Call of Duty: Black Ops 7 ist auf dem PC so eine Art Doppelwesen: Auf der einen Seite steht der klassische, sauschnelle COD-Multiplayer, den man seit Jahren kennt – mit Warzone, Team-Deathmatch, Zombiemodus und allem Drum und Dran. Auf der anderen Seite hat Treyarch eine neue Koop-Kampagne gebaut, die komplett im Kopf der Spielfigur spielt, mit absurden Bosskämpfen, surrealen Levels und Gegnern, die eher nach Horror-Shooter aussehen als nach Militär-Szenario. 
Für viele Serienveteranen fühlt sich das eher wie ein abgedrehtes Spin-off an als wie „das nächste Black Ops“.
Was man aber unabhängig von der inhaltlichen Richtung sagen kann: technisch ist Black Ops 7 eines der ambitioniertesten CODs überhaupt – vor allem auf dem PC. Raytracing, mehrere Upscaling-Verfahren, Frame Generation, jede Menge Feineinstellungen im Grafikmenü und ein ordentliches Benchmark-Tool machen den Titel zu einem perfekten Kandidaten für alle, die gern mit Settings experimentieren, FPS-Zahlen vergleichen und das Maximum aus ihrer Hardware herausquetschen.
In diesem Artikel schauen wir uns genau an, wie sich Black Ops 7 auf dem PC schlägt: Welche Grafikkarten schaffen 60 FPS und mehr in 1080p, 1440p und 4K? Wie hart schlägt Raytracing zu? Wer profitiert am meisten von DLSS, FSR und XeSS? Und wie gut haben AMD und Nvidia ihre aktuellen Treiber auf das Spiel abgestimmt? Statt nur Tabellen runterzubeten, ordnen wir die Zahlen ein und geben konkrete Empfehlungen für sinnvolle Einstellungen – egal ob ihr mit einer Mittelklasse-GPU oder einem Oberklasse-Monster unterwegs seid.
IW 9.0: altbewährtes COD-Gefühl mit moderner Technik
Black Ops 7 läuft auf einer neuen Ausbaustufe der hauseigenen IW-Engine, die man vereinfacht als IW 9.0 bezeichnen kann. Ganz weit hinten im Stammbaum steht zwar noch id Tech 3, der alte Doom-Engine-Vorfahre, aber in der Praxis ist das heute ein komplett eigenständiger Motor. Über viele Spiele hinweg wurde Rendering-Code ausgetauscht, Streaming überarbeitet, Beleuchtung modernisiert, Animationen und Physik verfeinert – und trotzdem hat COD eines nie verloren: das direkte, „snappy“ Spielgefühl.
Genau das merkt man auch in Black Ops 7. Selbst wenn die Szene voller Explosionen, Rauch, Partikeleffekte und volumetrischer Beleuchtung ist, fühlen sich Mausbewegungen und Waffenhandling präzise an. Der Motor ist klar darauf ausgelegt, hohe Framerates zu erreichen und Eingabeverzögerung so gering wie möglich zu halten. Für einen Multiplayer-Shooter ist das wichtiger als jeder zusätzliche Schattenstrahl.
Auf dem PC spielt die IW-Engine ihre Stärken vor allem durch ihre Flexibilität aus. Statt nur drei Presets anzubieten und den Rest zu verstecken, legt Black Ops 7 beinahe jede Stellschraube offen: interne Renderauflösung, Texturstreaming, Shaderschärfe, volumetrische Effekte, Qualität von Wasser, Schatten, Partikeln, Screen-Space-Effekten und vieles mehr. Das ist nichts für Leute, die nur „Hoch“ anklicken und fertig – aber für PC-Enthusiasten ist es ein Fest.
Grafikmenüs im Detail: Display, Quality, View und Benchmark
Die Grafikeinstellungen sind in vier große Kategorien gegliedert: Display, Quality, View und Benchmark. Wer COD nur von der Konsole kennt, wird vielleicht überrascht sein, wie granular PC-Spieler hier arbeiten können.
