
Battlefield 6 steht vor dem Start – Fans streiten über offene oder geschlossene Waffensysteme
Nur noch zwei Tage bis zum großen Launch von Battlefield 6 – und statt Vorfreude herrscht im Netz hitzige Diskussion. Am 10. Oktober erscheint der neue Shooter von EA und Battlefield Studios für PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S. Doch während die Entwickler den „Neuanfang“ nach dem umstrittenen Battlefield 2042 versprechen, dreht sich in den Foren und Social-Media-Kanälen fast alles um eine einzige Frage: Soll das Spiel auf offene oder geschlossene Waffensysteme setzen?
Das Thema, das während der Beta im Sommer aufflammte, hat sich zu einem regelrechten Glaubenskrieg entwickelt. Für viele Veteranen geht es dabei nicht nur um Balancing, sondern um nichts Geringeres als die Identität der Serie.
Tradition gegen Freiheit
Seit Jahren basieren Battlefield-Spiele auf einem klaren Klassensystem. Medics, Engineers, Assaults und Recon – jede Rolle hatte ihr festes Waffenarsenal. Das Konzept, bekannt als geschlossenes Waffensystem, zwang Spieler dazu, im Team zu denken und sich auf ihre Mitstreiter zu verlassen. Wer heilen wollte, griff zur MP, wer Panzer zerstören wollte, nahm den Raketenwerfer. Doch in der Beta von Battlefield 6 sorgte eine neue Option für Aufsehen: das offene Waffensystem, das diese Grenzen auflöst.
Spieler konnten plötzlich jede Waffe mit jeder Klasse kombinieren – und genau hier scheiden sich die Geister. Für Traditionalisten ist das eine Katastrophe. „Das zerstört das Teamgefühl komplett“, schrieb ein Reddit-User. „Wenn jeder alles machen kann, ist es kein Battlefield mehr.“ Sie sehen im alten System eine Art taktische DNA der Reihe, die für Spannung, Kooperation und klare Rollen sorgt.
Die Gegenseite argumentiert, dass das offene System frischen Wind bringt. Es ermögliche individuelle Freiheit und mache das Spiel zugänglicher. „Warum darf ein Sanitäter keine Sniper spielen, wenn er damit besser klarkommt?“ fragte ein anderer Spieler. Viele loben, dass das neue Konzept Experimentierfreude und Kreativität fördert – ohne starre Grenzen.
Die Entwickler beziehen Stellung
In einem ausführlichen Blogpost erklärte Battlefield Studios vor wenigen Tagen, dass laut ihren Telemetriedaten eine deutliche Mehrheit der Beta-Spieler das offene System bevorzugte. „Das bestärkt uns darin, dass Open Weapons der richtige Weg für Battlefield 6 ist“, heißt es dort. Gleichzeitig versprach das Team, die geschlossenen Playlists für Fans der alten Schule beizubehalten. Man wolle „beide Spielstile langfristig unterstützen“.
Doch viele Fans glauben den Zahlen nicht. Laut Kritikern sei das Ergebnis verfälscht, da die offenen Modi in der Betaversion angeblich prominenter platziert waren. Spieler hätten schlicht keine Lust gehabt, im Menü lange zu suchen, und seien so „automatisch“ im offenen Modus gelandet.
Producer David Sirland von DICE reagierte auf X (vormals Twitter) auf diese Vorwürfe: „Ja, wir haben die Menüpunkte mehrfach verschoben, um zu testen, wie sich Platzierung auf die Auswahl auswirkt.“ Laut ihm seien alle Daten bereinigt worden, um genau solche Effekte zu berücksichtigen. Trotzdem bleiben viele skeptisch – und der Streit geht weiter.
Drei Lager, ein Streit
Die Community teilt sich aktuell in drei Lager: Die Traditionalisten, die das geschlossene System verteidigen; die Modernisten, die das offene System als logische Weiterentwicklung sehen; und die Genervten, die einfach nur spielen wollen. „Ich will ballern, nicht debattieren“, schreibt ein Nutzer auf Reddit und bekommt tausende Upvotes.
Memes mit Titeln wie „Battlefield Civil War“ machen die Runde, und die Diskussion ist längst zu einem Running Gag geworden. Doch dahinter steckt ein ernster Punkt: Battlefield steht an einem Scheideweg zwischen alter Schule und modernem Shooter-Design, und beide Seiten haben gute Argumente.
„Spielt, wie ihr wollt“ – das neue Motto
In einem Interview mit Matthew Nickerson, Senior Combat Designer bei Ripple Effect, betonte das Team, dass man bewusst keine Entscheidung erzwingen will. „Wir wollen den Spielern die Freiheit geben, selbst zu wählen. Unser Leitsatz ist: Spielt Battlefield, wie ihr wollt.“ Laut Nickerson sollen Updates beide Varianten weiterentwickeln – je nachdem, wie sich die Spielerbasis verhält.
Diese Haltung passt zum Trend moderner Multiplayer-Spiele: mehr Wahlfreiheit, mehr Individualisierung. Doch ob das die Community befriedigt, bleibt abzuwarten. Schon jetzt zeichnen sich zwei völlig unterschiedliche Spielkulturen ab – und EA muss beide bedienen.
Lehren aus 2042
Viele Spieler erinnern sich noch gut an das Desaster von Battlefield 2042. Das Experiment mit Spezialisten und offenen Loadouts verwässerte das Klassensystem und entfremdete Veteranen. Mit Battlefield 6 versucht EA, die Balance zwischen Freiheit und Struktur wiederzufinden. Das gleichzeitige Angebot beider Systeme könnte der goldene Mittelweg sein – oder der Beginn eines neuen Chaos.
Abseits des Streits bietet Battlefield 6 jede Menge neue Features: riesige Karten, dynamisches Wetter, realistische Zerstörung und eine Kampagne mit globalen Konflikten. Erste Tester loben die Grafik und den Sound – viele sprechen vom „besten Sounddesign seit Battlefield 3“.
Doch trotz all dieser Verbesserungen bleibt das Waffen-System das Thema Nummer eins. Es zeigt, wie leidenschaftlich die Community an der Serie hängt. Denn Battlefield war nie nur ein Shooter – es war immer auch Teamgeist, Chaos, Strategie und diese unvergesslichen Momente, wenn fünf Spieler gemeinsam das Unmögliche schaffen.
Und jetzt?
Ob EA die Waffen-Systeme nach dem Launch anpassen wird, ist offen. Das Studio betont, dass man die Statistiken genau beobachtet und Feedback ernst nimmt. Wenn geschlossene Modi viel gespielt werden, könnten sie künftig stärker ausgebaut werden. Falls nicht, wird das offene System wohl zur neuen Norm.
Eines steht fest: Battlefield 6 wird nicht nur ein weiterer Shooter. Es ist ein Experiment – ein Versuch, Vergangenheit und Zukunft miteinander zu vereinen. Oder, wie ein Reddit-Kommentar es treffend formulierte: „Wir diskutieren über Menüs, bevor der Krieg überhaupt angefangen hat.“
2 kommentare
Bin gespannt, ob die Server diesmal stabil laufen 😅
EA hat doch gesagt, beide bleiben – also chillt mal