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ASUS ROG Xbox Ally X – beeindruckender PC-Handheld, aber kein echter Xbox-Ersatz

von ytools
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Bevor ich je mit einem Controller vor dem Fernseher saß, hatte ich mein Gaming in der Handfläche. Ich drückte stundenlang auf meinem Game Boy herum, vertieft in die winzige Welt auf dem Display. Fotos aus meiner Kindheit zeigen mich gebannt vor meinem Game Boy Advance SP – sogar am Strand. Vielleicht bin ich deshalb die ideale Zielgruppe für ein Gerät wie das ASUS ROG Xbox Ally X. Doch als ich es das erste Mal in den Händen hielt, war ich verblüfft – und ehrlich gesagt, zunächst abgestoßen.
ASUS ROG Xbox Ally X – beeindruckender PC-Handheld, aber kein echter Xbox-Ersatz

Erst nach einigen Wochen intensiver Nutzung wandelte sich Skepsis in Faszination – und später wieder in Kritik. Dieses Gerät ist beeindruckend, aber auch widersprüchlich.

Erste Eindrücke und Verarbeitung

Schon beim Auspacken wurde mir klar: Der Ally X will nicht schön sein. Er wirkt wie ein Controller, dem man einfach einen Bildschirm in die Mitte gesetzt hat. Die Griffe sind praktisch, aber das Design ist weit entfernt von Eleganz. Trotzdem liegt das Gerät mit seinen 715 Gramm angenehm in der Hand. Das Gehäuse ist solide, und die gummierten Flächen verhindern, dass es bei längeren Sessions rutscht. ASUS liefert ein 65-Watt-Ladegerät mit, das im Turbo-Modus sogar bis zu 35 W unterstützt, dazu ein paar Handbücher und einen einfachen Kartonständer. Außerdem gab es eine robuste schwarze Hartschalen-Transporttasche mit Klettfach für das Netzteil – funktional, aber beim Herausnehmen etwas umständlich.

Die Einrichtung dauerte länger als gedacht, weil mein Testgerät einige Vorab-Updates brauchte. Sobald aber alles lief, startete der Ally X in die neue Xbox-PC-App mit frischem Interface. Das fühlt sich erstaunlich „konsolenartig“ an, auch wenn man schnell merkt: das ist kein echtes Xbox-Betriebssystem. Dennoch – kleine Details überzeugen: der Fingerabdruck-Powerknopf, angenehm klickende Schultertasten, ein präziser D-Pad. Als Fan von Jump’n’Runs habe ich Celeste darauf gespielt – es läuft fantastisch. Nur die Knöpfe oben am Gehäuserand nerven: Fünf Stück, von denen mindestens zwei überflüssig sind. Armoury-Crate-Taste oder Xbox-Taste? Beides führt zum selben Menü. Und die Library-Taste drückt man ständig aus Versehen.

Hardware und Technik

Das ROG Xbox Ally X ist das aktuelle Spitzenmodell von ASUS. Herzstück ist der Ryzen AI Z2 Extreme, der zwar keine zusätzlichen Kerne bietet, aber durch bessere Energieeffizienz punktet. Dazu kommt schnellerer RAM, überarbeitete USB-Ports und der neue Formfaktor mit markanteren Griffen. Das Display bleibt ein 7-Zoll-IPS-Panel mit 1920×1080 Pixeln, 120 Hz und 500 Nits Helligkeit. ASUS hat bewusst auf OLED verzichtet – laut eigener Aussage aus Effizienzgründen. Kritiker sehen darin jedoch reine Kostensenkung, denn moderne OLEDs können längst ebenso sparsam sein. In der Praxis liefert der IPS-Bildschirm dennoch kräftige Farben und gute Blickwinkel.

Leistung und Akkulaufzeit

Handheld-Gaming steht und fällt mit der Laufzeit. Hier schlägt sich der Ally X ordentlich. Eine Stunde Red Dead Redemption 2 im Turbo-Modus verbrauchte rund 50 % Akku. Das klingt viel, ist aber für ein Gerät dieser Leistung respektabel. Im 17-W-Performance-Modus hielt der Akku fast doppelt so lange – bei kaum spürbarem Leistungsunterschied. Die Abstimmung ist gelungen: Der Ally X bleibt kühl, leise und konstant schnell.