In der Kategorie Display werden die Grundlagen gesetzt. Hier wählt ihr den Anzeigemodus (Vollbild, Randlos, Fenster), legt fest, auf welchem Monitor das Spiel laufen soll, und wählt die GPU aus, falls mehrere im System stecken. Dann kommen Auflösung und Bildwiederholrate, Seitenverhältnis, Gamma und Helligkeit. Besitzer einer aktuellen GeForce können außerdem Nvidia Reflex Low Latency aktivieren, um die Systemlatenz im Multiplayer noch ein Stück zu drücken – gerade auf 120- oder 144-Hz-Monitoren spürbar.
Direkt darunter bietet Black Ops 7 Energiesparoptionen. Presets wie „Efficiency“ und „Low Power Consumption“ passen V-Sync-Verhalten in Menüs und im Spiel an, begrenzen die Framerate und reduzieren unter anderem die Renderauflösung der Menüs. Das klingt nach Nebensache, ist aber für Gaming-Notebooks und kleinere Gehäuse mit engem Thermikbudget Gold wert – die Grafikkarte muss dann nicht im Menü mit 300 FPS durchballern, während ihr nur irgendwelche Attachments durchklickt.
Im gleichen Bereich lässt sich HDR konfigurieren. Standardmäßig versucht das Spiel, HDR automatisch zu erkennen. Wer ein gutes HDR-Display besitzt, sollte jedoch die manuelle Kalibrierung nutzen: Schwarzwert und Spitzenhelligkeit einstellen, Testbilder prüfen und so lange nachjustieren, bis Explosionen knallen, ohne dass helle Szenen ausbrennen oder dunkle Bereiche absaufen.
Die eigentliche Schlacht um FPS findet dann im Quality-Menü statt. Ganz oben stehen die globalen Presets: Minimum, Basic, Balanced, Ultra und Extreme sowie der Custom-Modus. In unseren Tests hat sich gezeigt: Zwischen Balanced, Ultra und Extreme sind die Unterschiede im laufenden Gefecht eher subtil. Texturen und Schatten werden feiner, Partikeleffekte dichter – aber aus dem Augenwinkel im Multiplayer ist das schwer zu sehen. Erst wenn ihr auf Basic oder Minimum heruntergeht, wird die Grafik deutlich simpler: Schatten werden grob, Details im Hintergrund verschwinden und Effekte wirken flacher.
Unterhalb der Presets verwaltet ihr die Renderauflösung. Ihr könnt das Spiel in 4K ausgeben lassen, intern aber beispielsweise nur 80 % davon rendern lassen, um Leistung zu sparen. Alternativ gibt es einen dynamischen Skalierer, der versucht, eine Ziel-Framerate zu halten und die interne Auflösung hoch- und runterdreht. Darüber hinaus unterstützt Black Ops 7 fast alles, was der Markt an Upscalern hergibt: Nvidia DLAA und DLSS, Nvidia Image Scaling, AMD FSR 1, FSR 3.1.5, FSR 4, Intel XeSS und FidelityFX CAS. Jedes Verfahren bringt seine eigenen Qualitätsstufen und Schärferegler mit. Bei DLSS kommt noch hinzu, dass ihr zwischen verschiedenen Netzwerkmodellen wählen könnt – klassisch oder Transformer-basiert.
Dicht daneben sitzt die Frame-Generation. Black Ops 7 erlaubt die Generierung von Zwischenframes sowohl über FSR (3 und 4) als auch über DLSS. Auf unterstützten GeForce-Karten gibt es darüber hinaus Modi, die mehrere synthetische Frames zwischen echte Bilder setzen und so effektiv eine Vervielfachung der ausgegebenen FPS ermöglichen. Aus einer ohnehin schon hohen Basis-Framerate von beispielsweise 90 FPS können so über 200 scheinbare FPS werden – ideal für 240-Hz-Displays, sofern die Eingabelatenz unter Kontrolle bleibt.
