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Borderlands 4 und die Performance-Krise: warum ständiges Neustarten keine Lösung ist

von ytools
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Borderlands 4 und die Performance-Krise: warum ständiges Neustarten keine Lösung ist

Borderlands 4 und die Performance-Krise: warum ständiges Neustarten keine Lösung ist

Der Start von Borderlands 4 hätte ein großes Comeback für die legendäre Loot-Shooter-Reihe werden sollen. Stattdessen sorgt das Spiel für hitzige Diskussionen und wachsende Frustration. Eine detaillierte Analyse von Digital Foundry zeigt, dass die Bildrate auf Konsolen wie der PlayStation 5 Pro und der Xbox Series X mit zunehmender Spielzeit kontinuierlich abnimmt. Nach etwa einer Stunde fällt die Performance so stark ab, dass nur ein Neustart hilft – für einen AAA-Blockbuster im Jahr 2025 ein unhaltbarer Zustand.

Experte Tom Morgan fasste es deutlich zusammen: Jede Konsole ist irgendwann von deutlichen Einbrüchen unter 60 fps betroffen. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis man gezwungen ist, das Spiel neu zu starten. In Extremsituationen sinkt die Framerate sogar auf Mitte 30 fps. Das Neustarten hilft zwar kurzfristig, darf aber niemals als regulärer Bestandteil des Spielerlebnisses gelten. Dieses Szenario erinnert eher an unausgereifte PC-Titel aus den frühen 2000ern als an ein modernes High-Budget-Spiel.

Die Parallelen zum Oblivion Remastered sind offensichtlich – ebenfalls ein Unreal Engine 5-Spiel, bei dem die Performance nach längerer Zeit einbricht und sich erst nach einem Neustart erholt. Die wahrscheinlichste Erklärung ist ein Memory Leak oder ein Cache, der nicht korrekt geleert wird und das System mit der Zeit verlangsamt. Sollte das stimmen, handelt es sich nicht um einen kleinen Bug, sondern um ein grundlegendes technisches Problem.

Auf dem PC sieht es kaum besser aus. Borderlands 4 hat derzeit auf Steam nur eine gemischte Bewertung, und die negativen Stimmen kritisieren vor allem Ruckler, Abstürze und schwache Optimierung. Digital Foundry rät von der Grafik-Voreinstellung „Badass“ ab, weil selbst High-End-PCs ins Schwitzen geraten. Gearbox versprach, dass PC-Probleme „oberste Priorität“ hätten, und veröffentlichte einen Nvidia-Optimierungsleitfaden. Doch die Rückmeldungen der Spieler zeigen: die Verbesserungen sind bestenfalls minimal. Der offizielle Hinweis, man solle nach jeder Änderung mindestens 15 Minuten weiterspielen, damit sich Shader neu kompilieren, wirkte auf viele eher wie eine Ausrede.

Für zusätzlichen Zündstoff sorgt Gearbox-Chef Randy Pitchford. Anstatt die Wogen zu glätten, reagierte er provokant: Er riet unzufriedenen Spielern, sie sollten sich ihr Geld zurückholen, spottete, Kritiker könnten ja ihre eigene Engine programmieren, und bezeichnete Borderlands 4 als Premium-Spiel für Premium-Spieler. Solche Aussagen empfanden viele Fans als Arroganz pur – zumal sie für ein Produkt bezahlt haben, das im aktuellen Zustand weit von „Premium“ entfernt ist.

Das Frustlevel ist nachvollziehbar. Borderlands 4 wurde jahrelang aufgebaut, als Next-Gen-Projekt auf der Unreal Engine 5 vermarktet – und liefert doch die gleichen Probleme, die man bereits bei anderen UE5-Releases wie MGS Delta oder Oblivion Remastered sah. Statt glänzendem AAA-Erlebnis gibt es instabile Bildraten, visuelle Bugs und fehlende Optimierung. Für eine Reihe, die einst für flüssigen Koop-Spaß stand, ist das ein schwerer Rückschlag.

Natürlich gibt es positive Aspekte. Unter der technischen Oberfläche steckt ein ambitioniertes Spiel mit neuen Ideen, eindrucksvollen Welten und frischem Gunplay. Manche Konsolenspieler berichten, dass sie erst nach zwei bis drei Stunden ernsthafte Probleme haben. Doch das ändert nichts an der Tatsache: ein Spiel dieser Größenordnung darf nicht darauf hinauslaufen, dass regelmäßige Neustarts Teil der Spielmechanik werden.

Viele Fans ziehen inzwischen ihre Konsequenzen. Der Trend geht dahin, AAA-Spiele erst nach einem Jahr zu kaufen – wenn die Patches erschienen sind, der Preis gesunken ist und DLCs im Bundle enthalten sind. Cyberpunk 2077 hat gezeigt, dass ein schwacher Launch noch gerettet werden kann, aber der Vertrauensverlust sitzt tief. Wie ein Kommentar es zusammenfasst: In welcher anderen Branche wäre es akzeptabel, fehlerhafte Produkte zum vollen Preis zu verkaufen und erst Monate später zu reparieren?

Gearbox hat versprochen, schnell nachzubessern. Patches für Speicherprobleme und Stabilität sind angeblich bereits in Arbeit. Doch ob das reicht, um das Vertrauen zurückzugewinnen, ist fraglich. Borderlands 4 hat das Potenzial, ein großartiger Shooter zu sein – aktuell wird es aber eher als Beispiel dafür wahrgenommen, wie man ein Prestigeprojekt mit einem verpatzten Launch beschädigt.

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3 kommentare

ZedTechie October 11, 2025 - 6:01 am

Kann mir keiner erzählen, dass die Tester das nicht bemerkt haben. Man wusste es und hat’s trotzdem rausgebracht

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Vitalik2026 October 17, 2025 - 9:57 pm

Auf meiner PS5 Pro läuft es die ersten 2 Stunden ok, dann merkt man deutlich die Drops. Hätte man fixen müssen

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Markus December 11, 2025 - 11:35 am

Hat Randy echt gesagt, wir sollen unsere eigene Engine bauen? lol einfach nur frech

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