
Fallout: New Vegas kehrt glänzend zurück – mit dem Grafikmod „Perfect Skies“ und der Quest-Erweiterung „Long 15“
Fünfzehn Jahre nach den Ereignissen von Fallout: New Vegas zieht die Mojave erneut Spielerinnen und Spieler an. Am Mittwoch, dem 17. Dezember, startet die zweite Staffel der Fallout-Serie bei Amazon Prime Video – und ihr Schauplatz ist ausgerechnet New Vegas. Die Protagonisten jagen den abtrünnigen Aufseher von Vault 33, Hank MacLean, und nähern sich der Stadt der Neonlichter. Wer das Rollenspiel-Meisterwerk noch nicht erlebt hat (oder schon immer eine Ausrede für einen neuen Durchlauf suchte), bekommt jetzt zwei starke Gründe: ein moderner Himmels-Overhaul und eine frische Reise in Richtung NCR-Herzland.
Perfect Skies: prozedurale Wolken statt Fotoflicken
Modder doodlum – als Hauptentwickler hinter den Community Shaders für Skyrim bekannt – veröffentlicht Perfect Skies, ein umfassendes Himmels- und Wolkenpaket für New Vegas. Der Ansatz löst ein altes Problem: Viele ältere Mods griffen auf Fototexturen zurück, die schnell Banding, Pixelartefakte, harte Kanten und Wiederholungsmuster mitbrachten. Perfect Skies erzeugt Wolken prozedural und backt sie in ein eigens entwickeltes Pipeline-System ein, das laut Autor sogar fortschrittlicher ist als das, was Fallout 4 später bot.
Die Daten sprechen für sich: 30 einzigartige Wolken-Setups und 60 4K-Texturen liefern ein glaubwürdiges, variantenreiches Himmelsbild. Unkomprimiert wären das fast 1 GB an Assets; intelligent gepackt schrumpft der Download auf etwa 220 MB. Das macht den Mod sowohl für „Vanilla-plus“-Setups als auch für umfangreiche Modlisten attraktiv.
In der Praxis bedeutet das: sanft dunstige Morgen, die langsam in stahlblauen Mittag übergehen, ferne Gewitterambosse, die die Wüste verdunkeln, und klarere Nachtverläufe, die Neon und Sternenlicht sauberer herausarbeiten. Weil der Himmel im Open World-Design viel Stimmung trägt, spürt man den Gewinn überall – von Goodsprings bis zum Divide – ganz ohne Eingriff in Spielbalance oder Quests.
Long 15: die Straße nach Kalifornien und tiefer hinein in die NCR
Parallel zum visuellen Upgrade wächst die Spielwelt: Fallout: Long 15 schickt den Kurier über die Interstate 15 nach Kalifornien – mitten hinein in Territorien der New California Republic. Hinter dem Projekt steht das Team, das bereits mit Dry Wells eine Legion-zentrierte Erweiterung geliefert hat. Versprochen sind ein großes neues Worldspace, frische Questreihen, neue Fraktionen und Städte, die zwischen Bürokratie und rauem Überleben lavieren.
Timing ist alles: Der geplante Release liegt auf Freitag, dem 12. Dezember, also wenige Tage vor dem Serienstart. Ein Story-Trailer soll zwischen Ende November und Anfang Dezember erscheinen und den Ton setzen. Wie viele ambitionierte Community-Projekte finanziert sich das Team teilweise über Patreon – inhaltlich bleibt es aber dem Kern von New Vegas treu: Entscheidungen mit Gewicht, Ideologien im Widerstreit und Folgen, die länger nachhallen als ein einzelner Questmarker.
Warum gerade jetzt? Weil New Vegas wieder Maßstab ist
New Vegas überdauert, weil es die Präzision klassischer CRPG-Schreibe mit spielmechanischer Freiheit verbindet. Perfect Skies verstärkt die Atmosphäre – Wetter als Erzählwerkzeug –, während Long 15 die inhaltlichen Spannungen ausweitet: Sicherheit gegen Freiheit, Ordnung gegen Autonomie, Staat gegen Individuum. Für Neueinsteiger ist das der ideale Landeplatz, bevor die Serie auf dem Strip eintrifft; Veteranen bekommen Anlass, einen neuen Build zu entwerfen und die eigene Loyalität gegenüber NCR, Mr. House oder den Unabhängigen neu zu verhandeln.
Ein Seitenblick auf Obsidian
Begleitend kocht die Debatte um die kreative Richtung des Studios: Daniel Vávra, Game Director von Kingdom Come: Deliverance II, stichelte jüngst gegen The Outer Worlds 2 und unterstellte Obsidian, seit New Vegas nicht mehr ähnlich mutig zu sein. Ob man das teilt oder nicht – die Diskussion zeigt, warum Modder immer wieder zur Mojave zurückkehren: Das Fundament ist außergewöhnlich stabil. Wenn die Community Technik modernisiert und Fan-Teams neue Wege eröffnen, bleibt New Vegas Referenz für wahlgetriebene RPGs.
Praktische Tipps für den nächsten Durchlauf
- Setzt auf ein „Vanilla-plus“-Setup mit Leistungsreserve für 4K-Himmel.
- Platziert Perfect Skies sauber in der Load Order – ideal nach Wetter-/Lichtmods, um Banding zu vermeiden.
- Plant Long 15 in eine stabile Modliste ein; neue Fraktionen beeinflussen Rollenspiel und Routenplanung.
- Definiert euren Archetypen vorab – Diplomat, Zyniker, „Sneering Imperialist“ oder etwas dazwischen.
- Testet Neon- und Nacht-ENBs mit den neuen Verläufen; klarere Gradients lassen Lichter stärker wirken.
Unterm Strich steht ein Dezember, der New Vegas neu rahmt: ein schönerer Horizont, eine längere Straße und reichlich Gründe, das eigene Schicksal erneut an den Spielautomaten der Wüste zu riskieren.
1 kommentar
Packt mein Kartoffel-PC 4K-Himmel oder weint er? 😅