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Warum die EU das Verbot externer KI-Bots in WhatsApp untersucht

von ytools
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Die EU-Kommission nimmt WhatsApp genauer unter die Lupe und hat ein förmliches Wettbewerbsverfahren gegen den Messenger eingeleitet.
Warum die EU das Verbot externer KI-Bots in WhatsApp untersucht
Auslöser ist eine neue Richtlinie, mit der Meta als Eigentümerin von WhatsApp den Spielraum externer KI-Anbieter auf der Business-Plattform deutlich beschneidet. Ausgerechnet in dem Moment, in dem der hauseigene Assistent Meta AI immer prominenter in den Apps des Konzerns platziert wird, sollen konkurrierende Chatbots ausgebremst werden.

Bis vor Kurzem konnten Unternehmen und Start-ups ihre KI-Assistenten relativ unkompliziert über die WhatsApp Business Platform anbinden. Ob virtueller Verkaufsberater, smarter Kundendienst oder Lernbot: Für viele Dienste war WhatsApp der Ort, an dem die Interaktion mit Kundinnen und Kunden tatsächlich stattfand – ohne zusätzliche App, direkt im vertrauten Chatfenster.

Mit der neuen Policy ändert sich das grundlegend. Laut Meta dürfen die Business-Werkzeuge von WhatsApp künftig nicht mehr genutzt werden, wenn eine KI selbst der Hauptservice ist. Erlaubt bleibt lediglich ein „unterstützender“ Einsatz, etwa zur Beantwortung von Standardfragen oder für einfache Automatisierung im Support. Wer sein Produkt rund um einen eigenständigen KI-Chatbot aufgebaut hat, steht ab dem Stichtag vor verschlossenen Türen.

Parallel dazu rückt Meta AI immer stärker in den Vordergrund. Der Assistent taucht quer durch das Meta-Ökosystem auf – in Facebook, Instagram und eben auch in WhatsApp. Während Drittanbieter um ihren Zugang kämpfen müssen, wird der eigene Bot tief in die Oberfläche integriert. Genau dieser Doppelrolle als Plattformbetreiber und direkter Konkurrent widmet sich nun die EU-Kommission.

Kernfrage der Brüsseler Behörden ist, ob Meta seine starke Stellung im Messenger-Markt nutzt, um die Konkurrenz gezielt auszubremsen und den eigenen Dienst zu bevorzugen. In vielen EU-Ländern ist WhatsApp quasi Standard, private Chats, Gruppenkommunikation und geschäftliche Kontakte laufen in einem einzigen Tool zusammen. Wer hier die Regeln diktiert, kontrolliert einen entscheidenden Zugangskanal zu Millionen von Nutzerinnen und Nutzern.

Für KI-Start-ups ist das Risiko enorm. Wer seine Lösung um WhatsApp herum gebaut hat, verliert womöglich auf einen Schlag Reichweite, muss teure Alternativen aufbauen oder die Produktstrategie komplett umbauen. Auch kleinere Unternehmen, die auf Bots für Support und Vertrieb setzen, sind verunsichert: Fällt ihr Anwendungsfall noch unter „unterstützende“ Nutzung oder droht plötzlich das Aus? Die Grenze ist alles andere als klar gezogen.

Sollte die EU am Ende zu dem Schluss kommen, dass Meta seine Marktmacht missbraucht, wären Auflagen oder eine Rücknahme der strengen Regeln denkbar. Damit stünde nicht nur WhatsApp, sondern das gesamte Ökosystem großer Plattformbetreiber unter genauer Beobachtung – insbesondere dort, wo sie gleichzeitig Infrastruktur bereitstellen und mit eigenen KI-Produkten im selben Kanal auftreten.

Noch steht das Verfahren ganz am Anfang, ein konkreter Zeitplan ist nicht bekannt. Fest steht jedoch: Die Entscheidung wird mitbestimmen, wie offen der Markt für KI-Chatbots in europäischen Messengern künftig sein wird – und ob Nutzerinnen und Nutzer zwischen mehreren Assistenten wählen können oder am Ende vor allem mit einem allgegenwärtigen Meta-Bot sprechen.

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1 kommentar

ZshZen January 19, 2026 - 1:21 pm

Ganz ehrlich, als Nutzer will ich Auswahl haben und nicht nur einen Bot, der überall reingequetscht wird

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