Abgerundet wird das Quality-Menü durch Optionen wie VRAM Scale Target und Variable Rate Shading. Ersteres hilft, den Speicherhunger des Spiels auf Karten mit wenig VRAM zu zähmen, letzteres reduziert die Zahl der hochqualitativ berechneten Pixel in weniger wichtigen Bildzonen. Das kann ein paar zusätzliche FPS bringen, ohne dass man gleich die Texturen auf „Matsch“ herunterdrehen muss.
Der prominenteste FPS-Killer ist allerdings Ray Tracing Reflections. Diese Option steuert die raytracing-basierten Spiegelungen und ist mit Abstand die anspruchsvollste Einstellung im ganzen Spiel. Zur Wahl stehen Off, Low und High. In 4K mit Extreme-Preset kann der Sprung von Off auf High im schlechtesten Fall zu einer Verdreifachung der Renderzeit führen – das entspricht in etwa einem Drittel der ursprünglichen Framerate. Selbst Low bleibt deutlich teurer als Screen-Space-Reflexionen und lohnt sich primär für Singleplayer-Fans, die gern stehen bleiben und Details bewundern.
Die View-Kategorie kümmert sich um Sichtfeld und Bewegungsunschärfe. Das Field of View liegt ab Werk bei 90 Grad, lässt sich aber bis auf 120 ziehen. Viele PC-Spieler gehen mindestens auf 100–110, um mehr vom Umfeld zu sehen, ohne dass das Bild zu stark verzerrt. Zusätzlich könnt ihr Bewegungsunschärfe der Welt und der Waffe getrennt einstellen oder ganz abschalten. Die meisten kompetitiven Spieler killen Motion Blur sofort – scharfe Bildinformation ist hier schlicht wichtiger als Kino-Feeling.
Bleibt noch das Benchmark-Menü. Black Ops 7 bringt einen internen Benchmark mit, der knapp eine Minute läuft und anschließend Durchschnitts-FPS, 1-%-Lows und andere Kenndaten ausgibt. Kurios: Der Benchmark lässt sich nur starten, wenn ihr im Multiplayer-Menü seid. Das wirkt sperrig, ist aber verschmerzbar. Für alle, die neue GPUs testen oder verschiedene Settings gegeneinander vergleichen wollen, ist dieses Tool extrem praktisch.
Testsystem und Vorgehen
Um die Skalierung des Spiels möglichst klar zu sehen, haben wir auf einem leistungsstarken System getestet, das CPU-Limits so weit wie möglich nach hinten schiebt. Herzstück war ein Intel Core i9-13900K auf einem MSI MEG Z790 ACE Mainboard, flankiert von 32 GB DDR5-7600 RAM mit CL36-Timings. Damit ist gewährleistet, dass die Grafikkarte im Fokus steht und nicht ein schwächerer Prozessor zum Nadelöhr wird.
Als Treiber kamen aktuelle Versionen zum Einsatz: Nvidia 581.80, AMD 25.11.1 und Intel 32.0.101.8250 für die Arc B580. Gerade bei Call of Duty lohnt es sich, auf solche Details zu achten, denn sowohl AMD als auch Nvidia liefern oft sehr zeitnah Optimierungen zum Release nach.
Die Ausgangsbasis bildete das Extreme-Preset ohne Raytracing in 1080p (1920×1080), 1440p (2560×1440) und 4K (3840×2160). Darauf aufbauend wurden Ray Tracing Reflections in Low und High getestet, kombiniert mit DLSS, FSR, XeSS und Frame Generation, jeweils in sinnvollen Qualitätsstufen. Neben den FPS-Werten haben wir stets den VRAM-Verbrauch im Blick behalten, da sich hier schnell zeigt, wie wohl sich 8-GB-GPUs noch fühlen.