Ich habe ihn mit mehreren Spielen getestet: Forza Horizon 5, DOOM: The Dark Ages, Horizon Zero Dawn, Shadow of the Tomb Raider und Red Dead 2. Die Ergebnisse:

  • Forza Horizon 5: stabile 60 FPS, butterweiches Bild dank VRR.
  • Red Dead 2: 40 FPS im Performance-Modus, 30 FPS im Silent-Modus.
  • Shadow of the Tomb Raider: meist zwischen 35 und 45 FPS, solide spielbar.
  • Horizon Zero Dawn: 40–50 FPS mit „Favor Performance“-Einstellung.
  • DOOM: The Dark Ages: ruckelig, eher frustrierend.
  • Elden Ring: mehrfach abgestürzt, vor allem beim Öffnen von Menüs.
  • Dying Light: The Beast: ein Crash beim Gebietswechsel, danach stabil.

Fazit: Das Gerät stemmt AAA-Titel beachtlich. Natürlich darf man keine Desktop-Wunder erwarten, aber das Zusammenspiel aus Leistung, Display und Mobilität ist beeindruckend. Zwischen Performance und Akkulaufzeit zu wechseln, macht hier tatsächlich Sinn – selten fühlt sich „Energiesparen“ so vernünftig an.

Ist das wirklich eine Xbox?

Kurze Antwort: Nein. Der Name täuscht. Der ROG Xbox Ally X läuft mit Windows 11 und einer Xbox-ähnlichen Oberfläche. Er kann sich wie eine Konsole anfühlen, ist aber ein PC-Handheld. Steam, Epic, GOG, Game Pass – alles läuft. Nur: Ihre komplette Xbox-Bibliothek werden Sie hier nicht finden. Viele ältere Titel, etwa von Xbox 360 oder der ersten Xbox, tauchen gar nicht auf. Es ist also keine „Xbox to go“, sondern eher ein tragbarer Gaming-Laptop in Controller-Form. Trotzdem ist das Konzept reizvoll. Einen riesigen PC-Katalog unterwegs zu haben, ist etwas, das selbst eine Switch oder Steam Deck nicht ganz bieten.

Für wen lohnt sich das?

Das ist die große Frage. Mit einem Preis von rund 999 US-Dollar (in Deutschland etwa 1.099 €) ist der Ally X kein Schnäppchen. Wer bereits einen Gaming-PC, eine Konsole oder ein Steam Deck besitzt, wird schwer rechtfertigen können, noch einmal so viel auszugeben. Der Mehrwert liegt hauptsächlich im Komfort und im „Haben-Wollen“. Für Enthusiasten ist das spannend, für Gelegenheitsspieler übertrieben.

Gegenüber der Standard-Version oder Konkurrenzgeräten bietet der Ally X nur moderate Vorteile. Die Xbox-Marke sorgt für Aufmerksamkeit, aber nicht unbedingt für mehr Nutzen. Software-Bugs, gelegentliche Abstürze und Windows-Eigenheiten erinnern einen immer wieder daran: das ist kein fertiges Konsolen-Erlebnis. Ein beeindruckendes Stück Technik, ja – aber kein Gamechanger.

Pro & Contra

Vorteile Nachteile
Komfortable Ergonomie und hochwertige Verarbeitung Nicht alle Xbox-Titel verfügbar
Effizienter Betrieb im Performance-Modus Viele Windows-Macken stören den Spielfluss
Flüssige Xbox-Oberfläche vermittelt Konsolen-Gefühl Hoher Preis, geringer Mehrwert
Breite Spielekompatibilität Gelegentliche Abstürze bei AAA-Spielen

Gesamtwertung: 7,5 / 10

Was die Community sagt

In Foren und Kommentaren wurde der Ally X bereits heiß diskutiert. Ein Nutzer schrieb: „OLEDs sind heute genauso effizient. ASUS wollte nur sparen – gleiches Display wie im $599-Modell, aber doppelt so teuer.“ Ein anderer meinte: „Kauf den alten ROG Ally Z1 Extreme für 499 $, bau dir selbst eine größere Batterie ein und installier das neue UI. Spart Geld und ist genauso gut.“

Und natürlich gibt es Nostalgiker: „Das ist keine Xbox! Doom 2016 ist kein Doom, Halo ist nicht mehr exklusiv. Früher war Xbox einzigartig!“ – überspitzt, aber nicht ganz falsch. Viele Fans vermissen das klare Profil von Xbox als Marke. Der Ally X verwischt Grenzen – und das sorgt für gemischte Gefühle.

Unterm Strich ist der ASUS ROG Xbox Ally X ein starkes, aber teures Gerät. Es zeigt, was portable Gaming-PCs leisten können, doch der Preis und die Kompromisse verhindern den großen Wurf. Wer Technik liebt, wird begeistert sein. Wer einfach nur spielen will, sollte warten – vielleicht auf die nächste Generation.

