Comedy Central hat kurzfristig seine Ausstrahlungspläne geändert: Eine geplante Wiederholung einer South Park-Folge wurde gestrichen, nachdem der konservative Kommentator Charlie Kirk ermordet wurde. 
Der Schritt zeigt, wie sensibel Medienhäuser reagieren, wenn satirische Inhalte plötzlich mit tragischen Ereignissen aus der Realität kollidieren.
Wie das Branchenmagazin The Hollywood Reporter berichtet, wurde die Wiederholung am Mittwochabend, dem 10. September, abgesagt – nur wenige Stunden, nachdem Kirk auf einem Universitätscampus in Utah erschossen worden war. Es handelte sich um die zweite Folge der 27. Staffel mit dem Titel „Got a Nut“. In dieser Episode schlüpft Eric Cartman in die Rolle von Charlie Kirk, gibt sich als rechter Podcaster und karikiert dessen Auftritte mit bissigen Debatten. Sogar eine fiktive Auszeichnung mit dem Namen „Charlie Kirk Award for Young Masterdebaters“ wurde eingeführt.
Bemerkenswert ist, dass Kirk selbst die Folge ursprünglich mit Humor aufgenommen hatte. In einem TikTok-Video nannte er sie „urkomisch“ und meinte, die Macher hätten seinen Stil genau getroffen. Er betonte, dass Konservative über sich selbst lachen können sollten und dass Satire kein Problem sei: „Das ist ein Gewinn, wir haben ein dickes Fell.“
Nach seiner Ermordung ist die Stimmung jedoch gekippt. Teile der MAGA-Bewegung werfen South Park vor, ein feindseliges Klima befeuert zu haben. Comedy Central hat sich bislang nicht offiziell geäußert. Auf Paramount+ ist die Episode derzeit noch verfügbar, doch Branchenkenner halten es für möglich, dass auch das bald geändert wird.
Die 27. Staffel von South Park sorgt generell für Schlagzeilen. Die scharfen Spitzen gegen Donald Trump bescherten der Serie Rekordquoten und führten sogar zu einer Stellungnahme des Weißen Hauses. Damit rückt die Frage erneut in den Fokus, wie weit Satire in einer politisch gespaltenen Gesellschaft gehen darf.
Auch die Produktionsweise der Serie hat sich verändert: Statt im gewohnten Wochentakt erscheint die Show nun alle zwei Wochen. Trey Parker und Matt Stone erklärten auf der Comic-Con 2025, dass die Arbeit trotzdem stressig bleibe und viele Entscheidungen erst in letzter Minute getroffen würden. Das führt zu chaotischen Abläufen – aber auch zu einer Aktualität, die kaum eine andere Serie erreicht.
Parallel dazu laufen im Hintergrund große Industriegeschäfte. Paramount, Eigentümer von Comedy Central, treibt eine Fusion mit Skydance im Wert von 8 Milliarden US-Dollar voran. Parker und Stone selbst haben einen eigenen Megadeal abgeschlossen: Für 1,5 Milliarden US-Dollar verpflichteten sie sich, in fünf Jahren 50 neue Folgen zu liefern. Damit ist die Zukunft der Serie gesichert, egal wie kontrovers sie bleibt.
Der gestrichene Wiederholungstermin zeigt, wie schwierig der Balanceakt zwischen Kunstfreiheit, politischem Humor und realen Tragödien ist. South Park war schon immer für seine Respektlosigkeit bekannt, doch dieser Vorfall verdeutlicht, dass Timing und Kontext entscheidend für die Wahrnehmung von Satire sind. Ob Comedy Central oder Paramount noch weitere Maßnahmen ergreifen, bleibt abzuwarten.
1 kommentar
politik + satire = explosiv, das kennt man doch