Preset-Skalierung und Raytracing: wo die Frames verschwinden
Bevor wir in die Auflösungsebenen einsteigen, lohnt sich ein Blick auf die grundsätzliche Skalierung der Presets. Zwischen Balanced, Ultra und Extreme ist der Unterschied visuell kleiner, als viele erwarten. Texturen und Objektdetails werden etwas feiner, volumetrische Effekte dichter, aber im hektischen Gefecht wird man kaum sagen können, ob man gerade auf Ultra oder Extreme unterwegs ist. Basic und Minimum hingegen schneiden merklich ab: Schatten werden grob, die Dichte von Vegetation und Objekten sinkt, Screen-Space-Effekte werden rabiater vereinfacht.
Raytracing ist der Punkt, an dem aus Feintuning eine Grundsatzentscheidung wird. Schon der Wechsel von RT Off auf RT Low kostet eine spürbare Menge an FPS, RT High legt noch einmal drauf. In 4K mit Extreme-Preset existieren Settings-Kombinationen, in denen sich der Durchschnitts-FPS-Wert nahezu drittelt. Und selbst in 1440p ist der Sprung klar spürbar, wenn ihr keine Flaggschiff-GPU im Rechner habt. Wer primär Multiplayer oder Warzone spielt, sollte sich gut überlegen, ob diese Spiegelungen wirklich den Preis wert sind.
4K-Leistung: native 2160p ist Königsklasse
In 4K bei Extreme ohne Raytracing zeigt sich Black Ops 7 von seiner anspruchsvollen, aber nicht völlig unbarmherzigen Seite. GPUs ab dem Niveau einer RTX 4060 Ti oder RTX 5060 Ti schaffen es, die 60-FPS-Marke zu überschreiten, solange ihr nicht in absurde CPU-Limits lauft. Darüber hinaus steigern sich die Frameraten schnell: RTX 4070 und 4070 Ti SUPER kommen in komfortable Bereiche, RTX 4080 SUPER und RTX 5080 liefern deutlich dreistellige Werte, und ganz oben marschieren RTX 5090 und RTX 4090 mit ordentlichem Abstand.
Mit aktiviertem Ray Tracing Reflections High kippt das Bild. Selbst Karten wie RTX 5090 und RTX 4090 fallen in der Spitze auf Werte im Bereich um die 50–60 FPS zurück, und fast alles darunter wird drastisch eingebremst. Eine RTX 4060 Ti 16 GB, die ohne RT noch ordentlich mithält, kämpft nun eher mit 25–30 FPS. Das gilt auch für viele Radeon-Modelle, wenngleich die neuen RX-9000-Karten hier erstaunlich gut im Rennen bleiben – vor allem mit FSR 4 und Ray Regeneration im Rücken.
Die Konsequenz liegt auf der Hand: Wer 4K, Raytracing und hohe FPS kombinieren will, kommt an Upscaling und Frame Generation nicht vorbei. Gute Einstellungen sehen etwa so aus: Qualitätspreset Balanced oder Ultra, Raytracing maximal auf Low, DLSS/FSR im Qualitätsmodus, Frame Generation an. So lassen sich auch mit Karten wie RTX 4080 SUPER, RTX 5080 oder RX 9070 XT 80–120 FPS erreichen, ohne dass das Bild wie weichgespült wirkt.
1440p: der Sweet Spot für die meisten PCs
In 1440p spielt Black Ops 7 seine Stärken voll aus. Mit dem Extreme-Preset ohne RT schaffen es sehr viele GPUs, die 60-FPS-Linie deutlich zu übertreffen. Eine RTX 4060 oder eine RX 9060 XT kann den Titel in hohen Einstellungen flüssig darstellen, während ab RTX 4070 und RX 7800 XT die 100-FPS-Marke in greifbare Nähe rückt. Die Oberklasse ab RTX 4070 Ti SUPER, RTX 5070 und RX 9070 XT befeuert 144-Hz-Monitore problemlos.
