Die endlose Debatte um TikTok in den USA geht in die nächste Runde. Chinesische Quellen berichten, dass Peking und Washington einen „grundlegenden Rahmenkonsens“ über die Zukunft der Plattform erzielt haben. 
Konkret bedeutet das: China wäre bereit, Lizenzen für bestimmte Technologien und geistige Eigentumsrechte zu vergeben, den wertvollsten Teil – den Empfehlungsalgorithmus – will man aber auf keinen Fall aus der Hand geben.
Von einem fixen Vertrag kann keine Rede sein. Bisher existieren lediglich Absichtserklärungen. Der offizielle Stichtag bleibt der 17. September, doch kaum jemand glaubt, dass bis dahin ein endgültiges Abkommen vorliegt. Der US-Kongress wird das Geschäft ohnehin gründlich prüfen und könnte den Prozess erheblich verzögern.
Parallel arbeiten amerikanische Entwickler bereits an einer eigenen Variante der App. Ziel ist, dass Inhalte von US-Nutzern global verbreitet werden und gleichzeitig internationale Clips weiterhin in den USA landen. Kritiker sehen darin weniger kulturellen Austausch, sondern vielmehr ein Werkzeug amerikanischer Soft Power, also subtiler Einflussnahme durch Unterhaltung.
Offen bleibt die entscheidende Frage: Wer kauft TikTok in den USA? Namen wie Amazon tauchen schon seit Monaten in Gerüchten auf, und viele Beobachter halten Oracle für einen wahrscheinlichen Kandidaten – nicht zuletzt wegen der politischen Verbindungen. ByteDance, die Muttergesellschaft, dürfte jedoch kaum bereit sein, mehr als nötig preiszugeben. Am Ende könnten die USA lediglich die Marke und regionale Kontrolle bekommen, während der Algorithmus in China verbleibt. So können beide Seiten ihr Gesicht wahren.
Die Meinungen über den Deal gehen auseinander. Manche sprechen von nationaler Sicherheit, andere von bloßer Machtpolitik. Gleichzeitig wächst die Kritik an TikTok selbst: Viele sehen darin eine Quelle von Abhängigkeit, die die Gesellschaft eher schwächt als stärkt. Klar ist jedenfalls: Algorithmen sind längst nicht mehr bloß technisches Werkzeug – sie sind zum strategischen Gut in geopolitischen Auseinandersetzungen geworden.
2 kommentare
wir leben echt in ner dystopie, nix mehr nur app spaß sondern politik pur
nicht überraschend, ByteDance gibt niemals ihr echtes gold weg 😂