Chinas Strategie, die Abhängigkeit von westlicher Halbleitertechnik zu reduzieren, nimmt Fahrt auf: Laut Berichten arbeiten die Firmen Anfu Technology und Xiangdi an neuen Grafikprozessoren der Reihe „Fuxi“, die auf einem 5-nm-Verfahren basieren sollen. Zwei Modelle stehen im Fokus – der Fuxi A0 und der Fuxi B0 – und beide richten sich an unterschiedliche Einsatzfelder: AI-PCs, Rendering sowie Training und Inferenz von KI-Modellen. 
Sollte die Fertigung tatsächlich gelingen, wäre dies ein bedeutender symbolischer Schritt für die chinesische Chipindustrie.
Der Fuxi A0 soll auf den Bereich „AI PC“ und Grafikrendering zugeschnitten sein und damit eine lokale Alternative zu importierten GPUs darstellen. Der Fuxi B0 wiederum soll mit einem integrierten NPU für das Training gängiger Modelle wie DeepSeek R1 ausgerüstet sein. Die kolportierte Leistung liegt bei bis zu 160 TFLOPS in FP32-Berechnungen – ein Wert, der nominell mit westlichen Beschleunigern mithalten könnte. Ob die Chips in der Praxis tatsächlich effizient und marktreif sind, bleibt jedoch fraglich.
Besonders kontrovers ist die Angabe des 5-nm-Prozesses. Bislang hatten chinesische Hersteller maximal 7 nm nachgewiesen, meist durch aufwendige Mehrfachbelichtungen mit DUV-Lithografie. Dass TSMC-Technologie im Spiel sein könnte, wird von Beobachtern nicht ausgeschlossen. Trotzdem ist klar: Die 5-nm-Marke hat eine starke Signalwirkung – sie steht für den Anspruch Pekings, technologisch gleichzuziehen.
Experten weisen allerdings darauf hin, dass die „Nanometer“-Bezeichnungen nicht immer die tatsächliche Qualität widerspiegeln. Ein gutes Beispiel ist der 8-nm-Prozess von Samsung, der bei NVIDIAs RTX-3000-Serie eingesetzt wurde: In der Praxis war er weniger effizient als TSMCs 12 nm und führte zu hohen Temperaturen und Energieverbrauch. Der Wechsel zu TSMC bei der RTX-4000-Serie machte den Unterschied deutlich: mehr Taktfrequenz, bessere Effizienz und leisere Kühlung.
Für China steht jedoch mehr als nur Ingenieurskunst auf dem Spiel. Es geht um technologische Souveränität. Angesichts von Exportbeschränkungen für NVIDIA-Chips und andere westliche Produkte will Peking eine eigenständige Lieferkette aufbauen. Ob Fuxi A0 und B0 wirklich konkurrenzfähig werden, ist offen – doch schon die Ankündigung zeigt: China will seine Halbleiter-Offensive unbeirrt fortsetzen.