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Warum BOE beim iPhone 17 durchfällt und Samsung den LTPO-OLED-Deal einstreicht

von ytools
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Warum BOE beim iPhone 17 durchfällt und Samsung den LTPO-OLED-Deal einstreicht

BOE scheitert an Apple: Warum die LTPO-OLED-Panels für das iPhone 17 wieder bei Samsung landen

Eigentlich sollte die Display-Versorgung der iPhone-17-Reihe ganz anders aussehen. Apple wollte sich stärker von einem einzigen Zulieferer lösen, die chinesische BOE stand als neuer großer Partner bereit, und LTPO-OLED-Panels aus China sollten einen Teil der Premium-Modelle antreiben. Doch aus dem erhofften Durchbruch wurde nichts: BOE schafft es erneut nicht, die extrem strengen Spezifikationen aus Cupertino zu erfüllen – und am Ende profitiert vor allem eine Firma, die Apple längst besser kennt als ihr lieb ist: Samsung Display.

Branchenberichte sprechen davon, dass Apple ursprünglich rund 10 Millionen LTPO-OLED-Panels bei BOE für die iPhone-17-Familie eingeplant hatte, mit einem klaren Fahrplan nach oben: Wenn Qualität, Ausbeute und Termine gestimmt hätten, wären mittelfristig bis zu 40 Millionen Einheiten pro Jahr denkbar gewesen. Für BOE wäre das der Einzug in die absolute Spitzengruppe der Display-Zulieferer gewesen. Doch Apple ist bekannt dafür, dass selbst minimale Abweichungen bei Helligkeit, Farben, Reflexionen oder Defektraten nicht durchgehen. Genau an diesen Details ist BOE nun gescheitert.

Der Knackpunkt ist die LTPO-Technik (Low-Temperature Polycrystalline Oxide). Sie steckt hinter den adaptiven Bildwiederholraten, mit denen iPhones ihre Displays von extrem stromsparenden 1 Hz bei statischen Inhalten bis hin zu sehr flüssigen, hohen Frequenzen bei Scrollen und Spielen steuern. Damit das funktioniert, muss der Backplane-Prozess perfekt sitzen: gleichmäßige Spannungen, sauberes Schalten der Pixel, stabile Helligkeit und möglichst wenig Energieverlust. BOE hatte bisher kaum Serienerfahrung mit LTPO und musste diese Lernkurve ausgerechnet unter dem Druck eines Apple-Projekts durchlaufen.

In der Praxis soll BOE mit schwankenden Ausbeuten, sichtbaren Helligkeitsunterschieden und langfristiger Stabilität gekämpft haben. Was in Laborstückzahlen gut aussieht, fällt im Massentest von Apple schnell durch. Am Ende zog Apple die Reißleine: Die zunächst vorgesehenen 10 Millionen Panels für das iPhone 17 wurden wieder zu Samsung Display umgeleitet. Samsungs Liefermenge steigt damit Berichten zufolge auf rund 90 Millionen Displays für diese Generation – ein deutlicher Sprung im Vergleich zu den vorherigen Zyklen mit ungefähr 80 Millionen Einheiten.

Besonders pikant: BOE ist keineswegs ein Leichtgewicht im OLED-Geschäft. Die X3-Panels des Unternehmens stecken bereits in High-End-Android-Geräten wie dem OnePlus 15, das mit einem 6,78-Zoll-Display und einer Bildwiederholrate von bis zu 165 Hz wirbt. Im Android-Lager gilt BOE durchaus als ernstzunehmender Konkurrent. Der Unterschied ist, dass ein erfolgreicher Einsatz in einigen Millionen Geräten etwas anderes ist als ein Apple-Rollout über zig Millionen praktisch identischer iPhones, bei denen Farbe, Helligkeit und Verhalten im HDR-Modus im Detail definiert und über die gesamte Serie konsistent sein müssen.

Hinzu kommt eine heikle rechtliche Dimension. Die US-Handelsbehörde ITC hat BOE kürzlich schuldig gesprochen, geistiges Eigentum von Samsung Display missbraucht zu haben. Im Kern geht es um Know-how, das über ehemalige Samsung-Mitarbeiter und vertrauliche Informationen bei BOE gelandet sein soll. Die Folge ist drastisch: Für OLED-Panels von BOE gilt in den USA ein Importverbot von 15 Jahren. Damit verliert das Unternehmen praktisch den Zugang zum lukrativsten Premium-Smartphone-Markt der Welt – ein Desaster, vor allem wenn man parallel versucht, in die iPhone-Lieferkette vorzudringen.

Im Netz sorgt diese Kombination aus Technikproblemen und Gerichtsurteil für Spott und zynische Kommentare. Nutzer scherzen, BOE scheitere ausgerechnet an dem Teil der LTPO-Technologie, den man noch nicht erfolgreich von Samsung kopiert habe. Andere sehen darin eher ein strukturelles Problem: Wer zu stark auf Nachbau und zu wenig auf eigene, langfristige Forschung setzt, stößt irgendwann an Grenzen. Auf dem Niveau, auf dem Apple und Samsung sich bewegen, reicht es nicht, lediglich aufzuschließen – man muss Prozesse über Jahre stabil und skalierbar machen.

Für Apple bedeutet das kurzfristig vor allem eines: Die Abhängigkeit von Samsung Display und in kleinerem Umfang auch von LG Display bleibt hoch. Das reduziert zwar das Risiko, dass Displays zum Flaschenhals der iPhone-Produktion werden, schwächt aber die Verhandlungsposition von Apple und hält die Machtbalance klar aufseiten der koreanischen Zulieferer. Für Endkunden dürfte sich der iPhone-17-Bildschirm weiterhin in der Spitzengruppe der Smartphone-Displays bewegen, mit hoher Helligkeit, starken Farben und flüssigem Scrolling. Doch eine breitere Lieferantenbasis hätte der Innovation und vielleicht auch der Preisentwicklung langfristig gutgetan.

Für BOE ist die Situation unangenehm, aber nicht das Ende der Geschichte. Das Unternehmen bleibt ein Schwergewicht im chinesischen Markt und im Android-Ökosystem, zudem wächst die Nachfrage nach OLED-Panels in TV-Geräten, Laptops, Tablets und Autos. Trotzdem ist klar: Der schnelle Aufstieg in die erste Liga der Apple-Zulieferer ist vorerst abgesagt. Zwischen einem gescheiterten iPhone-17-Projekt und einem 15-jährigen Importbann in den USA liegt nun ein steiler, langer Weg, den BOE nur mit echter, eigener Technologiekompetenz und viel Geduld bewältigen kann.

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1 kommentar

Interlude December 31, 2025 - 11:56 pm

Größter Gewinner der Story? Ganz klar Samsung: IP-Streit gewonnen, mehr Bestellungen von Apple und der Konkurrent kriegt noch ein US-Bann obendrauf

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