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Breguet Classique 7225: Ein Meilenstein der Präzision und ein Symbol für Breguets Rückkehr

von ytools
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Wer sich für feine Uhren interessiert, kennt das Gefühl: Man blickt auf eine Marke, die einst Geschichte schrieb, und fragt sich – wo ist der alte Glanz geblieben? So ging es vielen mit Breguet. Jahrzehntelang galt die Marke als Inbegriff der Uhrmacherkunst: Erfinder des Tourbillons, Meister des Guillochierens, Lieferant der Könige. Doch in den letzten Jahren schien das Feuer zu erlöschen. Nun aber kommt der Breguet Classique 7225 – und mit ihm die Hoffnung, dass die Grande Dame der Uhrmacherei wieder zu alter Stärke findet.

Tradition trifft Zukunft

Breguet war nie nur ein Name, sondern eine Denkweise: Präzision, Eleganz und technische Raffinesse. Der Classique 7225 verbindet all das in einem Zeitmesser, der Vergangenheit und Zukunft miteinander verschmilzt.
Breguet Classique 7225: Ein Meilenstein der Präzision und ein Symbol für Breguets Rückkehr
Er bezieht sich auf die legendäre Taschenuhr Nr. 1176, gebaut zwischen 1802 und 1809 – eine der ersten Tourbillon-Uhren überhaupt. Schon sie besaß zwei Sekundenanzeigen, wovon eine gestoppt werden konnte – ein Vorläufer des Chronographen. Diese Idee greift die Neuheit auf: Bei 2 Uhr läuft eine kontinuierliche Sekundenanzeige, bei 10 Uhr eine „Beobachtungssekunde“, die sich per Drücker bei 8 Uhr auf null stellen lässt. Eine Hommage an das Genie von Abraham-Louis Breguet.

Das Magnet-Herz

Das technische Herzstück ist das Magnet-Pivotsystem
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. Zwei winzige Dauermagnete an den Enden der Unruhwelle halten diese schwebend in Position – nahezu ohne Reibung. Das magnetische Feld (rund 13 000 Gauss) stabilisiert die Welle in jeder Lage und kompensiert sogar Stöße: Wird sie durch einen Schlag verschoben, zieht die magnetische Kraft sie sofort wieder in die Ausgangsposition. Das Ergebnis: konstante Amplitude, minimale Abnutzung und eine fast schon futuristische Laufruhe.

Der 10-Hz-Takt – 72 000 Halbschwingungen pro Stunde – sorgt für extreme Gangstabilität. Gleichzeitig nutzt Breguet die hohe Frequenz für ein verspieltes Detail: Auf dem Unruhrad erscheinen abwechselnd die Jahreszahlen „1775“ und „2025“.
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Dank der schnellen Bewegung wirkt es wie eine Animation – ein flimmernder Gruß aus 250 Jahren Firmengeschichte.

Gehäuse und Werk

Das Gehäuse misst 41 mm im Durchmesser, 10,7 mm in der Höhe und besteht aus 18-karätigem Breguet-Gold. Die Flanken tragen das typische guillochierte Muster „Quai de l’Horloge“, eine Reminiszenz an die Pariser Straße, wo Abraham-Louis Breguet seine Werkstatt eröffnete. Die Wasserdichtheit beträgt 30 Meter – genug für Regen, nicht fürs Schwimmen. Der Boden aus Saphirglas gewährt freie Sicht auf das Handaufzugskaliber 74SC.

Dieses Werk ist ein Kunstwerk an sich: 361 Bauteile, 54 Rubine, doppelte Silizium-Spirale, Anker und Ankerrad ebenfalls aus Silizium. Trotz der enormen Frequenz hält die Feder satte 60 Stunden durch. Die Dekoration ist klassisch-opulent: handgravierte Brücken mit alpinem Motiv, gebläute Schrauben, goldene Chatons. Neu ist das „Breguet Hallmark“ – ein eigenes Qualitätssiegel, das Handwerkskunst und technische Anforderungen unter einem Dach zertifiziert
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. Keine externe Prüfung wie das Genfer Siegel, aber ein ehrgeiziges Statement.

Ästhetik mit Haltung

Das Zifferblatt ist aus massivem Gold gefertigt und per Hand guillochiert. Die Stunden-Minuten-Skala liegt leicht nach unten versetzt, wodurch oberhalb der 12 eine freie Fläche entsteht – ein klassischer Breguet-Trick, um Asymmetrie spannend wirken zu lassen. Römische Ziffern, gebläute Zeiger mit „pomme évidée“-Enden, feinste Texturen – alles schreit nach Breguet-DNA. Lediglich die teils verdeckten Ziffern II und X dürften Puristen stören, doch das Auge verzeiht bei so viel Charme.

Bedeutung für die Marke

Warum ist dieser Zeitmesser so wichtig? Weil er zeigt, dass Breguet wieder wagt. Während Marken wie Bulgari oder Chopard in den letzten Jahren technische Fortschritte feierten, hielt sich Breguet auffällig zurück. Mit dem Classique 7225 bricht sie das Schweigen. Diese Uhr ist keine bloße Jubiläumsedition, sondern ein Signal: Wir leben, wir forschen, wir sind wieder relevant.

Natürlich wird ein einziges Modell nicht sofort die Ranglisten verändern. Doch es sendet ein klares Zeichen an Sammler und Kenner: Breguet kann noch immer Innovation mit Eleganz verbinden. Und das ist mehr wert als jede Marketingkampagne.

Tragegefühl und Preis

75 000 Schweizer Franken – ein stolzer Betrag, aber im Kontext der Haute Horlogerie durchaus angemessen.
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Der Tragekomfort überzeugt: 41 mm wirken präsent, aber nicht wuchtig; 10,7 mm Höhe lassen den 7225 mühelos unter die Manschette gleiten. Der Stil ist formell, fast aristokratisch, und dennoch technisch modern. Wer einen ultraflachen Minimalisten sucht, greift woanders zu. Wer jedoch die Faszination für Mechanik teilt, findet hier pure Uhrmacherkunst.

Fazit

Der Breguet Classique 7225 ist mehr als ein Jubiläumsmodell. Er ist ein Manifest. Mit seiner 10-Hz-Magnethemmung, seiner Handwerkskunst und seinem Mut zur Technik definiert er, was Breguet heute sein will: nicht Nostalgie, sondern Fortschritt auf klassischer Basis. Vielleicht verkauft er sich nicht massenhaft – doch er bringt Breguet zurück in die Gespräche, in die Herzen der Liebhaber und in die Schlagzeilen der Branche.

Und genau das macht ihn zu einer der spannendsten Uhren des Jahres. Wer wissen will, ob Breguet noch lebt: Ja. Und sein Herz schlägt wieder – mit 10 Hertz.

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