Als die beiden vielversprechenden Shooter – ARC Raiders und Marathon – im Frühjahr fast gleichzeitig ihre Playtests starteten, hielten viele das zunächst für Zufall. Doch laut Virgil Watkins, dem technischen Direktor von Embark Studios, war dieses Zusammentreffen ein echter Glücksfall. 
Es bot den Entwicklern die seltene Gelegenheit, ihr eigenes Spiel direkt mit einem anderen Titel derselben Kategorie zu vergleichen – eine Art unfreiwilliger, aber wertvoller A/B-Test.
In einem Gespräch mit PC Gamer erklärte Watkins: „Es war wirklich reiner Zufall, dass beide Tests zur gleichen Zeit liefen. Niemand hatte das geplant.“ Dennoch habe sich daraus ein spannendes Experiment ergeben: „Wir konnten sehen, wie sich unsere Designentscheidungen im Vergleich zu ihren auswirkten.“ Zwar nannte er keine konkreten Beispiele, doch die Parallelen liegen auf der Hand – beide Spiele gehören zum Genre der Extraction Shooter, wo Teamplay, Risiko und Belohnung zentrale Elemente sind.
Erst kürzlich veranstaltete Embark den sogenannten Server Slam Test vom 17. bis 19. Oktober. Das Spiel war an diesen Tagen kostenlos auf PC, PS5 und Xbox Series X/S spielbar. Der Test war ein voller Erfolg: über 189.000 gleichzeitige Spieler auf Steam. Für ein technisches Stresstest-Event ist das eine beeindruckende Zahl, die zeigt, dass ARC Raiders bereits großes Interesse in der Community weckt.
Watkins betonte, dass der Vergleich mit Marathon wertvolle Einsichten brachte. „Es war faszinierend zu beobachten, welche Entscheidungen bei ihnen gut ankamen und welche bei uns besser funktionierten. Manchmal hängt der Erfolg einer Idee einfach vom Kontext ab.“ Diese Offenheit zeigt, dass Embark Studios nicht nur auf seine eigene Vision vertraut, sondern auch bereit ist, von anderen zu lernen.
Im Gegensatz zu Embarks anderem Erfolgstitel The Finals wird ARC Raiders kein Free-to-Play-Spiel sein. Stattdessen soll es als Premiumtitel erscheinen. Das ist ein mutiger Schritt: weniger spontane Spieler, aber dafür potenziell stabilere Communities und mehr Fokus auf langfristige Qualität. Der Servertest zeigte außerdem, dass die Serverinfrastruktur stabil läuft – etwas, das selbst großen Studios nicht immer gelingt.
Währenddessen arbeitet Bungie an einem neuen, geschlossenen Test für Marathon, der unter NDA stattfindet. Die Erwartungen sind hoch, aber auch die Skepsis – insbesondere nach Bungies gemischter Destiny-Vergangenheit. Noch ist unklar, in welche Richtung sich das Projekt entwickelt, doch wenn sowohl ARC Raiders als auch Marathon überzeugen, könnte das Genre der Extraction Shooter einen echten Aufschwung erleben.
Was als zufällige Terminüberschneidung begann, wurde für Embark Studios zu einer wertvollen Lernerfahrung. Und für Spieler zeigt es, dass selbst Zufälle in der Spielebranche manchmal zu besseren, ausgereifteren Titeln führen können – wenn Entwickler bereit sind, hinzuschauen und dazuzulernen.
2 kommentare
haha also echt Zufall? und dann bringt’s denen sogar was 😂
hoffentlich verkackt Bungie Marathon nicht so wie Destiny 2 😩