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Battlefield 6 REDSEC und der Kampf um eine echte Solo-Queue

von ytools
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Battlefield 6 ist noch nicht lange auf PC, PlayStation 5 und Xbox Series X|S unterwegs, doch die lauteste Diskussion der Community dreht sich bereits um den Free-to-play-Ableger Battlefield REDSEC. Vor allem der Battle-Royale-Modus in Fort Lyndon steht im Fokus – und mit ihm eine Frage, die immer wieder aufpoppt: Wird es jemals eine echte Solo-Warteschlange geben, in der man komplett ohne Squad ins Gefecht springen kann.

Die Entwickler bei BF Studios wollen darauf noch keine eindeutige Zusage geben, schicken den Spielerinnen und Spielern aber deutliche Signale.
Battlefield 6 REDSEC und der Kampf um eine echte Solo-Queue
In einem Gespräch mit dem Team, in dem es um REDSEC insgesamt sowie um die Modi Gauntlet, das Battle Royale und Portal ging, machte Design Director Justin Wiebe klar: Das Studio hört sehr genau hin, was sich Solo-Fans wünschen. Wörtlich empfiehlt er der Community, beim Thema Solo-Modus „das Ohr am Boden zu behalten“ – ein typischer Entwickler-Hinweis darauf, dass hinter den Kulissen zumindest aktiv darüber nachgedacht wird.

Dass das Thema so sensibel ist, liegt auch am holprigen Start von REDSEC. Kurz nach dem Launch im Oktober wurde der Ableger auf Steam von einer Review-Bombing-Welle getroffen. Enttäuschte Battlefield-6-Spielerinnen und -Spieler brachten die Wertung zeitweise auf „Größtenteils negativ“ herunter. Gefordert wurden bessere technische Stabilität, mehr Belohnung beim Fortschritt – und immer wieder eine Solo-Warteschlange, damit man Fort Lyndon auch ohne zufällige Mitspieler und chaotische Voice-Chats erleben kann.

Inzwischen haben sich die Bewertungen etwas erholt und stehen bei „Ausgeglichen“. Trotzdem ist die Diskussion um Solo-Schlachten eher lauter als leiser geworden. Viele, die Gauntlet ausprobiert haben, spüren: REDSEC hätte durchaus Platz für eine klare „Lone-Wolf“-Erfahrung. Gleichzeitig bremst Wiebe die Erwartungen und betont, dass ein Solo-Modus nicht einfach per Schalter aktiviert werden kann – aus einem einfachen Grund: Der Kern von REDSEC ist konsequent um Squad-Gameplay herum gebaut.

Auf dem Papier klingt es simpel: In anderen Battle Royales klickt man im Menü von „Squad“ auf „Solo“ oder „Duo“, und fertig. Doch REDSEC ist keine generische Schablone. Die Spielmechanik, die Balance der Waffen, die Progression – alles setzt voraus, dass mehrere Rollen im Team ineinandergreifen. Wer hier vorschnell einen Solo-Knopf einbaut, riskiert, dass gleich mehrere Systeme auseinanderfallen.

Im Zentrum von Battlefield 6 und REDSEC stehen vier bekannte Klassen: Assault, Engineer, Support und Recon. Keine davon ist als Alleskönner gedacht, alle sind aufeinander angewiesen. Assault hält die Front und hebt Teammitglieder schneller wieder auf; Engineer repariert Fahrzeuge und nimmt feindliche Panzer auseinander; Support sorgt dafür, dass Munition und Gadgets nicht ausgehen; Recon kontrolliert mit Sichtaufklärung, Markierungen und Druck auf Distanz den Fluss des Gefechts. Selbst Panzer und Helikopter fühlen sich deutlich stärker an, wenn mehrere Spielende gemeinsam steuern, reparieren und absichern – nicht, wenn ein Einzelner alles alleine machen muss.