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2 kommentare

viver November 13, 2025 - 2:14 pm

Tolles Gerät, aber für 700 € wäre es ein Hit – so ist es Luxusspielzeug

Antworten
sunny November 19, 2025 - 7:14 pm

Zu viele Knöpfe oben, ich drück ständig den falschen im Spiel

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ASUS ROG Xbox Ally X – beeindruckender PC-Handheld, aber kein echter Xbox-Ersatz

von ytools
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Bevor ich je mit einem Controller vor dem Fernseher saß, hatte ich mein Gaming in der Handfläche. Ich drückte stundenlang auf meinem Game Boy herum, vertieft in die winzige Welt auf dem Display. Fotos aus meiner Kindheit zeigen mich gebannt vor meinem Game Boy Advance SP – sogar am Strand. Vielleicht bin ich deshalb die ideale Zielgruppe für ein Gerät wie das ASUS ROG Xbox Ally X. Doch als ich es das erste Mal in den Händen hielt, war ich verblüfft – und ehrlich gesagt, zunächst abgestoßen.
ASUS ROG Xbox Ally X – beeindruckender PC-Handheld, aber kein echter Xbox-Ersatz
Erst nach einigen Wochen intensiver Nutzung wandelte sich Skepsis in Faszination – und später wieder in Kritik. Dieses Gerät ist beeindruckend, aber auch widersprüchlich.

Erste Eindrücke und Verarbeitung

Schon beim Auspacken wurde mir klar: Der Ally X will nicht schön sein. Er wirkt wie ein Controller, dem man einfach einen Bildschirm in die Mitte gesetzt hat. Die Griffe sind praktisch, aber das Design ist weit entfernt von Eleganz. Trotzdem liegt das Gerät mit seinen 715 Gramm angenehm in der Hand. Das Gehäuse ist solide, und die gummierten Flächen verhindern, dass es bei längeren Sessions rutscht. ASUS liefert ein 65-Watt-Ladegerät mit, das im Turbo-Modus sogar bis zu 35 W unterstützt, dazu ein paar Handbücher und einen einfachen Kartonständer. Außerdem gab es eine robuste schwarze Hartschalen-Transporttasche mit Klettfach für das Netzteil – funktional, aber beim Herausnehmen etwas umständlich.

Die Einrichtung dauerte länger als gedacht, weil mein Testgerät einige Vorab-Updates brauchte. Sobald aber alles lief, startete der Ally X in die neue Xbox-PC-App mit frischem Interface. Das fühlt sich erstaunlich „konsolenartig“ an, auch wenn man schnell merkt: das ist kein echtes Xbox-Betriebssystem. Dennoch – kleine Details überzeugen: der Fingerabdruck-Powerknopf, angenehm klickende Schultertasten, ein präziser D-Pad. Als Fan von Jump’n’Runs habe ich Celeste darauf gespielt – es läuft fantastisch. Nur die Knöpfe oben am Gehäuserand nerven: Fünf Stück, von denen mindestens zwei überflüssig sind. Armoury-Crate-Taste oder Xbox-Taste? Beides führt zum selben Menü. Und die Library-Taste drückt man ständig aus Versehen.

Hardware und Technik

Das ROG Xbox Ally X ist das aktuelle Spitzenmodell von ASUS. Herzstück ist der Ryzen AI Z2 Extreme, der zwar keine zusätzlichen Kerne bietet, aber durch bessere Energieeffizienz punktet. Dazu kommt schnellerer RAM, überarbeitete USB-Ports und der neue Formfaktor mit markanteren Griffen. Das Display bleibt ein 7-Zoll-IPS-Panel mit 1920×1080 Pixeln, 120 Hz und 500 Nits Helligkeit. ASUS hat bewusst auf OLED verzichtet – laut eigener Aussage aus Effizienzgründen. Kritiker sehen darin jedoch reine Kostensenkung, denn moderne OLEDs können längst ebenso sparsam sein. In der Praxis liefert der IPS-Bildschirm dennoch kräftige Farben und gute Blickwinkel.

Leistung und Akkulaufzeit

Handheld-Gaming steht und fällt mit der Laufzeit. Hier schlägt sich der Ally X ordentlich. Eine Stunde Red Dead Redemption 2 im Turbo-Modus verbrauchte rund 50 % Akku. Das klingt viel, ist aber für ein Gerät dieser Leistung respektabel. Im 17-W-Performance-Modus hielt der Akku fast doppelt so lange – bei kaum spürbarem Leistungsunterschied. Die Abstimmung ist gelungen: Der Ally X bleibt kühl, leise und konstant schnell.

