stellungnahme bezeichnete das Unternehmen das Urteil als „verzerrte Sicht auf eine florierende und wettbewerbsfähige App-Wirtschaft“. Apple argumentiert, dass seine Gebühren notwendig seien, um Sicherheit, Datenschutz und Entwicklerunterstützung zu gewährleisten – und dass Entwickler ohnehin vielfältige Vertriebsmöglichkeiten hätten.

Doch die Niederlage reiht sich in eine Serie globaler Konflikte ein. In der Europäischen Union wurde Apple bereits durch den Digital Markets Act (DMA) verpflichtet, alternative App-Stores zuzulassen. In den USA geht der langjährige Streit mit Epic Games weiter: Ein Gericht hatte Apple dazu gezwungen, externe Zahlungssysteme zu erlauben, während das Unternehmen dennoch versucht, auch dort Provisionen zu erheben – was die Richterin mit Androhung von Sanktionen und sogar Strafverfahren beantwortete.

Auch in anderen Ländern wächst der Druck. In Australien fordert Epic vor Gericht das Recht, seine Spiele direkt auf iPhones zu installieren, ohne Apples Gebühren zu zahlen. Und in China steht Apple wegen eines Kartellverfahrens unter Beobachtung: Die Behörden werfen dem Konzern vor, den Zugang zu alternativen App-Stores und Zahlungsmethoden zu blockieren – während er solche Optionen in anderen Märkten bereits zulässt.

Für Apple geht es dabei längst um mehr als Geld. Das App-Store-Geschäft gehört zu den profitabelsten Sparten des Unternehmens und ist ein zentraler Pfeiler seiner Service-Einnahmen. Das Urteil aus Großbritannien könnte also ein Wendepunkt sein – der Beginn einer globalen Debatte darüber, wie viel Macht ein einzelnes Unternehmen über den digitalen Markt ausüben darf.

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1 kommentar

oleg February 3, 2026 - 12:01 pm

Endlich bekommt Apple mal Gegenwind, wurde auch Zeit 😤

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