Der Weg zu Battlefield 6 verlief alles andere als gewöhnlich. Anstatt eines straff geplanten Marketings mit Hochglanz-Trailern und perfekt getimten Ankündigungen war der Diskurs rund um das Spiel geprägt von einer Welle an Leaks. Aus dem geschlossenen Testprogramm Battlefield Labs gelangten monatelang Gameplay-Videos, Screenshots und Informationen zu Modi ins Netz. 
Für viele Fans war das spannend, für andere eher verwirrend. Für die Entwickler von Ripple Effect war es jedoch ein bewusst eingegangenes Risiko.
Technikdirektor Christian Buhl und Senior Combat Designer für Konsolen Matthew Nickerson erklärten in einem Interview, wie es dazu kam. Buhl betonte, dass das Team Leaks nie angestrebt habe, sie aber in Kauf nehmen musste, um frühzeitig echtes Feedback zu erhalten. „Wir haben das schon vor zwei Jahren diskutiert. Entweder wir machen alles dicht und riskieren, wichtige Tests zu verpassen, oder wir öffnen uns stärker und holen uns ehrliche Rückmeldungen von Spielern. Wir haben uns für Letzteres entschieden – auch wenn wir wussten, dass dann vieles durchsickern würde.“
Die Entscheidung war nicht leicht, aber notwendig. Die Marke Battlefield hatte durch frühere Fehltritte gelitten und brauchte dringend ein Comeback. Für EA und die beteiligten Studios – DICE, Motive Studio, Criterion Games und natürlich Ripple Effect – stand fest: Battlefield 6 musste zum Start sitzen. Und das ging nur, wenn man die Community früh einbezog und echtes Gameplay testete, selbst wenn dadurch inoffizielle Inhalte im Netz landeten.
Um die Erwartungen intern klarzumachen, formulierte Buhl es einmal drastisch: „Was wird leaken? Alles.“ Die Message: Leaks sind nicht Ausnahme, sondern Realität. „Wir wollten das nicht, wir haben es nicht forciert, aber uns war klar: Ohne echte Telemetriedaten, ohne echtes Spielerfeedback können wir das Spiel nicht verbessern. Das war wichtiger als Geheimhaltung“, so Buhl.
Zwar wurden einige Sicherheitsmaßnahmen eingebaut, um Leaks etwas zu erschweren, doch sie durften niemals den Spielfluss oder die Testphasen behindern. Die Devise blieb: Das Spiel muss zu den Spielern. Dass dadurch Inhalte auf YouTube, Reddit oder Discord landeten, war zwar ärgerlich, aber kein Showstopper.
Für die Community hatte das zweierlei Folgen. Einerseits entstanden riesige Diskussionen und Spekulationen, die Battlefield 6 schon Monate vor Release ins Gespräch brachten. Andererseits führte die Flut an Informationen auch zu Skepsis: Was ist real, was nur Gerücht? Dennoch sorgten die Leaks für eine Reichweite, die kein klassischer Trailer jemals erzeugt hätte.
EA und Ripple Effect bleiben überzeugt, dass die Entscheidung sich auszahlen wird. Battlefield 6 erscheint am 10. Oktober für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S. Bis dahin setzt das Studio auf das chaotische, aber ehrliche Feedback der Spieler. Ob die Fans die Leaks letztlich als nervige Störung oder als Beweis für Transparenz werten, wird sich am Releasetag zeigen.
Eines ist sicher: Jede neue Leakinformation facht die Diskussionen weiter an. Für Ripple Effect gilt jedoch ein klarer Grundsatz: Lieber mit Leaks lernen, als im Stillen scheitern.
1 kommentar
Leaks sind doch eh nur Gratis-Werbung