Mit Ray Tracing Reflections High aktiv verschiebt sich der Fokus, aber 1440p bleibt deutlich gutmütiger als 4K. Oberes Mittelfeld – etwa RTX 5070, RTX 5070 Ti oder RX 9070 XT – bleibt um die 60 FPS herum spielbar, besonders in Kombination mit DLSS/FSR in Quality. Karten wie die Arc B580 werden hier zwar an ihre Grenzen geführt, aber insgesamt bietet 1440p genug Spielraum, um Bildqualität und Performance sauber auszubalancieren.
Für viele PC-Spieler ist 1440p daher der logische Zielpunkt. Auf einem 27- oder 32-Zoll-Monitor ist der Schärfegewinn gegenüber 1080p deutlich sichtbar, UI und Schrift bleiben lesbar, und die Hardware-Anforderungen sind deutlich moderater als bei 4K. Wer einen 144-Hz- oder 165-Hz-Monitor besitzt, sollte Black Ops 7 idealerweise auf diese Auflösung ausrichten – der Mix aus Klarheit und Framerate fühlt sich hier am rundesten an.
1080p: hohe Bildraten für fast jedes System
In Full HD ist Black Ops 7 erwartungsgemäß am unkompliziertesten. Mit dem Extreme-Preset ohne RT laufen fast alle aktuellen GPUs sauber über 60 FPS. Mittelklasse-Modelle wie RTX 4060, RTX 5060 oder RX 7600 liefern deutlich über 80 FPS, während starke Karten wie RTX 5080, RTX 5090 oder RX 9070 XT regelmäßig Werte deutlich jenseits der 150–200 FPS erreichen. Spätestens hier wird die CPU wieder wichtiger als die GPU.
Aktiviertes Raytracing in 1080p frisst ebenfalls Leistung, aber der hohe Basis-FPS-Pool relativiert den Schaden. Karten wie RTX 5060 Ti 16 GB oder RX 9060 XT können mit RT High immer noch mehr als 60 FPS liefern, während High-End-GPUs weit darüber liegen. Für viele Spieler, die primär auf kompetitives Gameplay achten, bleibt dennoch die Kombination aus 1080p, RT Off und einem leichten Upscaling oder DLAA die sinnvollste. Die Bildqualität ist gut, die Reaktionszeit niedrig – und man muss nicht ständig Angst haben, dass ein schwerer Effekt die Framerate halbiert.
Wer viel Ranked spielt oder Warzone ernst nimmt, kommt an einem 1080p- oder 1440p-Setup mit hohem FOV, deaktiviertem Motion Blur und stabilem FPS kaum vorbei. In diesen Szenarien zählt Klarheit und Konstanz der Darstellung mehr als jede spiegelnde Pfütze.
Upscaling und Frame Generation: nicht Schummelei, sondern Standard
Black Ops 7 ist ein gutes Beispiel dafür, dass moderne Upscaler und Frame Generation nicht als „Cheat“ gegen native Auflösung verstanden werden müssen, sondern als integraler Teil des Grafikdesigns. Mit DLSS, FSR oder XeSS im Qualitätsmodus könnt ihr im Vergleich zur nativen Auflösung 70–80 % mehr FPS herausholen, ohne dass das Bild in 1440p oder 4K merklich leidet – im Gegenteil, durch zusätzliche Schärfung wirkt vieles sogar definierter.
Frame Generation setzt noch einen drauf, indem zwischen zwei echte Frames künstlich generierte Zwischenbilder geschoben werden. Subjektiv entsteht so ein deutlich flüssigeres Bewegungsgefühl, während die Eingabelatenz dank Kombination mit Reflex oder ähnlichen Technologien vergleichsweise niedrig bleibt. Gerade in einem schnellen Shooter wie COD passt dieses Zusammenspiel erstaunlich gut: Ihr habt mehr „Smoothness“, ohne dass das Spiel schwammig wirkt.
