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CXMT steigt mit eigener DDR5 und LPDDR5X in die DRAM-Oberliga auf

von ytools
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Die chinesische Speicherindustrie hat einen neuen Meilenstein erreicht: ChangXin Memory Technologies, besser bekannt als CXMT, hat auf der China International Semiconductor Expo 2025 offiziell seine ersten in China entwickelten und produzierten DDR5- und LPDDR5X-Speicher vorgestellt.
CXMT steigt mit eigener DDR5 und LPDDR5X in die DRAM-Oberliga auf
Dabei geht es nicht um Testmuster für Labore, sondern um Serienprodukte, die gezielt für Rechenzentren, Desktop-PCs, Notebooks und eine wachsende Klasse von KI- und Edge-Systemen ausgelegt sind.

Über viele Jahre wurde der weltweite DRAM-Markt faktisch von drei Anbietern dominiert. Nun tritt CXMT an, um dieses Kräfteverhältnis zu verschieben. Das Unternehmen hat mehrere Produktgenerationen lang in Prozessentwicklung, Design und Validierung investiert und präsentiert nun DDR5-Chips, die Datenraten von bis zu 8000 MT/s erreichen sollen. Damit positioniert sich CXMT direkt im High-End-Segment, in dem zusätzliche Bandbreite spürbare Vorteile bringt – etwa bei Cloud-Workloads, wissenschaftlichen Simulationen, Video-Rendering oder anspruchsvollen Gaming-Setups.

Die DDR5-ICs von CXMT stehen zunächst in Dichten von 16 Gb und 24 Gb zur Verfügung. Auf dieser Basis können Modulhersteller ein breites Spektrum an Kapazitäten anbieten, von klassischen 16- und 32-GB-Kits für Gaming-PCs bis hin zu hochkapazitiven Modulen für Server. CXMT unterstützt von Beginn an eine große Auswahl an Formfaktoren: UDIMM für Desktop-Systeme, SODIMM für Notebooks, RDIMM für klassische Server sowie spezialisierte Varianten wie CSODIMM, CUDIMM und TFF MRDIMM für besonders dichte Rechenzentrumsplattformen. Damit können chinesische OEMs theoretisch große Teile ihres Produktportfolios mit heimischem DRAM abdecken.

Wichtig ist auch, dass CXMT nicht isoliert agiert, sondern früh Partner aus dem Modulgeschäft einbindet. Als einer der ersten tritt die Marke ASGARD auf, die sich im Gaming-Segment bereits einen Namen gemacht hat. ASGARD zeigt DDR5-Kits auf Basis von CXMT-Chips, die explizit für Overclocking und fein abgestimmte Timings ausgelegt sind. Entsprechende Profile sollen deutlich über den konservativen JEDEC-Spezifikationen liegen. Dass ein Enthusiastenanbieter wie ASGARD so früh auf das neue Silizium setzt, ist ein starkes Signal dafür, dass CXMT nicht nur auf stabile Serverkonfigurationen abzielt, sondern auch den Performance-Markt adressieren will.

Parallel zur klassischen DDR5-Linie bringt CXMT auch LPDDR5X auf den Markt. Dieser Speichertyp ist für Geräte gedacht, bei denen Effizienz und kompakte Bauformen im Vordergrund stehen: ultradünne Notebooks, Tablets, Handheld-Konsolen, Mini-PCs oder eingebettete Systeme. Die LPDDR5X-Chips werden in Dichten von 12 Gb und 16 Gb angeboten und sollen Geschwindigkeiten von bis zu 10667 MT/s erreichen. Daraus lassen sich Konfigurationen mit 12, 16, 24 oder 32 GB realisieren – genau die Größenordnung, die im Premium-Notebook-Segment mittlerweile als Standard gilt.

Für die neue Welle von KI-fähigen Endgeräten spielt LPDDR5X eine Schlüsselrolle. Ob AI-PC, Hybrid-Tablet oder kompakter Edge-Server: Alle diese Geräte benötigen hohe Speicherbandbreite, ohne dass der Energieverbrauch aus dem Ruder läuft. Lokales Ausführen von Sprachmodellen, Bildanalyse oder generativer KI direkt auf dem Gerät setzt einen schnellen, aber sparsamen Speicher voraus. Hier will CXMT mit seinen LPDDR5X-Lösungen eine heimische Alternative zu etablierten Anbietern schaffen und chinesischen Marken mehr Spielraum bei der Produktgestaltung geben.

Der Zeitpunkt des Marktstarts ist ebenfalls bemerkenswert. Der DRAM-Sektor erlebt derzeit einen Nachfrageboom, der in erster Linie von KI-Servern mit riesigen GPU- und Beschleuniger-Clustern getrieben wird. Viele Hersteller kommen mit der Produktion kaum hinterher, und die Preise für schnellen Speicher ziehen spürbar an. Zusätzliche Fertigungskapazität im eigenen Land verschafft chinesischen OEMs und Cloud-Anbietern daher einen wichtigen Puffer, um Lieferengpässe und Preissprünge abzufedern und langfristiger planen zu können.

Strategisch fügt sich der Schritt nahtlos in das Ziel Chinas ein, in zentralen Halbleiterbereichen unabhängiger zu werden. DRAM ist ein Grundbaustein jeder modernen Rechenplattform, und eine starke Abhängigkeit von einigen wenigen ausländischen Lieferanten gilt seit Jahren als Risiko. Mit den neuen DDR5- und LPDDR5X-Produkten von CXMT können chinesische Systemanbieter einen deutlich höheren Anteil ihrer Hardware mit Komponenten aus heimischer Fertigung bestücken. Das schützt zwar nicht vor allen geopolitischen Unsicherheiten, reduziert aber das Risiko, dass Exportkontrollen oder politische Spannungen direkt auf die Versorgung mit Speicher durchschlagen.

Natürlich steht CXMT noch vor Herausforderungen: Das Unternehmen muss zeigen, dass es seine Produktionsvolumina zügig hochfahren kann, dass Ausbeute und Feldzuverlässigkeit mit den etablierten Größen mithalten und dass die Roadmap mit der weiteren Entwicklung des DDR5-Standards Schritt hält. Doch die Präsentation auf der China International Semiconductor Expo 2025 sendet bereits eine klare Botschaft: CXMT ist nicht länger nur ein regionaler Geheimtipp, sondern ein ernstzunehmender neuer Akteur im globalen DRAM-Rennen – insbesondere, wenn es um den chinesischen Markt für Server, PCs, Notebooks und KI-Systeme geht.

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1 kommentar

SilentStorm December 20, 2025 - 10:34 pm

Mehr Konkurrenz am RAM-Markt ist immer gut, vielleicht entspannt das die Preise endlich mal

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