Die erste Corsair Void Wireless V2 hat sich erstaunlich schnell zu genau diesem Headset entwickelt, das einfach immer griffbereit auf dem Schreibtisch liegt. Man setzt es auf, es verbindet sich, und das war’s – kein Gefummel mit Profilen, kein ständiges Neu-Pairing. Jetzt schiebt Corsair mit dem Void V2 Max eine aufgebohrte Variante nach. 
Nach einigen Wochen im Parallelbetrieb mit dem normalen Void V2 ist klar: Das hier ist kein radikaler Neustart, sondern eine sehr bewusst gesetzte Weiterentwicklung eines bereits starken Allrounders.
Preislich spielt das Void V2 Max in der Region um 149 Euro mit, im Angebot liegt es gerne näher an 120 Euro. Genau in diesem Bereich tummeln sich viele kabellose Gaming-Headsets, die alle laut nach Aufmerksamkeit schreien. Corsair macht es anders und verzichtet auf noch mehr RGB oder Marketing-Spielereien. Stattdessen konzentriert sich das Unternehmen auf Dinge, die man jeden Tag spürt: Tragekomfort, besser abgestimmten Klang mit Dolby Atmos und SoundID sowie die extrem unkomplizierte Nutzung an mehreren Plattformen.
Design, Verarbeitung und Komfort
Optisch sind Void V2 und Void V2 Max fast Zwillinge. Beide bringen rund 303 Gramm auf die Waage, setzen auf das kantige Void-Design und auf ohrumschließende Polster mit atmungsaktiver Stoffoberfläche. Die Ohrmuscheln lassen sich weiterhin um 90 Grad drehen, damit das Headset locker um den Hals hängen kann, wenn gerade keine Runde läuft. Der Klappbügel des Mikrofons rastet nach oben sauber ein; hochklappen heißt stumm – ganz ohne zusätzliche Taste.
Die eigentlichen Unterschiede stecken unter dem Stoff. Im Max hat Corsair den Schaumstoff in den Polstern und rund um die Treiber überarbeitet. Das Material ist etwas dichter und füllt die Kontaktfläche zum Kopf besser aus. Die grundlegende Passform bleibt unverändert: Wer mit dem Sitz des Void V2 zufrieden war, wird sich im Max sofort zu Hause fühlen. Durch die dichtere Polsterung entsteht jedoch eine etwas bessere Abdichtung, was die passive Geräuschdämmung spürbar verbessert.
In der Praxis verschwinden dauerhafte Hintergrundgeräusche – PC-Lüfter, Straßenlärm, leise Gespräche im Raum – einen Tick stärker im Hintergrund. Gerade in ruhigen Story-Sequenzen wirkt das Klangbild immersiver, weil weniger Nebengeräusche durchdringen. Der Anpressdruck bleibt angenehm moderat, auch mit Brille drückt nichts schmerzhaft. Die Stoffpolster verhindern, dass sich zu viel Hitze staut, und der Kopfbügel verteilt das Gewicht gleichmäßig. Kurzum: Das ist ein Headset, das man problemlos einen Arbeitstag lang tragen und abends noch in den Raid mitnehmen kann.
Klang, Dolby Atmos und SoundID
Auf dem Datenblatt liest man bei beiden Modellen dieselben 50-mm-Treiber. Entscheidend ist aber, was die Software daraus macht. Beim Void V2 Max hat Corsair dem Headset eine eigene Dolby-Atmos-Abstimmung spendiert und zusätzlich eine Lizenz für Sonarworks SoundID beigelegt, mit der sich ein persönliches Klangprofil erstellen lässt.
Im Spiel zahlt sich das aus. Schritte, Nachlade-Geräusche und Fähigkeiten lassen sich präziser im Raum verorten, die virtuelle Bühne wirkt breiter und strukturierter. Vor allem der Mitteltonbereich ist aufgeräumter als beim Standard-V2: Stimmen kommen klarer durch, Dialoge in Rollenspielen oder Calls im Voice-Chat gehen weniger im Effektgewitter unter. Musik und Soundtracks klingen definierter, ohne dass man ständig am EQ schrauben muss.