Wichtig ist nur, dass ihr FG nicht als Allheilmittel missversteht. Wenn eure Basis-Framerate bei 35–40 FPS herumkriecht, erzeugt Frame Generation zwar mehr „optische“ Bilder, die Trägheit bei Eingaben bleibt aber spürbar. Ideal ist es, zuerst mit Presets und Upscaling auf echte 60–80 FPS zu kommen und erst dann Frame Generation zu aktivieren. So bekommt ihr den besten Mix aus Reaktionsgeschwindigkeit und wahrgenommener Flüssigkeit.
VRAM-Verbrauch: 8 GB gehen noch, aber die Luft wird dünn
Kaum ein Thema sorgt in den letzten Jahren für so viele Diskussionen wie der Videopuffer. Black Ops 7 gießt hier weiteres Öl ins Feuer. In 1080p mit Extreme ohne RT liegt der VRAM-Verbrauch auf einer RTX 5090 in vielen Szenen schon im Bereich von 8,5–9 GB. 8-GB-Karten können das noch stemmen, aber inklusive Puffer ist das nicht mehr komfortabel – besonders, wenn im Hintergrund noch Browser, Discord & Co. laufen.
In 1440p steigt der Bedarf etwas an, je nach Texture- und Streaming-Einstellungen sind 9–11 GB durchaus realistisch, vor allem mit Raytracing und qualitativ hochwertigem Upscaling. In 4K mit Extreme, RT High und Qualitäts-DLSS oder -FSR können Spitzenwerte von 12–14 GB erreicht werden. An diesem Punkt sind GPUs mit 12 oder 16 GB eindeutig im Vorteil: Sie müssen weniger aggressiv streamen, kommen seltener ins Nachladen und fühlen sich insgesamt ruhiger an.
Das heißt nicht, dass 8-GB-Karten plötzlich unspielbar sind. Mit sinnvollem Preset (Balanced oder Ultra statt Extreme), leicht reduzierten Textur-Einstellungen und ohne exzessives Raytracing ist Black Ops 7 auch dort noch gut spielbar. Wer allerdings jetzt in neue Hardware investiert und in Richtung 1440p oder 4K schielt, ist mit 12–16 GB VRAM klar besser beraten.
Ray Regeneration, Ray Reconstruction und der ewige AMD-vs.-Nvidia-Krieg
Ein spannender Aspekt von Black Ops 7 ist die Nutzung moderner KI-Denoiser für Raytracing. AMD hat mit seinen aktuellen Treibern Ray Regeneration eingeführt, Nvidia setzt auf Ray Reconstruction. Beide Ansätze verfolgen dasselbe Ziel: den herkömmlichen Denoiser der Engine durch ein neuronales Netz zu ersetzen, das besser versteht, wo Rauschen endet und echtes Detail beginnt.
Für die Praxis bedeutet das: Weniger Flimmern, weniger grobkörnige Reflexionen und stabilere RT-Bilder bei vergleichbarer oder teilweise sogar geringerer Performance-Kosten. Die Engine kann mit weniger Rays pro Pixel arbeiten, weil sie sich darauf verlassen kann, dass die KI aus dem Rauschen ein sauberes Bild bastelt. In einem hektischen Spiel wie COD fällt das vor allem in ruhigeren Momenten oder in der Kampagne auf, wenn ihr stehen bleibt und auf Pfützen, Glasflächen oder glänzende Metalloberflächen achtet.
Die neuen Radeon RX-9000-Karten profitieren davon spürbar. In vielen Szenarien hält die RX 9070 XT mit der RTX 5080 Schritt oder zieht ihr auf 1080p und 1440p sogar leicht davon, insbesondere im Zusammenspiel mit FSR 4, Ray Regeneration und Frame Generation. Die RX 9060 XT tritt sehr überzeugend gegen die RTX 5060 Ti 16 GB an – nicht nur bei der Rohleistung, sondern auch bei der Effizienz. AMD hat das Spiel offensichtlich ernst genommen, was man an stabilen Frameraten und gutem VRAM-Handling sieht.