Ich habe ihn mit mehreren Spielen getestet: Forza Horizon 5, DOOM: The Dark Ages, Horizon Zero Dawn, Shadow of the Tomb Raider und Red Dead 2. Die Ergebnisse:

  • Forza Horizon 5: stabile 60 FPS, butterweiches Bild dank VRR.
  • Red Dead 2: 40 FPS im Performance-Modus, 30 FPS im Silent-Modus.
  • Shadow of the Tomb Raider: meist zwischen 35 und 45 FPS, solide spielbar.
  • Horizon Zero Dawn: 40–50 FPS mit „Favor Performance“-Einstellung.
  • DOOM: The Dark Ages: ruckelig, eher frustrierend.
  • Elden Ring: mehrfach abgestürzt, vor allem beim Öffnen von Menüs.
  • Dying Light: The Beast: ein Crash beim Gebietswechsel, danach stabil.

Fazit: Das Gerät stemmt AAA-Titel beachtlich. Natürlich darf man keine Desktop-Wunder erwarten, aber das Zusammenspiel aus Leistung, Display und Mobilität ist beeindruckend. Zwischen Performance und Akkulaufzeit zu wechseln, macht hier tatsächlich Sinn – selten fühlt sich „Energiesparen“ so vernünftig an.

Ist das wirklich eine Xbox?

Kurze Antwort: Nein. Der Name täuscht. Der ROG Xbox Ally X läuft mit Windows 11 und einer Xbox-ähnlichen Oberfläche. Er kann sich wie eine Konsole anfühlen, ist aber ein PC-Handheld. Steam, Epic, GOG, Game Pass – alles läuft. Nur: Ihre komplette Xbox-Bibliothek werden Sie hier nicht finden. Viele ältere Titel, etwa von Xbox 360 oder der ersten Xbox, tauchen gar nicht auf. Es ist also keine „Xbox to go“, sondern eher ein tragbarer Gaming-Laptop in Controller-Form. Trotzdem ist das Konzept reizvoll. Einen riesigen PC-Katalog unterwegs zu haben, ist etwas, das selbst eine Switch oder Steam Deck nicht ganz bieten.

Für wen lohnt sich das?

Das ist die große Frage. Mit einem Preis von rund 999 US-Dollar (in Deutschland etwa 1.099 €) ist der Ally X kein Schnäppchen. Wer bereits einen Gaming-PC, eine Konsole oder ein Steam Deck besitzt, wird schwer rechtfertigen können, noch einmal so viel auszugeben. Der Mehrwert liegt hauptsächlich im Komfort und im „Haben-Wollen“. Für Enthusiasten ist das spannend, für Gelegenheitsspieler übertrieben.

Gegenüber der Standard-Version oder Konkurrenzgeräten bietet der Ally X nur moderate Vorteile. Die Xbox-Marke sorgt für Aufmerksamkeit, aber nicht unbedingt für mehr Nutzen. Software-Bugs, gelegentliche Abstürze und Windows-Eigenheiten erinnern einen immer wieder daran: das ist kein fertiges Konsolen-Erlebnis. Ein beeindruckendes Stück Technik, ja – aber kein Gamechanger.

Pro & Contra

Vorteile Nachteile
Komfortable Ergonomie und hochwertige Verarbeitung Nicht alle Xbox-Titel verfügbar
Effizienter Betrieb im Performance-Modus Viele Windows-Macken stören den Spielfluss
Flüssige Xbox-Oberfläche vermittelt Konsolen-Gefühl Hoher Preis, geringer Mehrwert
Breite Spielekompatibilität Gelegentliche Abstürze bei AAA-Spielen

Gesamtwertung: 7,5 / 10

Was die Community sagt

In Foren und Kommentaren wurde der Ally X bereits heiß diskutiert. Ein Nutzer schrieb: „OLEDs sind heute genauso effizient. ASUS wollte nur sparen – gleiches Display wie im $599-Modell, aber doppelt so teuer.“ Ein anderer meinte: „Kauf den alten ROG Ally Z1 Extreme für 499 $, bau dir selbst eine größere Batterie ein und installier das neue UI. Spart Geld und ist genauso gut.“

Und natürlich gibt es Nostalgiker: „Das ist keine Xbox! Doom 2016 ist kein Doom, Halo ist nicht mehr exklusiv. Früher war Xbox einzigartig!“ – überspitzt, aber nicht ganz falsch. Viele Fans vermissen das klare Profil von Xbox als Marke. Der Ally X verwischt Grenzen – und das sorgt für gemischte Gefühle.

Unterm Strich ist der ASUS ROG Xbox Ally X ein starkes, aber teures Gerät. Es zeigt, was portable Gaming-PCs leisten können, doch der Preis und die Kompromisse verhindern den großen Wurf. Wer Technik liebt, wird begeistert sein. Wer einfach nur spielen will, sollte warten – vielleicht auf die nächste Generation.

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