Darüber liegt ein dichtes Netz aus Trainingspfaden und Perks, das klar auf Teamplay ausgelegt ist. Viele Verbesserungen stärken nicht nur die eigene Figur, sondern das gesamte Squad: mehr Munition für alle, schnellere Revives, Synergien zwischen Aufklärung und schweren Waffen. In einem unveränderten Solo-Modus würden diese Boni plötzlich ins Leere laufen. Es gäbe niemanden zu heilen, niemanden, der von der Sichtaufklärung profitiert, keine Kameraden, für die man Risiko eingeht. Große Teile der Progression würden sich anfühlen, als hätte man in Fähigkeiten investiert, die schlicht keinen Zweck erfüllen.

Genau das möchte BF Studios vermeiden. Wiebe sagt ziemlich deutlich, dass ein lieblos angeflanschter Solo-Modus – mit denselben Perks, denselben Trainingspfaden, aber ohne Squad – wie ein Designfehler wirken würde. Stattdessen denkt das Team darüber nach, wie eine Solo-Variante von REDSEC aussehen müsste, wenn man sie bewusst plant: mit angepassten Fähigkeiten, vielleicht alternativen Pfaden, Änderungen an Loot-Verteilung, Fahrzeugspawns und sogar an der Match-Dynamik.

Denn auch Tempo und Gefühl einer Runde unterscheiden sich stark zwischen Squad- und Solo-Battle-Royale. Im Team kann man davon ausgehen, dass jemand einen wiederbelebt oder einen Push kontert, wenn man in einen Hinterhalt läuft. In Solo ist jeder Fehler endgültig. Das verändert, wie vorsichtig man sich über die Karte bewegt, wie gern man Kämpfe „third-partied“ und wie viel Druck jede Entscheidung erzeugt. Wenn REDSEC einen ernstzunehmenden Solo-Modus anbieten will, reicht es nicht, ein paar Zahlen zu drehen – dann müssen Time-to-Kill, Ressourcen-Ökonomie und Risikobelohnung neu gedacht werden.

Trotz dieser Hürden klingt das Studio weit davon entfernt, die Idee abzuschreiben. Im Gegenteil: Wiebe betont, dass ein möglicher Solo-Modus mit „den richtigen Fähigkeiten und Trainingspfaden“ starten müsste. Ziel wäre, das typische REDSEC-Gefühl nicht zu verlieren, sondern es an die Perspektive des Einzelkämpfers anzupassen. Ein Operator, der seine Tools clever einsetzt, die Eigenheiten von Fort Lyndon kennt und durch kluge Positionierung ganze Lobbys ausmanövriert – das ist genau die Fantasie, die ein guter Solo-Modus bedienen soll.

Während Solo-Fans noch auf konkrete Ankündigungen warten, entwickelt sich REDSEC parallel in seinem ursprünglichen Rahmen weiter. Battlefield 6 erschien am 10. Oktober für PC, PS5 und Xbox Series X|S, REDSEC folgte am 28. Oktober auf denselben Plattformen und wirkt fast wie ein zweiter Schwerpunkt im gleichen Universum: hier das klassische, großflächige Battlefield-Chaos, dort ein fokussierteres Battle-Royale-Experiment mit zusätzlichen Modi. Die kritische Bilanz fällt entsprechend gemischt aus. Unsere Wertung: solide 7 von 10 Punkten. Der Battle-Royale-Part wirkt stellenweise austauschbar und nimmt dem Kern-Multiplayer etwas von seinem Charakter, doch speziell die verdichteten, zielbasierten Modi gehören zu den spannendsten Militär-Shooter-Erfahrungen der letzten Jahre.

Für Solo-Spielerinnen und -Spieler heißt das unterm Strich: aufmerksam bleiben. Die Entwickler haben klar signalisiert, dass sie die Wünsche sehen – und wer Battlefield kennt, weiß, dass hinter solch vorsichtigen Formulierungen oft mehr steckt als nur beruhigende Worte. Sollte REDSEC am Ende einen eigenständig ausbalancierten Solo-Modus bekommen, könnte der Ableger den Ruf als polarisierendes Experiment abstreifen und zu einer der interessantesten Arten werden, Battlefield 6 zu erleben. Bis dahin bleiben Squads das Zentrum des Geschehens in Fort Lyndon, auch wenn viele im Herzen längst darauf warten, das Schlachtfeld ganz alleine zu dominieren.

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