Der DJI Neo 2 ist weltweit gestartet und zeigt ziemlich deutlich, dass ein ultraleichter Einsteiger-Quadcopter längst nicht mehr wie ein Spielzeug wirken muss. Die neue Generation bringt eine deutlich modernere Navigations- und Sensorsuite, mehr Videopower und clevere Automatik-Modi, bleibt dabei aber kompakt genug, um problemlos in Rucksack oder Umhängetasche zu passen. 
Nach dem Start in China kommt der Neo 2 nun in viele Märkte – mit einer auffälligen Ausnahme: In den USA wird das Modell wegen politischer und regulatorischer Spannungen rund um DJI offiziell nicht angeboten. Wer ihn dort dennoch importiert, tut das ohne Gewährleistung und ohne offiziellen Service.
In Europa, Asien und Ozeanien geht DJI dagegen in die Offensive. Der Neo 2 soll der ideale Einstieg für alle sein, die „mal eben“ Luftaufnahmen machen wollen, ohne sich direkt in die komplexe Welt der großen Profi-Drohnen einarbeiten zu müssen. Preislich positioniert sich das Gerät im unteren Mittelklasse-Bereich: In Kanada liegt der Preis bei rund 230 US-Dollar, im Vereinigten Königreich etwa bei 210 Pfund, in weiten Teilen Europas bei rund 240 Euro. In Japan kostet der Neo 2 etwa 38.400 Yen, in Australien und Neuseeland ca. 410 bzw. 440 australische Dollar. All diese Preise beziehen sich ausschließlich auf den nackten Copter – ohne Zusatzakkus, ohne Fernbedienung, ohne FPV-Brille. So bleibt der Einstieg deutlich günstiger, und wer mehr will, kann später mit passenden Bundles aufrüsten.
Schon im Basis-Setup fällt auf, wie niedrig die Einstiegshürde ist. Der DJI Neo 2 lässt sich per Gestensteuerung und Smartphone-App bedienen – einfach auf die Handfläche legen, Motoren starten, ein paar intuitive Bewegungen, und schon fliegt die Kamera. Für Urlaubsreisen, Wochenendtrips oder spontane Aufnahmen auf dem Feldweg ist das enorm praktisch. Niemand muss sich durch tiefe Menüstrukturen kämpfen oder zuerst die Funktheorie lernen. Trotzdem richtet DJI sich nicht nur an komplette Anfänger: Mit dem Fly More Combo bekommt der Neo 2 ein deutlich professionelleres Setup.
Dieses Fly More Paket kostet rund 400 US-Dollar beziehungsweise 350 Pfund oder 400 Euro und enthält die Fernsteuerung RC-N3, zwei zusätzliche Akkus sowie ein Ladehub für bis zu drei Batterien. Wer ernsthaft filmen und längere Sessions planen möchte, wird dieses Zubehör sehr schnell zu schätzen wissen: Mehr Akkus bedeuten weniger Zwangspausen, und der separate Controller gibt spürbar präzisere Kontrolle als das Smartphone-Display.
Noch einen Schritt weiter geht das Motion Fly More Combo, das den Neo 2 in Richtung FPV-Erlebnis schiebt. Hier legt DJI die Goggles N3 und den RC Motion 3 Controller dazu. Gesteuert wird dann mit Handbewegungen und Neigungen, während man durch die Brille ein Livebild aus der Perspektive des Copters sieht. Dieses Bundle bewegt sich preislich bei etwa 550 US-Dollar bzw. 510 Pfund oder 580 Euro und richtet sich ganz klar an Nutzerinnen und Nutzer, die ihre Fahrten mit dem Bike, Trailruns oder andere Outdoor-Aktivitäten möglichst immersiv festhalten wollen – ohne direkt in die Welt der reinen FPV-Racing-Drohnen einzusteigen.
Trotz dieser Optionen bleibt der Neo 2 ein echtes Leichtgewicht. Der Copter bringt rund 151 g auf die Waage, mit montiertem DJI Neo 2 Digital Transceiver sind es etwa 160 g. Im Vergleich zum Vorgänger – der bei ungefähr 135 g lag – ist das nur ein kleiner Aufschlag, aber der entscheidende Wert ist ohnehin die Grenze von 250 g. Unter diesem Limit gelten in vielen Ländern erleichterte Regeln; Registrierungspflichten und Schulungsanforderungen fallen oft deutlich milder aus als bei schwereren Modellen. Der Neo 2 nutzt diese Grauzone clever aus und kombiniert „unter 250 g“ mit einem Funktionsumfang, der manchem größeren Copter Konkurrenz macht.