SoundID nimmt einem genau dieses Schrauben ab. In einem kurzen Hörtest vergleicht man verschiedene Einstellungen per A/B-Vergleich und klickt jeweils die Variante an, die besser gefällt. Daraus errechnet die Software ein individuelles Profil. Bei manchen Nutzerinnen und Nutzern bedeutet das mehr Tiefbass und Druck, bei anderen werden Präsenz und Brillanz betont. Wichtig ist: Das Ergebnis wirkt stimmig und maßgeschneidert, statt nach generischem „Gaming-Boost“.
Das Mikrofon des Max bleibt technisch nah am bekannten Niveau des Void V2. Die Sprachübertragung ist klar genug für Discord, Teamspeak und Homeoffice-Meetings, ohne kratzige Artefakte oder extreme Kompression. Für ernsthaftes Streaming ersetzt es kein separates Studiomikrofon, aber für Alltagseinsatz und Ranked-Matches reicht die Qualität locker.
Akkulaufzeit, Schnellladen und Plattform-Wechsel
Ein Markenzeichen der Void-Serie war schon immer die starke Akkulaufzeit, und das ändert sich beim Max nicht. Sowohl das normale Void V2 als auch das Void V2 Max laufen im 2,4-GHz-Modus ungefähr 70 Stunden durch. Wer überwiegend über Bluetooth hört – etwa für Musik am Smartphone oder Serien am Tablet – kann über 120 Stunden erreichen. Praktisch heißt das: Viele Nutzer hängen das Headset ein-, höchstens zweimal pro Woche ans Kabel.
Neu ist beim Max das konsequent umgesetzte Schnellladen. Etwa 15 Minuten am USB-C-Kabel liefern grob sechs Stunden zusätzliche Laufzeit. Wer kurz vor der Abend-Session merkt, dass der Akku fast leer ist, steckt das Headset eben während des Kochens ein und hat danach genug Reserve für den ganzen Abend.
Mindestens genauso wichtig wie die Laufzeit ist die Art, wie das Void V2 Max zwischen Endgeräten wechselt. Ein einziger USB-Dongle deckt PC und PlayStation 5 ab; die spezielle Xbox-Variante des Max unterstützt zusätzlich Xbox Series X|S. Es gibt keine Modus-Schalter, keine versteckten Tasten und kein Neu-Pairing. Man zieht den Dongle vom PC, steckt ihn in die Konsole, schaltet das Headset ein – fertig, die Verbindung steht.
Wer zwischendurch aufs Handy, die Switch im Handheld-Modus oder ein Notebook ohne freien USB-Port wechseln möchte, hält den Power-Button kurz gedrückt und springt so in den Bluetooth-Modus. Danach reicht ein Neustart, und das Max hängt wieder im 2,4-GHz-Funk an seinem Dongle. Die verschiedenen Verbindungen bleiben gespeichert, der Wechsel fühlt sich nahezu nahtlos an. Im direkten Vergleich reagiert das Max einen Hauch schneller als das Standard-V2, aber beide spielen hier in einer eigenen Liga.
Preis-Leistung und Fazit: Für wen lohnt sich das Void V2 Max?
Mit einem Straßenpreis des normalen Void V2 um 110 bis 120 Euro und rund 149 Euro für das Void V2 Max stellt sich unweigerlich die Frage: Lohnt sich der Aufpreis? Wer das Basismodell bereits besitzt und zufrieden ist, bekommt schon jetzt etwa 95 Prozent der Max-Erfahrung und muss nicht in Panik verfallen.
Für alle, die gerade neu kaufen oder regelmäßig zwischen PC, PlayStation, Xbox und mobilen Geräten pendeln, ergibt das Max jedoch ein stimmigeres Gesamtpaket. Man bekommt die gleiche bequeme Passform, eine sichtbar durchdachtere Klangabstimmung mit Dolby Atmos und SoundID, spürbar besseren passiven Lärmschutz, Schnellladen und weiterhin eine der entspanntesten Multi-Plattform-Lösungen im Gaming-Bereich.
Unterm Strich ist das Corsair Void V2 Max genau das, was eine „Max“-Version sein sollte: keine laute Show, sondern eine solide, alltagstaugliche Evolution eines sehr guten Headsets. Wer ein kabelloses Gaming-Headset sucht, das sich wie ein einziger zuverlässiger Begleiter durch den gesamten Gerätepark zieht, sollte sich das Void V2 Max sehr genau ansehen.
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