Auf der anderen Seite steht Nvidias ausgereiftes DLSS-Ökosystem. DLSS in all seinen Ausbaustufen, kombiniert mit Reflex und Frame Generation, liefert ein sehr rundes Gesamtpaket. Viele PC-Spieler haben sich daran gewöhnt, einfach „DLSS Quality + FG“ zu aktivieren und zu wissen, dass das Ergebnis in den allermeisten Fällen stimmig ist. In Black Ops 7 ist das nicht anders – insbesondere High-End-Karten wie RTX 4090 und 5090 glänzen damit in 4K.
Online entlädt sich das Ganze natürlich wieder in die üblichen Grabenkämpfe. Die einen behaupten, das Spiel laufe „nur auf AMD richtig“, bei Nvidia sei alles kaputtoptimiert. Die anderen posten Benchmarks, in denen GeForce-Karten vorne liegen, und machen sich über ältere Aussagen lustig, nach denen eine 6900 XT angeblich eine 4090 in COD „zerstört“ habe. Die Wahrheit liegt wie fast immer dazwischen: Beide Lager liefern solide Ergebnisse, beide haben Titel, in denen sie besser oder schlechter dastehen, und Black Ops 7 ist vor allem eins – ein schwerer, aber fairer Benchmark für moderne GPUs.
Kampagne, Online-Zwänge und COD-Identität
Jenseits der reinen Technik sorgt vor allem die Struktur der Kampagne für Diskussionen. Statt einer klassischen Singleplayer-Kampagne mit klar geskripteten Missionen hat Treyarch konsequent auf Koop gesetzt. Vier Spieler stürzen sich gemeinsam in Missionen, die im Kopf der Hauptfigur spielen, mit Albtraum-Szenarien, grotesken Bossen und stark variierenden Umgebungen. Aus Art- und Grafik-Sicht ist das spannend – für Puristen, die „ihr“ COD eher wie eine interaktive Actionfilm-Kampagne sehen, ist es gewöhnungsbedürftig.
Zusätzlich kommen Online-Zwänge ins Spiel: permanente Serververbindung, keine echten Offline-Checkpoints, ein Inaktivitäts-Timer, der bei zu langen Pausen im schlimmsten Fall die Session beendet. Und ja, euer Koop-Trupp kann während Zwischensequenzen munter im Voice-Chat weiterreden, was jede cineastische Inszenierung sofort killt. All das sind bewusst getroffene Designentscheidungen – aber nicht unbedingt solche, die allen Spielern schmecken.
Wer Black Ops 7 jedoch von vornherein eher als Koop-Erlebnis und weniger als klassische Einzelspieler-Kampagne betrachtet, kann Gefallen an der Sache finden. Das Gunplay ist gewohnt stark, die Bosskämpfe sind spektakulär in Szene gesetzt, und die surrealen Umgebungen erlauben es der Engine, wirklich zu zeigen, was sie kann – inklusive all der Raytracing-Spielereien, volumetrischen Nebelwände und Effekte, die in Multiplayer-Maps so nie untergebracht würden.
Community-Reaktionen: Memes, Flamewars und ein bisschen Realität
Natürlich blieb ein so prominenter COD-Release nicht ohne entsprechende Reaktionen in Foren und Kommentarsektionen. Ein typischer Thread verläuft etwa so: Jemand postet einen Benchmark, in dem das Spiel auf einer RTX-Karte bei bestimmten Settings schwächelt. Die erste Antwort lautet sinngemäß: „Läuft doch super auf AMD, Problem sitzt wohl vor dem Bildschirm.“ Die nächste entgegnet, auf Nvidia laufe alles besser, AMD sei „nur Marketing“. Dazwischen werden GIFs, Memes und alte Screenshots herumgereicht, in denen frühere Radeon-Generationen kurzzeitig überraschend stark in COD abschnitten.
