Ubisoft steht erneut im Mittelpunkt der Gaming-Welt – diesmal wegen einer bedeutenden Führungsänderung. Marc-Alexis Côté, der kreative Kopf hinter der Assassin’s Creed-Reihe, verlässt das Unternehmen nach über zwanzig Jahren. 
Sein Abgang fällt genau in die Zeit, in der Ubisoft gemeinsam mit dem chinesischen Konzern Tencent das neue Tochterunternehmen Vantage Studios gegründet hat. Dieses Studio soll künftig die großen Marken wie Assassin’s Creed, Far Cry und Rainbow Six unter einem Dach vereinen und wird von Charlie Guillemot (Sohn des CEO Yves Guillemot) und Christophe Derennes geleitet.
Laut einem Bericht von IGN wurde die Belegschaft per interner E-Mail über Côtés Weggang informiert. In der Nachricht hieß es, das neue Führungsteam müsse „klar auf die Kernziele von Vantage Studios ausgerichtet sein“. Insidern zufolge wurde Côté ein leitender Posten innerhalb der neuen Struktur angeboten, den er jedoch ablehnte. Ubisoft bestätigte die Entscheidung offiziell und sprach von einer freiwilligen Trennung im Rahmen der Umstrukturierung, die im März 2025 angekündigt wurde.
In einem offiziellen Statement lobte Ubisoft Côtés Einfluss auf die Entwicklung der Assassin’s Creed-Reihe: Er habe maßgeblich dazu beigetragen, die Marke zu dem globalen Phänomen zu machen, das sie heute ist. „Wir danken ihm aufrichtig für seine Leidenschaft, seinen Ideenreichtum und seine Führungsstärke“, heißt es weiter. Hinter den Kulissen vermuten Branchenkenner jedoch tiefere Spannungen – insbesondere in Bezug auf die wachsende Kontrolle der Unternehmensführung und den Einfluss von Tencent auf kreative Entscheidungen.
Marc-Alexis Côté begann seine Karriere bei Ubisoft als Leveldesigner und arbeitete sich über die Jahre zum Creative Director hoch. Seit 2022 leitete er die gesamte Assassin’s Creed-Franchise und war verantwortlich für die strategische Ausrichtung kommender Projekte, darunter Assassin’s Creed Codename Red, das heiß erwartete Japan-Abenteuer. Sein Weggang wirft Fragen auf: War es kreative Frustration, interne Politik oder schlicht der Wunsch nach einem Neuanfang?
Fans reagieren gespalten. Einige sehen in seinem Abgang ein Zeichen für Ubisofts schwindende Kreativität und Mutlosigkeit, immer wieder auf dieselben IPs zu setzen. Andere hoffen, dass Vantage Studios Stabilität bringt und neue Ressourcen freisetzt. Doch die Skepsis bleibt: Viele befürchten, dass die Partnerschaft mit Tencent langfristig die kreative Freiheit einschränken könnte.
So oder so markiert Côtés Abschied das Ende einer Ära. Kaum jemand hat die Identität von Assassin’s Creed so stark geprägt wie er. Jetzt steht Ubisoft vor der Herausforderung, die Reihe weiterzuentwickeln, ohne ihre Seele zu verlieren – eine Aufgabe, die schwerer sein dürfte, als es auf den ersten Blick scheint.