Dragon Quest I+II HD-2D Remake war eines der Highlights auf der Tokyo Game Show 2025 – ein liebevolles Wiederaufleben der Anfänge des JRPG-Genres. Was einst wie eine merkwürdige Entscheidung von Square Enix wirkte, nämlich den dritten Teil vor den ersten beiden zu veröffentlichen, ergibt inzwischen vollkommen Sinn. 
Dragon Quest III erzählt die Geschichte des legendären Helden Erdrick, während Dragon Quest I und II das Vermächtnis seiner Nachfahren fortsetzen und damit den Kreis schließen, der vor fast vier Jahrzehnten begann.
In der Demo, die auf der Messe spielbar war, bekamen wir einen kleinen Vorgeschmack auf die ersten Stunden beider Spiele – genug, um den Zauber sofort zu spüren. Das erste Dragon Quest bleibt ein einsames Abenteuer: Ein namenloser Held zieht allein los, um Erdricks Relikte zu finden und den finsteren Drachenlord zu besiegen, bevor er die Welt ins Chaos stürzt. Diese Schlichtheit hat etwas Zeitloses – sie erinnert daran, wie Rollenspiele einst begonnen haben: als Geschichten über Mut, Hoffnung und Entschlossenheit.
Dragon Quest II dagegen ist größer, emotionaler und komplexer. Rund hundert Jahre später übernehmen drei Nachkommen des ursprünglichen Helden – die Luminars – das Schicksal der Welt. Das Spiel erzählt von Freundschaft, Familie und Verantwortung und bildet damit einen gelungenen Kontrast zum einsamen Weg des ersten Teils. Und ja, Fans hoffen, dass der Prinz von Cannock diesmal endlich bessere Kleidung bekommt als diesen legendären „Sarganzug“.
Square Enix und Armor Project haben beiden Titeln die gleiche HD-2D-Behandlung gegönnt, die bereits Dragon Quest III HD-2D Remake so beeindruckend machte. Das Ergebnis ist eine Mischung aus nostalgischer Pixeloptik und moderner Grafikpracht: weiche Lichteffekte, handgemalte Hintergründe und ein stimmungsvoller Tiefeneindruck lassen Alefgard so schön wirken wie nie zuvor. Zwar wirken alle drei Teile der Trilogie nun stilistisch ähnlicher, doch das macht sie auch konsistenter und erzählt die Saga als ein geschlossenes Werk.
Das ursprüngliche Dragon Quest auf dem NES (im Westen als Dragon Warrior bekannt) war ein kurzes Abenteuer, das man in weniger als zehn Stunden beenden konnte. Der Remake hingegen erweitert die Geschichte mit neuen Szenarien, ohne den Charme des Originals zu verlieren. Besonders gelungen ist eine Quest rund um den Dieb Robbin’ ’Ood, der dem Helden den Schlüsseldes Diebes stiehlt – eine amüsante Episode, die geschickt mit Ereignissen aus dem dritten Teil verbunden ist.
Dragon Quest II war schon immer der schwächste Teil der ursprünglichen Trilogie, und gerade deshalb war eine Überarbeitung längst überfällig. Jetzt hat das Spiel neue Inhalte wie eine Unterwasserwelt, in der man Lorelais Harfe finden muss, ein Lotteriespiel und einen verbesserten Schwierigkeitsgrad. Die Kämpfe sind fairer, das Pacing flüssiger, und die neu arrangierte Orchester-Musik bringt eine emotionale Tiefe, die das Abenteuer noch eindringlicher macht.
Der Release von Dragon Quest I+II HD-2D Remake ist für den 30. Oktober 2025 auf PlayStation 5, Nintendo Switch (beide Generationen), Xbox Series S|X und PC geplant. Damit findet die Erdrick-Trilogie ihren krönenden Abschluss – modern, aber mit dem Geist der alten Klassiker. In einer Zeit, in der viele Spiele auf offene Welten und endlose Updates setzen, erinnert uns dieses Remake daran, wie stark die Magie einer einfachen Geschichte sein kann.
Square Enix beweist damit: Wahre Legenden sterben nie. Sie werden nur neu erzählt – und diesmal schöner als je zuvor.
1 kommentar
Warum müssen sie immer die Outfits ändern? 😑