Beim Flugverhalten legt der Neo 2 deutlich zu. Im Sportmodus schafft der kleine DJI jetzt bis zu 5 m/s und ist damit mehr als doppelt so schnell wie der ursprüngliche Neo, der bei rund 2 m/s Schluss hatte. Die Flugzeit steigert sich auf bis zu 19 Minuten, gegenüber 18 Minuten beim Vorgänger – kein riesiger Sprung auf dem Papier, aber oft genug der Unterschied zwischen „eine Szene fehlt noch“ und „wir haben alles im Kasten“. Genauso wichtig ist der verbesserte Windwiderstand: Mit einer Einstufung in Windstärke Level 5 hält der Neo 2 Böen von bis zu 10,7 m/s aus, während die erste Generation nur bis Level 4 (etwa 8 m/s) ausgelegt war. Dazu kommt der verdoppelte interne Speicher von nun 49 GB – praktisch, wenn die microSD-Karte vergessen wurde oder man bewusst minimalistisch unterwegs ist.
Der größte technische Sprung steckt in der Sensorik. Der DJI Neo 2 kombiniert ein omnidirektionales Sichtsystem mit einem nach vorne gerichteten LiDAR-Sensor. Das bedeutet: Der Copter erkennt Hindernisse nicht nur unter sich, sondern auch seitlich und voraus, und kann Entfernungen sehr präzise messen. Gerade in engen Passagen zwischen Bäumen, Mauern und Straßenlaternen sorgt das für deutlich mehr Sicherheit und entspannteres Fliegen. Während der ursprüngliche Neo vor allem über nach unten gerichtete Sensoren verfügte und damit primär seine Position über dem Boden stabil hielt, kann der Neo 2 nun sein Umfeld viel genauer einschätzen und smarter darauf reagieren. Davon profitiert etwa ActiveTrack – inklusive eines neuen Fahrradmodus, der Radfahrende auf kurvigen Straßen und Trails automatisiert verfolgen soll.
Bei der Kamera bleibt DJI beim bekannten 1/2-Zoll-Sensor, ändert aber zwei zentrale Punkte: Objektiv und Gimbal. Die Optik ist jetzt lichtstärker (f/2.2 statt f/2.6) und bringt mehr Reserven für dämmerige Situationen mit, sei es beim Sonnenaufgang am Strand oder der goldenen Stunde in der Stadt. Gleichzeitig hat DJI den einfachen Einachs-Gimbal durch einen Zweiachs-Gimbal ersetzt, der Neigung (Tilt) und Rollbewegungen stabilisiert. Das Resultat sind sichtbar ruhigere Aufnahmen, ein stabiler Horizont und weniger Wackler, selbst wenn der Copter bei Seitenwind korrigieren muss oder spontane Richtungswechsel fliegt.
Auch die Videomodi wurden modernisiert. Im klassischen Querformat zeichnet der DJI Neo 2 nun in 4K mit bis zu 60 Bildern pro Sekunde auf – damit lassen sich actionreiche Szenen nicht nur scharf, sondern bei Bedarf auch in sanftem Slow Motion ausspielen. Für das Hochformat, das für TikTok, Instagram Reels und YouTube Shorts immer wichtiger wird, stehen jetzt 2,7K bei 60 fps bereit, statt wie früher nur 1080p. Gerade für Creator, die ihre Inhalte primär am Smartphone schneiden, bedeutet das mehr Detail, mehr Spielraum für digitale Ausschnitte und insgesamt einen deutlich „premiumigeren“ Look.
Standardmäßig setzt der Neo 2 bei der Bildübertragung auf ein Wi-Fi-System mit einer Reichweite von bis zu 500 m unter Idealbedingungen. In der Praxis ist das für Flüge im Park, am Strand oder auf dem Land völlig ausreichend – zudem schreiben viele Regelwerke ohnehin vor, dass die Drohne in Sichtweite bleiben muss. Wer mehr möchte, kann den Copter mit dem O4-Übertragungssystem ausstatten. Der entsprechende Transceiver erhöht das Gewicht zwar minimal, erweitert dafür aber die Reichweite auf bis zu 10 km und sorgt für eine robustere, latenzarme Verbindung. Das Modul lässt sich einzeln erwerben, ist aber auch in den Fly More Bundles enthalten, was diese Bundles für ambitioniertere Nutzer nochmals attraktiver macht.
Unterm Strich ist der DJI Neo 2 eine spannende Mischung aus Einsteigerfreundlichkeit und ernstzunehmender Technik. Er ist klein, leicht, schnell startklar und nimmt Einsteigern mit Gestensteuerung und App viel Angst vor dem ersten Flug. Gleichzeitig liefert er mit 4K60, Zweiachs-Gimbal, LiDAR und omnidirektionaler Hinderniserkennung Features, die man vor wenigen Jahren nur in deutlich größeren und teureren Modellen erwartet hätte. Für die USA bleibt die Situation aufgrund der fehlenden offiziellen Verfügbarkeit kompliziert, doch in Europa, Japan, Australien, Neuseeland und vielen anderen Märkten hat der Neo 2 beste Chancen, einer der interessantesten Copter seiner Gewichtsklasse zu werden – besonders für alle, die einen immer-dabei-Drohnenbegleiter für Social-Media-taugliche Luftaufnahmen suchen.