
Filmplakat-Legende Drew Struzan im Alter von 78 Jahren gestorben – der Mann, der das Kino malte
Die Filmwelt trauert um einen ihrer größten Künstler: Drew Struzan ist am 13. Oktober 2025 im Alter von 78 Jahren nach einem langen Kampf gegen Alzheimer verstorben. Seine Familie gab die traurige Nachricht über Instagram bekannt und schrieb, dass Drew tief berührt war von der Liebe und Wertschätzung, die seine Kunst weltweit erfahren hatte. Seine Werke prägten Generationen – und verwandelten Filmwerbung in pure Emotion.
Geboren 1947 im US-Bundesstaat Oregon, begann Struzan seine Karriere zunächst mit Plattencovern für Rockgrößen wie die Bee Gees, Alice Cooper und Black Sabbath. Schon dort zeigte sich sein unverwechselbarer Stil: detailreich, fantasievoll und voller Atmosphäre. In den 1970er Jahren entdeckte Hollywood den begnadeten Illustrator – eine perfekte Symbiose, denn wie das Magazin Slash Film einmal schrieb: „Für einen Künstler, der sich in den düsteren Träumereien und kosmischen Fantasien der 70er-Musik bewegte, war Hollywood der logische nächste Schritt.“
Seinen großen Durchbruch feierte Struzan 1978 mit dem Nachdruck-Poster zu Star Wars. Von da an wurde sein Name zum Synonym für Kino-Magie. Seine Pinselstriche schmückten die größten Klassiker der 80er und 90er Jahre: Indiana Jones, Zurück in die Zukunft, E.T., Blade Runner, Die Goonies, Das Ding, Die Verurteilten, Hook, Big Trouble in Little China, Harry Potter und viele mehr. Kaum ein anderes Werk verband Abenteuerlust, Nostalgie und Emotion auf so meisterhafte Weise.
Steven Spielberg sagte einmal, er müsse Filme machen, die den Postern von Struzan gerecht werden. Das war keine Übertreibung: Struzans Figuren blickten einem entgegen, als wollten sie direkt aus der Leinwand steigen. Licht, Farbe, Komposition – alles erzählte eine Geschichte, bevor der Film überhaupt begann. Seine Kunst schuf eine emotionale Brücke zwischen Zuschauer und Kino, die bis heute unerreicht ist.
Auch in den 2000ern blieb Struzan aktiv und illustrierte unter anderem die Poster zu Guillermo del Toros Hellboy und Pans Labyrinth. Auf die Frage, was das Geheimnis seiner Arbeit sei, antwortete er 2014 dem Los Angeles Magazine: „Wenn du eine Geschichte willst, geh ins Kino. Meine Aufgabe ist das Gefühl.“ Diese Worte fassen perfekt zusammen, was seine Kunst ausmachte – Gefühl, Seele und echte Leidenschaft. In einer Zeit, in der Filmplakate oft am Computer entstehen und austauschbar wirken, blieb Struzan ein handwerklicher Poet.
Mit seinem Tod geht eine Ära zu Ende. Doch seine Bilder – leuchtend, lebendig und zeitlos – werden für immer Teil der Filmgeschichte bleiben. Drew Struzan war nicht nur der Maler der Helden. Er war selbst einer von ihnen.