Dazu kommen Diskussionen darüber, wie gering der visuelle Unterschied zwischen niedrigen und hohen Einstellungen in modernen Spielen teilweise ausfällt. Manche Nutzer posten Vergleichsbilder und behaupten, sie könnten in Bewegung kaum erkennen, ob sie auf Low oder High spielen – während der FPS-Zähler einen massiven Unterschied anzeigt. Black Ops 7 reiht sich hier ein: Wer im Multiplayer dauerhaft sprintet, slidet und peekt, hat selten die Ruhe, um raffinierte Beleuchtungswechsel und weiche Schatten zu würdigen.
Trotz allem Lärm gibt es aber auch sachliche Stimmen, die darauf hinweisen, dass Black Ops 7 schlicht ein sehr moderner, technisch aufwendiger Titel ist. Raytracing ist ein Luxus-Feature, das nun mal Performance kostet. 4K mit maximalen Details war noch nie ein Selbstläufer, und es wird es auch mit noch so vielen Marketing-Schlagworten nicht. Wer das Spiel mit einem passenden Erwartungsmanagement angeht und die gebotenen Tools – Presets, Upscaling, Frame Generation, Energiesparmodi – nutzt, bekommt ein sehr gutes Erlebnis, egal ob die GPU aus dem roten oder dem grünen Lager stammt.
Praktische Einstellungs-Tipps für Black Ops 7 auf dem PC
Was heißt das nun konkret? Für 1080p-Spieler mit Mittelklasse-Hardware (RTX 3060/4060, RX 7600/7600 XT, Arc B580) bietet sich folgendes Grundsetup an: Preset Balanced oder Ultra, Raytracing komplett aus, Motion Blur deaktiviert, FOV je nach Geschmack auf etwa 100–110 setzen. Dann einen Blick auf den FPS-Zähler werfen. Liegt ihr stabil über 80 FPS, braucht ihr nicht zwingend Upscaling – hier kann DLAA oder ein hochwertiges TAA reichen, um das Bild zu glätten.
Für 1440p und GPUs wie RTX 4070, RTX 4070 Ti SUPER, RTX 5070, RX 7800 XT oder RX 9060 XT ist ein sinnvoller Startpunkt: Preset Ultra ohne RT, DLSS oder FSR im Qualitätsmodus, Motion Blur aus, FOV nach Wunsch. Prüft, wo ihr im Multiplayer landet – wenn die Durchschnitts-FPS im dreistelligen Bereich liegen und die 1-%-Lows nicht unter 60 fallen, könnt ihr Frame Generation zuschalten, um Monitore mit 144 oder 165 Hz besser auszunutzen. Raytracing könnt ihr für die Kampagne testweise dazuschalten, im kompetitiven Bereich ist es meistens entbehrlich.
In 4K sollten nur absolute Spitzenkarten ernsthaft versuchen, ohne Upscaler und ohne Zugeständnisse zu laufen. Für alles darunter lohnt sich ein pragmatischer Ansatz: Preset Balanced oder zwischen Balanced und Ultra, Raytracing aus oder maximal auf Low, DLSS/FSR in Quality oder Balanced, Frame Generation an. So lässt sich Black Ops 7 auch auf einer RTX 4080 SUPER, RTX 5080 oder RX 9070 XT sehr komfortabel spielen – mit schöner Optik, hoher Framerate und vertretbarem Input-Lag.
Unterm Strich ist Black Ops 7 also genau das, was man sich von einem großen PC-Shooter im Jahr 2025 wünschen kann: technisch anspruchsvoll, aber flexibel genug, um auf vielen Systemen gut zu laufen – sofern man bereit ist, sich einmal ernsthaft mit den Einstellungen auseinanderzusetzen. Wer einfach alles nach rechts zieht und sich dann über „schlechte Optimierung“ beschwert, wird natürlich auch in diesem Spiel frustriert sein. Alle anderen bekommen einen modernen Benchmark für ihr System und gleichzeitig einen schnellen, bombastisch inszenierten Shooter, der zeigt, was aktuelle GPUs zu leisten imstande sind.